NFT – Die Zukunft digitalen Besitzens!

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Schonmal von NFT gehört? Wenn nicht, dann wird es langsam Zeit! – Wir finden das Thema NFT so interessant und zukunftsorientiert, dass wir ab jetzt wöchentlich in einem NFT-Special darüber berichten werden!

In diesem einführenden Artikel zum Spezialthema NFT, widmen wir uns zuallererst der Worterklärung und Herkunft dieser speziellen Tokens. Weiterführend schauen wir uns dann bereits vorhandene Usecases an und erklären die historische Entwicklung bis heute.

In den nächsten Monaten, werden wir Euch im wöchentlichen Rhythmus brandaktuelle News und Updates zum Thema NFT liefern, sodaß Ihr mit uns immer auf dem aktuellsten Stand bleiben könnt.

Was sind NFTs und wie unterscheiden sie sich von anderen Token?

Die Abkürzung NFT kommt natürlich aus dem englischen und steht für die drei Wörter „Non-Fungible Token“ (Nicht fungible Token). Mithilfe von NFTs, kann man Blockchain-basiert die Echtheit und den Besitz von (zur Zeit noch zumeist digitalen-) Gütern eindeutig nachweisen und belegen.

Auch wenn die Overall-MarketCap der NFTs im Vergleich zum restlichen Markt noch als gering zu bezeichnen ist, sehen wir und viele andere im Krypto-Sektor hier enormes Wachstumspotential! Im wöchentlichen Rhythmus kommen neue NFTs auf den Markt, mit einer wachsenden Massenadaption und immer neuen Anwendungsfällen. Die MarketCap des NFTs MIRANDUS zum Beispiel – ein im vergangenen Herbst erschienenes Fantasy Game des Unternehmens Gala Games – verzeichnete innerhalb der vergangenen 7 Tage ein unglaubliches Wachstum von 160.695,67%!

Um das Wortkonstrukt NFT besser zu verstehen, schauen wir uns den Mittelteil „Fungibel“ mal genauer an:

Es ist lateinischen Ursprungs und bedeutet übersetzt „Vertretbar“. Fungible Güter oder eben auch Tokens, sind Dinge, welche durch eine definierte Maßeinheit, eine Zahl oder zum Beispiel auch das Gewicht bestimmbar und deshalb innerhalb derselben Gattung durch andere Stücke gleicher Art, Menge und Güte austauschbar sind.

Das uns wohl bekannteste fungible Gut ist unser Geld: Es spielt keine Rolle, ob Sie mit 5×1€ bezahlen oder einen 5€-Schein nutzen, auch 500 Centstücke tun den Job – Am Ende bleibt es immer bei 5€. Auch ist es egal, ob Sie mit einem 5€-Schein des ersten Druckes von Anfang 2002 bezahlen oder einen Druckfrischen aus 2021 nehmen, der Wert ist immer derselbe. Geld ist also im höchsten Maße fungibel!

Noch eine Stufe fungibler sind sogar Bitcoins, denn hier kann man jeden Coin bis auf die achte Kommastelle zerteilen. Anders als bei unserem 5€-Schein, welchen man nicht einfach in 5 Stücke zerreißen kann, um so 5 x 1€ zu erhalten, kann ich jeden Bitcoin – ohne ihn erst in kleinere Einheiten wechseln zu müssen – einfach beliebig bis auf die achte Stelle hinter dem Komma aufteilen.

Nicht-fungible Güter sind nun das genaue Gegenteil: Ein echter Rembrandt ist ein klassisches Beispiel dafür oder aber auch ein selbst getunter Audi A8. Der Wert von solchen Dingen geht über den allgemeinen Materialwert weit hinaus und kann nicht durch etwas identisches gleichwertig ersetzt werden.

