NFT und der digitale Kunstmarkt

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flickr.com/photos/125321218@N07/47928156772/

In unserem vierten samstäglichen Special zum Thema NFT, dreht sich heute alles um das Thema digitale Kunst.

(Wer zum Thema NFT noch etwas Starthilfe benötigt, sei dieser Artikel hier empfohlen.)

Bevor wir in das Thema Kunst tiefer eintauchen wollen, werfen wir – wie in jeder Woche – zuerst einen Blick auf die aktuelle Marktübersicht:

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Quelle: www.coingecko.com

Die Overall-MarketCap aller NFTs ist innerhalb der letzten 7 Tage um etwas über 13% gestiegen. Dies ist im Verhältnis zum Zuwachs der Vorwoche mit über 40%, deutlich geringer ausgefallen. Dafür haben wir aber in dieser Woche die wichtige Benchmark von 1 Milliarde US-Dollar gebrochen und feiern damit eine Marktkapitalisierung von 1,079 Milliarden USD.

Die 3 Spitzenreiter bleiben, ENJ, MANA und UOS, mit jeweils nur marginaler Verbesserung der Market-Cap. Was sich hinter Platz 1 und 2 versteckt, haben wir bereits in einem vorherigen Artikel genauer beleuchtet.

Platz 3 – UOS – gehört zu einem Projekt namens ULTRA. Ultra ist ein Protokoll und eine Plattform zugleich, welche ebenso wie die ersten beiden Plätze im Gaming-Sektor anzusiedeln ist. Ziel ist es hier Blockchain-Technologie mit Game-Development zu verbinden, Spiele zu kaufen und zu verkaufen, sowie inGame-Waren zu erstellen oder zu handeln.

Die beiden größten Gewinner der letzten 7 Tage heißen LOOT und CHONK!

LOOTs Makrtkapitalisierung konnte sich innerhalb einer Woche um 603% verbessern, CHONK um 536%.

LOOT ist noch ein sehr junges Projekt und startete erst vor wenigen Wochen im November 2020. Das in den UK ansässige Team hat es sich als Schwerpunkt gesetzt, mithilfe der sogenannten NFTLootBox, die beiden Welten NFT und DeFi miteinander zu verbinden. Dabei kann der User LOOT-Token auf UNISWAP kaufen und anschließend staken. Als Belohung erhält man Coins, mit denen man wiederum die sogenannten LootBoxen öffnen kann. In diesen Boxen findet man dann eine Vielzahl verschiedener NFTs, teilweise Hauseigene, aber auch von anderen bekannten NFT-Projekten und NFT-Künstlern.

Auch CHONK versucht die Brücke zwischen DeFi und NFT zu schlagen. Ähnlich wie bei bei LOOT geht es hier darum den hauseigenen Coin zu kaufen (auch auf UNISWAP) und für das Halten in NFT-Collectibles belohnt zu werden. Anders als beim Konkurrenten, bewegt sich hier aber alles im Manga- und Anime-Kosmos, mit einem Schwerpunkt auf Katzenkarikaturen. Der Begriff CHONK steht im Internet-Slang übrigens für „übergewichtige Katzen“.

Die Belohnungen beider NFTs, werden aktuell hauptsächlich auf opensea.io gehandelt; den Wachstumszahlen nach geurteilt, gehen beide Konzepte wohl voll auf.

NFT und Kunst – Zukunft oder Gegenwart?

Ganz klar Gegenwart! Auch wenn unter den Top NFT-Coins vor allem Gaming und Collectibles im Vordergrund stehen, ist die Kunst bereits seit einigen Jahren in der Welt der NFTs angekommen.

Im Dezember 2020 wurde mit 9,2 Millionen US-Dollar verkaufter NFT-Kunst, ein neuer Rekord aufgestellt. Vergleicht man diesen Wert mit dem Vormonat November – 2,9 Millionen USD –, dann wird einem schnell klar, wie viel Antrieb in diesem Markt steckt.

Wie in unserem einführenden Artikel beschrieben, gibt es bereits seit längerer Zeit NFT-Plattformen, welche sich ausschließlich mit dem Handel von NFT-Kunst beschäftigen. CryptoArt.io tracked die größten aller NFT-Kunstplattformen und führt sie zusammen.

cryptoart.io/data
Quelle: cryptoart.io/data

Demnach ist seit Dezember 2020 eine der Plattformen immense gewachsen und aktuell mit großem Abstand führend in der Branche: Nifty Gateway. 7,6 Millionen der erwähnten 9,2 Millionen USD, gingen allein auf dieser Plattform über den Tisch.

