Digitalgeld-Pionier Nick Szabo: Zentralbanken könnten Krypto-Reserven anlegen

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Nick Szabo könnte sich vorstellen, dass Staaten künftig einen Teil ihrer Reserven in Digitalwährungen anlegen. | © CoinCentral

Krypto-Pionier Nick Szabo erwartet, dass Staaten Digitalgeld-Reserven als Ergänzung zu ihren Goldreserven anlegen werden. Laut einem regierungsnahen Ökonom könnte sich die russische Führung tatsächlich bald zu einem solchen Schritt entscheiden.

Am Dienstag fand in Tel Aviv der bislang erste Israel Bitcoin Summit statt. Dort traten mit David Chaum und Nick Szabo zwei Kryptographie-Urgesteine auf, die bereits in den Neunzigerjahren mit DigiCash und Bit gold Vorläufer des Bitcoin (BTC) entwickelten.

Szabo, den einige Krypto-Enthusiasten für den anonymen Bitcoin-Erfinder Satoshi Nakamoto halten, sprach dort aber nicht nur über die Geschichte des Digitalgelds, sondern teilte auch seine Zukunftsprognosen mit: Ihm zufolge werde die Krypto-Nutzung insbesondere in Ländern steigen, die in Konflikte verwickelt sind und/oder deren Regierung verantwortungslos mit der Landeswährung umgehen.

Im Fall von Venezuela scheint diese Vorhersage bereits eingetroffen zu sein. Während die Bevölkerung um grundlegende Nahrungsmittel kämpfen muss und die Landeswährung Bolívar im Grunde wertlos geworden ist, wenden sich immer mehr Menschen Bitcoin und Dash zu.

Eine weitere Prognose Szabos ist allerdings noch nicht eingetreten: Er glaubt, das Regierungen bald ihre Goldreserven um Krypto-Reserven ergänzen könnten. Gold habe nämlich den Nachteil, „physisch angreifbar“ zu sein. „Als die Nazis Länder in Europa eroberten, holten sie sich zuerst die Goldreserven der Zentralbank“, so Szabo.

„Schurkenstaaten“ an Kryptowährungen interessiert

Glaubt man Vladislav Ginko, einem Ökonom mit Verbindungen zur russischen Regierung, könnte Szabos Vorhersage aber schon in sehr naher Zukunft Wirklichkeit werden. Dieser glaubt, Russland werde seine Reserven als Reaktion auf neue US-Sanktionen im Februar durch den Ankauf von Bitcoin diversifizieren, wie er gegenüber der australischen Krypto-Publikation Micky am Dienstag erklärte.

Der ähnlich wie Russland unter amerikanischen Sanktionen leidende Iran arbeitet Berichten zufolge aktuell an einer staatlichen Digitalwährung. Sie soll mit dem bisherigen gesetzlichen Zahlungsmittel, dem Rial, gleichwertig sein.

Die Regierung von Venezuela ist bekanntlich Herausgeberin der dubiosen ersten Staatskryptowährung Petro. Nun will sie über ein neues Dekret den Bürgern ihr Digitalgeld aus der Tasche ziehen. Diesem zufolge sind Steuern in der (Krypto-)Währung zu entrichten, in der die besteuerte Transaktion getätigt wurde.

Welches Land wird Deiner Meinung nach zuerst eine Bitcoin-Reserve aufbauen? Wäre eine es ein Fluch oder Segen für Kryptowährungen, wenn „Schurkenstaaten“ sich in den Markt einkaufen würden? Schreib uns Deine Gedanken dazu in die Kommentarspalte!

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