Genau hier betreten wir mit Blockchain basierten NFTs Neuland! – Seit 2017 gibt es ein immer größer werdendes Angebot an einzigartigen digitalen Produkten. Anwendungsfälle hierfür sind digitale Sammlerstücke wie zum Beispiel Gegenstände aus Computerspielen, digitale Kunst, Veranstaltungstickets, Domainnamen, aber inzwischen auch immer häufiger digitale Eigentumsnachweise für physische Vermögenswerte wie zum Beispiel Immobilien.

Die ersten digitalen Non-Fungible-Items sind natürlich schon sehr viel älter.

Spiele wie Fortnite – aber auch diverse Vorgänger dieses Spieles – verdienen ihr Geld nicht mit dem Spiel an sich, sondern mit dem Verkauf von digitalen Kostümen; alleine in 2018 machte Epic Games 2,4 Milliarden USD, ausschließlich mit dem Verkauf von Fortnite-Kostümen. In anderen Spielen sind es eher Waffen, Fahrzeuge oder Avatare die sich die Spieler kaufen. – Was aber bei all diesen digitalen Gütern bislang übereinstimmte, war das Besitzerproblem:

Ich kaufe mir zwar den blauen Overall in Fortnite und kann ihn ab da an benutzen, gehören tut er aber weiterhin Epic Games! – Sollte ich einmal von dem Spiel ausgeschlossen werden oder einfach keine Lust mehr haben es zu spielen, dann kann ich mit meinem blauen Overall nichts mehr machen. Im ersteren Fall ist mein Account gesperrt und ich komme nicht mehr ran, im zweiten Fall verrottet er im nicht genutzten Spieler-Account unendlich langsam vor sich hin… – Obwohl also von Spielern Milliarden ausgegeben werden, bleibt der Besitzer der Gegenstände weiterhin der Spielbetreiber.

Genau an diesem Punkt finden NFTs einen wichtigen Usecase!

In Spielen wie zum Beispiel „Gods Unchained“ – ein blockchain-basiertes Card-Game, welches Ähnlichkeiten aufweist zu bekannten Mobile-Games wie z.B. Hearthstone oder Magic – können sich Spieler nach altbekannten Muster neue Karten erkaufen, um ihre Decks zu erweitern und die Varianz zu erhöhen. Sollten sie eines Tages keine Lust mehr auf das Spiel haben, können sie auf verschiedenen NFT-Börsen ihre bereits gekauften digitalen Karten weiterverkaufen. Sie sind also der tatsächliche Besitzer ihrer digitalen In-Game-Einkäufe und ihrer hart erkämpften Spielbelohnungen!

Die Stunde Null der NFTs schrieben die sogenannten „Colored Coins“

…, was kurz gesagt eine neue Methode beschrieb, reale weltliche Güter mit der Bitcoin-Blockchain zu assoziieren. Hierbei wurden die Metadaten einer Bitcoin-Transaktion mit zusätzlichen Informationen gefüttert, was die dabei versendeten Bitcoin zu nicht-fungiblen Coins machte, da sie nun nicht mehr identisch waren mit Bitcoins, welche diese Metadaten nicht beinhalteten. Man konnte nun die „eingefärbten Coins“ mit realen Gegenwerten belegen. Zum Beispiel konnte ein Kino als Aktion eingefärbte BTCs an ihre besten Kunden verschicken und behaupten, das jedes Mal in der Zukunft, wenn eine Kinokarte mit „colored Coins“ bezahlt wird, der Besucher zusätzlich eine Maxi-Tüte Popcorn bekäme. – Die ersten “non-fungible Tokens” waren geboren!

Das erste wirkliche NFT-Projekt, basierend auf der Ethereum-Blockchain, waren die CryptoPunks. Hierbei handelt es sich um 10.000 jeweils einzigartige Punk-Avatare, welche das Projekt Larva Labs im Jahr 2017 direkt mit einer eigenen Handelsplattform veröffentlichte.

larvalabs.com/cryptopunks
Quelle: larvalabs.com

Die Crypto-Community war begeistert und schon nach kurzer Zeit waren alle 10.000 Pixel-Figuren verkauft. Seither erfreuen sie sich regem Handel und ein einziger Punkt kostet in der Regel zwischen 50 und 5.000 US-Dollar in ETH. – In seltenen Fällen wurden aber auch schon Spitzenpreise bis zu 85 ETH erreicht!