Das aktuell teuerste NFT-Kunststück liegt bei 548 ETH und gehört einem Sammler namens ILLESTRATER. Hierbei handelt es sich um die komplette MF-Collection des Digitalkünstlers BEEPLE, der diese Kollektion als Unikat herausgebracht hat.

beeple
Quelle: cryptoart.io

Auf dem zweiten Platz folgt mit einem Preis von etwas über 300 ETH das Bild GENESIS, der Künstler TREVORJONESART und JOSEDELBO. Zweiterer ist ein bekannter argentinischer Comic-Zeichner, verehrt für seine Arbeit an Wonder Woman (DC Comics) und The Transformers (Marvel Comics). Das von ihm gezeichnete Original wurde dann von dem Maler und Digitalkünstler Trevor Jones überarbeitet und in Bewegung gebracht. Das Ergebnis ist ein 80 sekündiger Film, der vor allem den Prozess des Bildes widerspiegelt.

trevorjonesart
Quelle: cryptoart.io

Es lohnt sich auch der Besuch in der digitalen Gallery von Jones, da er die Themen Kunst, Augmented Reality und NFT, in einiger seiner Arbeiten sehr innovativ miteinander verschmelzen lässt.

An dritter Stelle der aktuell teuersten NFT-Kunststücke, finden wir ein Werk von MATTKANE, welches im vergangenen September für den stolzen Preis von 262 ETH den Besitzer wechselte. Es ist wahrscheinlich inzwischen klar, das auch dieser Spitzenpreis – den Status ein Unikat zu sein – voraussetzt.

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Quelle: cryptoart.io

Das Bild trägt den Namen Right Place & Right Time und ist kein gewöhnliches: hinter dem digitalen Gemälde, steckt ein stetig rechnender Algorithmus, der das Gesehene immer wieder neu erleben lässt. Der Algorithmus zieht sich die letzten 24h des Bitcoin-Preises und errechnet nach einem eigens geschriebenen Schlüssel daraus die Rotation, die Position und die Größe der verschiedenen Bild-Layer. Mit etwas Übung soll man durch das reine Betrachten des Bildes, zum Beispiel die aktuelle Volatilität des Preises erkennen können.

Der Künstler hat sich bei dieser Arbeit vorbehalten, einen sogenannten Kontroll-Token für sich zu behalten, um vor allem die Technik hinter dem Kunstwerk warten zu können. Er hat sich aber auch ausdrücklich das Recht reserviert, das Bild in Helligkeit, Sättigung und in seiner Gradierung weiterhin bearbeiten zu können, wodurch es – obwohl bereits verkauft – zumindest so lange er lebt ein Work-In-Progress bleiben „kann“.

Spätestens bei diesem Beispiel wird klar, das NFTs das Zeug dazu haben gewohnte Abläufe und Strukturen neu zu gestalten und dadurch nie geahnte Möglichkeiten zur Realität werden können.

Ist das Kunst oder kann das weg?

Abschließen wollen wir den heutigen Beitrag, mit einer Ermutigung: JEDER IST EIN KÜNSTLER!

– Inzwischen kann jeder in weniger als 20 Minuten einen eigenen NFT-Token erstellen, Webtools dazu gibt es viele. Um aufzuzeigen, wie einfach es ist digitale Unikate zu kreieren, stellen wir Euch eines davon nun mal vor: rarible.com

Rarible ist natürlich noch viel mehr, es ist Marktplatz und Community in einem. Aber was es halt auch kann, ist NFTs erstellen:

Schritt 1 – Mache Kunst! – Sei Kreativ und mache etwas „eigenes“.

Schritt 2 – besuche die Website von rarible und connecte Dich mit Deiner Metamask Wallet.

Schritt 3 – Suche nach dem Button „Create Collectible“ und entscheide Dich, ob Du ein Unikat erstellen möchtest oder einen NFT mit festgelegter Anzahl.

rarible

Schritt 4 – Lade Deine Kunst hoch.

Schritt 5 – Erstelle einen Namen, eine Beschreibung und lege die Anzahl fest, falls Du Dich gegen ein Unikat entschieden haben solltest.

Schritt 6 – Entscheide Dich für oder gegen Royalties. – Entscheidet man sich hier dafür,  kann man einen Prozentsatz vordefinieren, der bei jedem Weiterverkauf des Bildes an den Ersteller des Tokens fällig wird.

Schritt 7 – Lege einen Preis fest.

Es besteht nun noch die Möglichkeit Namens „Unlock once purchased“, was den Inhalt des Tokens freigeben würde, sobald er bezahlt wurde; das wollen aber wohl nur die allerwenigsten.

Schritt 8  – CREATE!

Abschließend interagiert nun die Plattform mit der Wallet und man zahlt dafür wie gewohnt eine Transaktionsfee in ETH. – Sobald die Bestätigung durch ist, erscheint das eigene NFT auf dem Marktplatz der Plattform und kann nun erstanden werden.

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Ich hoffe Euch hat der Ausflug in die Kunstwelt gefallen und vielleicht ist der eine oder andere ja jetzt motiviert, seine Digitalkunst mit der Welt zu teilen!

Das nächste NFT-Special kommt in einer Woche!

 

Bild@Flickr / Lizenz

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