Neuseeland, Christchurch: Terrorist profitierte angeblich von BitConnect

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In einem kurz vor der Bluttat veröffentlichten Manifest erwähnte der Terrorist auch BitConnect. Angeblich habe er in das Pyramidensystem investiert und sei mit dem dadurch verdienten Geld um die Welt gereist.

Bei eine mutmaßlichen Terror-Attacke in einer Moschee im neuseeländischen Christchurch wurden laut Angaben der neuseeländischen Polizei 49 Leute getötet. Der Schütze Brenton Tarrant, ein 28-Jähriger Australier, filmte die Bluttat live auf Facebook – bis ihm das Soziale Netzwerk den Saft abdrehte. Kurz zuvor teilte dieser ein Manifest auf seinem mittlerweile suspendierten Twitter-Account, indem er die Motivation für seine Tat auf 74 Seiten erläuterte.

Im ersten Teil des Manifests führt er aus, wie ihn bestimmte Erfahrungen, die er auf einer Europa-Reise gesammelt habe, radikalisiert haben. Das Geld für die Reisen stammt laut dem Dokument aus “Investitionen” in den Krypto-Scam BitConnect. In dem Manifest heißt es dazu:

“Ich arbeitete für eine kurze Zeit, bevor ich Geld durch ein Investment in Bitconnect verdiente, das ich dann wiederum nutze, um meine Reisen zu finanzieren”

BitConnect ist wohl der prominenteste Betrugsfall in der kurzen aber turbulenten Krypto-Historie. Die Firma, welche ihren Kunden astronomische Renditen versprach, stellte sich für kritische Analysten wenig überraschend als Pyramidensystem heraus und fiel dann schließlich im Januar 2018 in sich zusammen.

Die Betrüger hatten die Webseite bereits 2016 aufgesetzt und in der Zeit viele Tausend Opfer um mehrere Millionen Dollar geprellt. Der native Krypto-Token der Firma, BCC, erreichte an seinem Höhepunkt eine unglaubliche Marktkapitalisierung von insgesamt $2,6 Milliarden.

Wer allerdings früh genug aus dem Pyramiden-System ausstieg, konnte tatsächlich Gewinne einstreichen. So könnte es auch Tarrant gegangen sein. Allerdings bleiben viele Fragen offen. Warum erwähnte Tarrant dieses doch unwichtige Detail überhaupt in seinem Manifest? Steckt vielleicht eine andere Motivation dahinter?

Wer das Manifest ließt, wird die vielen bewusst gesetzten ironischen Untertöne kaum verkennen. So behauptet der Schütze z.B., dass die moderate, konservative aber vor allem afro-amerikanische politische Kommentatorin Candace Owens inspirierend auf ihn gewirkt habe. Auch Fortnite findet in seiner Schrift Erwähnung.

In seinem 17 Minuten lang währenden Facebook-Livestream forderte Tarrant außerdem dazu auf, dem YouTuber PewDiePie zu folgen. Die Meme “Subscribe to PewDiePie” geht schon seit Monaten viral, nachdem sich der YouTuber mit dem indischen Musik-Kanal T-Series online einen erbitterten Kampf darum liefert, wer weltweit die meisten Abonnenten auf seinem/ihrem Kanal sammeln kann.

Mit einem Wort: Es ist gut möglich, dass der mutmaßliche Terrorist Tarrant bewusst BitConnect in seinem Manifest untergebracht hat, um von der Popularität des BitConnect-Memes zu zehren und gerade Artikel wie diesen hier zu provozieren und dadurch sein Manifest weiter zu verbreiten. Der Coin Kurier hat sich daher dazu entschieden, das im Internet zirkulierende Manifest nicht zu verlinken.

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