Terrordrohung: „Staatsstreichorchester“ verlangt 100 Millionen Euro in Monero (XMR) 

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Das „Staatsstreichorchester“, offenbar eine rechtsextreme Organisation, hat in einer Droh-Mail 100 Millionen Euro in Monero (XMR) verlangt. Sollte der Betrag nicht bezahlt werden, würde eine neue Terrorgruppe entstehen.

Wie der Sender RBB berichtete, wurde am Sonntag eine rechtsextreme Droh-Mail verschickt. Der Absender, welcher sich selbst „Staatsstreichorchester“ nennt, verlangt darin 100 Millionen Euro in der Kryptowährung Monero (XMR). Andernfalls werde eine Terrorgruppe entstehen, durch die sich „kein Jude, Moslem (…) oder auch linke Journalisten und Politiker“ mehr sicher fühlen werde. Konkret wurde die Berliner Generalstaatsanwältin Margarete Koppers bedroht.

Monero (XMR) zählt wie auch zum Beispiel Zcash (ZEC) zu den Privacy Coins. Anders als bei Bitcoin (BTC) lassen sich Transaktionen nicht so leicht auf der Blockchain nachverfolgen. Unter anderem durch die Nutzung von Ringsignaturen und Tarnadressen können XMR-Nutzer ihre Privatsphäre bewahren.

Bezug auf den Neuseeland-Attentäter

Erst vergangene Woche war ein Verdächtiger festgenommen worden, der über 200 rechtsextreme Drohbriefe verschickt haben soll. Das „Staatsstreichorchester“ scheint mit diesem in Verbindung zu stehen. Zumindest bezeichnete es ihn laut RBB als „Mitarbeiter“.

Die mutmaßliche Organisation erwähnte demnach auch Brenton Tarrent, den Moschee-Attentäter von Neuseeland, und bezeichnete ihn als „Helden“. Dieser Terrorist war ebenfalls mit Kryptowährungen vertraut: Nach eigenen Angaben profitierte er von Investitionen in den Betrugs-Coin BitConnect, allerdings ist fraglich, ob diese Behauptung ernst gemeint war.

Kryptowährungen: Ein Hilfsmittel für Terroristen und Kriminelle?

Gegner des Digitalgelds behaupten häufig, es werde zur Finanzierung von Terrorismus verwendet und helfe Geldwäschern und anderen Kriminellen. Häufig wird dabei auf die Silk Road verwiesen, einen ehemaligen Bitcoin-basierten Online-Handelsplatz, auf dem unter anderem Drogen verkauft wurden. Auch auf dem letzten G20-Gipfel wurden Krypto-Regulierungen zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terror-Finanzierung angekündigt.

Doch ist das Problem wirklich so groß, wie es häufig dargestellt wird? Ausgerechnet Europol widerspricht dieser Darstellung. In einem Bericht aus dem September 2018 erklärte die EU-Polizeibehörde: „Die Verwendung von Kryptowährungen durch terroristische Gruppen hat nur Transaktionen auf niedriger Ebene mit sich gebracht. Ihre Hauptfinanzierung stammt immer noch aus konventionellen Bank- und Überweisungsdiensten.“

Auch in Sachen Geldwäsche sollte man erst einmal den Banken auf den Zahn fühlen. Zwar erklärte das Wall Street Journal (WSJ) im vergangenen September, dass im Laufe der vorangegangenen zwei Jahre mindestens 89 Millionen US-Dollar durch Exchanges gewaschen worden seien. Jedoch beträgt die gesamte Geldwäsche laut UNO jährlich mindestens 800 Milliarden US-Dollar, so dass die Zahlen des WSJ im Vergleich geradezu lächerlich klein erscheinen.

Hältst du den Missbrauch von Kryptowährungen durch Terror und Kriminalität für ein ernsthaftes Problem? Schreib uns Deine Gedanken dazu in die Kommentarspalte!

© Bild via Guillaume Biau, Flickr.com, Lizenz

1 Kommentar

  1. 100 Millionen Euro entspricht gemäß der aktuellen Monero Marktkapitalisierung 10% aller Münzen – sehr sinnvolle Forderung! Das dürfte die überhaupt kurzfristig kaufbare Menge um Größenordnungen übersteigen. Als würde jemand 10% allen Goldes auf der Welt fordern.
    Eine leicht durchschaubare False-Flag-Aktion eines staatlichen Agent Provokateurs? Wer weiß. Der Staat und das Bankensystem haben genug Gründe Monero zu diskreditieren, denn Monero ist deutlich besser als aktuelles Fiatgeld oder leicht kontrollierbare Bitcoins.

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