Nach München auch Frankfurt: Deutschlands zweiter Bitcoin-ATM steht

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Zweiter Bitcoin-ATM in Frankfurt entdeckt. | © Depositphots

Zweiter Vorstoß: Auch ein Frankfurter Unternehmer sieht das Urteil des Berliner Kammergerichts von Ende September als Rechtsgrundlage für das Aufstellen von Bitcoin-ATMs. Wie lange sieht die BaFin zu?

Nachdem der ATM-Produzent Orderbob Ende Oktober öffentlichkeitswirksam den ersten (halb)legalen Bitcoin-Automaten in München aufgestellt hatte, zieht nun ein Frankfurter Unternehmer nach. Wie der lokale Lifestyle- und Tech-Blog Make Rhein-Main berichtet, hat der im Frankfurter Südstadtteil Sachsenhausen ansäßige Bitcoin-Enthusiast Oliver Pangratz das Urteil ebenfalls genutzt, um einen öffentlichen Bitcoin-Automaten in seinem Bitcoin Store aufzustellen.

Bloggerin Paula Landes, die den Store besucht hat, hat das Gerät für den Offline-Erwerb einmal genauer inspiziert. Um Fiat in Krypto zu wandeln, benötigt man eine Smartphone-Wallet und einen QR-Scanner. Dann wählt man einen Betrag zwischen 5 und 1.000 Euro (Tageslimit) aus, füttert den Automat mit dem entsprechenden Betrag und voilà, ist man im Besitz von Bitcoin-Anteilen. Beim aktuellen Bitcoin-Preis kann man nur maximal 0,2 BTC pro Tag abheben.

Während der Münchner ATM fünf Prozent Gebühren für einen Währungstausch erhebt, schluckt die Frankfurter Maschine ganze 10%. Ein teurer Spaß. Aber sind wir mal ehrlich, es geht bei so einem Automaten ohnehin vielmehr darum, damit Bitcoin auf eine Stufe mit etablierten Währungen zu heben. Die Symbolik eines Bitcoin-ATMs ist wahrscheinlich wichtiger als seine Praktikabilität. Und dafür erfüllt Olivers Maschine seinen Zweck wunderbar.

Neben Bitcoin, sind allerdings auch fünf weitere Kryptowährungen erwerbbar, darunter auch Ethereum, wie Landes auf dem Blog beschreibt. Welche die anderen Altcoins sind und ob ein ausführliches KYC wie in München verlangt wird, lässt der Artikel allerdings offen. Vielleicht lohnt es sich einmal selbst vorbei zu schauen, wenn der Automat bis dahin nicht schon abgebaut ist.

Denn rechtlich gesehen, stehen die Automaten auf äußerst wackligen Beinen. Zwar hat das Berliner Kammergericht Ende September geurteilt, Bitcoin sei kein Finanzinstrument und dürfe daher auch privat gehandelt werden, allerdings hat die BaFin noch nicht offiziell grünes Licht gegeben. Die Bitcoin Group SE hat daher erst vor wenigen Tagen die Frankfurter Tremmel Bank gekauft, um an eine Banklizenz zu kommen und Bitcoin-ATMs  komplett legal im großen Stil aufstellen zu können.

Glaubst Du, dass die Entscheidung des Kammergerichts als Rechtsgrundlage genügt? Schreib uns Deine Gedanken dazu in die Kommentarspalte!

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