Ein Folgeprojekt namens CryptoKitties schaffte Ende 2017 für die NFT-Welt dann den Durchbruch in den Mainstream. Nach dem Vorbild der Tamagotchis, konnte man in diesem recht primitiv gehaltenen Spiel Katzen kaufen und miteinander kreuzen, um so neue Katzenarten zu züchten.

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Quelle: commons.wikimedia.org

Innerhalb kürzester Zeit wurde das Spiel zu einem vollen Erfolg und auch wenn der Hype in 2018 wieder abflachte, die neu gezüchteten CryptoKitties werden heute noch auf cryptokitties.co und anderen Börsen verkauft und ersteigert.

Spätestens nach den Krypto-Katzen war den NFT-Hype geboren.

In den Jahren 2018 und 2019 entstanden Teams wie Axie Infinity und Neon District, mit dem Hauptaugenmerk darauf, den NFT-Markt auf das nächste Level zu heben. Auch NonFungible.com wurde zu dieser Zeit gegründet, eine Übersichtsseite des weltweiten NFT-Marktes, die bis Dato Bestand hat.

Ungefähr zur selben Zeit entdeckte dann auch die Kunstwelt NFTs für sich.

Ein Kernstück dessen, was physische Kunst wertvoll macht, ist die Fähigkeit, den Eigentum an einem bestimmten Stück zuverlässig beweisen zu können und es irgendwo auszustellen, dies war in der digitalen Welt vor der Erfindung von NFTs unmöglich. Eine Gruppe begeisterter Digitalkünstler begannen zu experimentieren und Plattformen wie SuperRare.co oder RareArt.io erblickten das Licht der Welt. Cent, ein soziales Netzwerk mit einem einzigartigen Mikrozahlungssystem, wurde zu einer beliebten Community-Plattform, um Kryptokunst zu tauschen, kaufen oder einfach nur zu diskutieren.

Heute gibt es bereits dutzende von NFT-Kunstplatformen, welche digitale Kunstwerke mithilfe von NFT-Tokens zu einmaligen Sammlerstücken machen.

Ein noch fehlendes Puzzlestück zur Massentauglichkeit von NFTs, lieferten Projekte wie Mintbase oder Mintable.

Mithilfe dieser Plattformen konnte nun Jedermann seine eigenen NFTs kreieren und vertreiben. Egal ob Kunst, Collectables, Visitenkarten oder Firmencoupons, diese und andere Seiten ermöglichten ab nun den einfachen Einstieg in die grenzenlose Welt der NFTs.

Welche Technologie steckt hinter den NFTs?

Mit den CryptoKitties als Pionier, war der ERC721 der erste Standard für NFTs.

ERC721 ist ein reproduzierbarer und zuverlässiger Standard eines Smart-Contracts. Entwickler können problemlos neue ERC721-kompatible Verträge erstellen, indem sie diese einfach aus der OpenZeppelin-Bibliothek importieren. ERC721 ist dabei eigentlich relativ einfach zu verstehen: Es bietet eine Zuordnung eindeutiger Kennungen, von denen jede ein einzelnes Asset darstellt, mit Adressen, welche den Eigentümer dieser Kennung darstellen.

Darüber hinaus bietet ERC721 auch eine zulässige Möglichkeit zum Übertragen dieser Assets, mithilfe der sogenannten transferFrom-Methode.

Ein noch etwas neuerer Standard für NFTs ist der ERC1155. Sein Hauptvorteil ist Effizienz und die Einführung des Begriffes Semi-Fungibillität. Ein reales Beispiel für Semi-Fungible Dinge sind z.B. Flugtickets:

Wenn wir mal außer Acht lassen, das manche Menschen lieber am Gang sitzen und andere lieber am Fenster, dann sind Flugtickets für einen bestimmten Flug etwas fungibles, denn egal welches ich besitze, es erlaubt mir mitzufliegen und mein eigentliches Ziel zu erreichen.

Befinden wir uns aber nun auf einem Flug mit verschiedenen Klassen – Economy und Business zum Beispiel – dann haben wir plötzlich eine Semi-Fungibilität, da nun niemand mehr bereit wäre sein Business-Class-Ticket mit einem Economy zu tauschen, auch wenn das Ziel dasselbe bleibt. Die Fungibilität funktioniert jetzt also nur noch innerhalb der Klassen Business oder Economy, aber nicht mehr darüber hinaus.

Genau diesen neuen Fall der Semi-Fungibilität, kann der ERC1155-Standard effizienter umsetzen. Nehmen wir zum Beispiel ein Computerspiel, in welchem ein Spieler 10 identische Schwerter besitzt, von denen er 5 an einen Freund verkaufen will. Mit dem ERC721-Standard hat jedes dieser 5 Schwerter eine eigene ID, also auch 5 eigentständige Smart-Contracts und somit sind 5 Transaktionen notwendig. Im ERC1155-Standard, kann eine eigene Klasse für Schwerter definiert werden, sodass die Zahl 5 in der Klasse „Schwert“ nun nur noch die Anzahl der vorhandenen Items beschreibt. Mit ERC1155-Token, können die 5 Schwerter also mit einer einzigen Transaktion an den anderen Spieler verkauft werden.

opensea.io/blog/guides/non-fungible-tokens/#ERC721
Quelle: Opensea.io

Aufgrund dieses immensen Vorteiles, siedeln mehr und mehr NFT-Ersteller zu dem neuen Standard über, denn auch ein einzelnes Item kann natürlich im ERC1155 erstellt werden, es hat dann eine separate ID mit dem Anzahl-Wert 1.

Ein dritter, aber noch nicht sehr verbreiteter Standard, ist der ERC998 oder auch Composobal-NFT genannt. In diesem ist es möglich fungible und nicht-fungible Eigenschaften miteinander zu vermischen.

Beispiel: Eine Kryptokitty kann einen Kratzbaum und eine Futterschale besitzen (alles 3 nicht-fungibel); das Gericht in der Futterschale kann eine definierte Menge an fungiblen „Chow“-Token (fungible Nahrung) enthalten. Wenn man die Kryptokitty nun verkauft, verkauft man alle Habseligkeiten der Kryptokitty gemeinsam.

Auch wenn im Bereich NFT zur Zeit die Musik hauptsächlich auf der Ethereum-Blockchain spielt, arbeiten mehr und mehr Teams an neuen NFT-Standards auf anderen Blockchains, ein Beispiel hierfür ist z.B. der Standard DGood des Unternehmens Mythical Games auf EOS.

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Wir hoffen wir konnten mit diesem ausführlichen Einsteiger-Artikel das Thema NFT ausreichend erläutern und verständlich machen!

Ab kommender Woche erhaltet ihr Themenbezogene Vertiefungen in die Sektoren Kunst, Gaming, Collactables und dem neu aufkommenden NFT-Sektor des illiquiden Finanzmarktes.

Wir werden in all diesen Bereichen auch immer einen Blick auf mögliche Gewinnchancen werfen und neu aufkommende Trends aufdecken.

Abgerundet wird der wöchentliche Report mit einer aktuellen Übersicht der NFT-Marktkapitalisierung, den wöchentlichen Gewinnern und Verlierern.

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Solltet ihr zusätzliche Fragen und Anregungen zum Thema NFT haben, schreibt uns gerne!

Bild@Wikimedia / Lizenz

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