Nordkoreanische Dissidenten nutzen Ethereum (ETH) zum Verkauf eigener Visa

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Die nordkoreanische Widerstandsgruppe Free Joseon verkauft über Ethereum (ETH) Blockchain-Visa. Mit diesen soll man in Nordkorea einreisen dürfen, nachdem das Land von seiner jetzigen kommunistischen Regierung befreit wurde.

Die nordkoreanische Dissidentengruppe Free Joseon, auch bekannt unter dem Namen Cheollima Civil Defense, setzt auf Ethereum (ETH), um ihr Land von dem kommunistischen Machthaber Kim Jong-un zu befreien. Joseon (조선, auch Chosŏn geschrieben) ist die Eigenbezeichnung Nordkoreas.

Die Gruppe Free Joseon hat auf ihrer Webseite angekündigt, ab dem 24. März insgesamt 200.000 sogenannte Blockchain G-Visa herauszugeben. Dabei handelt es sich um ERC-721-Tokens, welche auf der Ethereum-Blockchain basieren und anonym zu erwerben seien.

Das Visum soll eine einmalige Einreiseerlaubnis und einen maximal 45-tägigen Aufenthalt in Nordkorea garantieren. Voraussetzung für die Nutzung ist allerdings, dass zuerst die nordkoreanische Führung entfernt worden sein muss. Am ersten März 2029 verliert das Visum zudem seine Gültigkeit. Die ersten 1.000 Visa kosten jeweils einen ETH (etwa 120 Euro).

Eine ernstzunehmende Organisation

Free Joseon hatte erstmals vor zwei Jahren von sich reden gemacht. Damals war Kim Jong-nam, der Halbbruder des Machthabers, mutmaßlich auf Befehl von Kim Jong-un ermordet worden. Free Joseon verbreitete kurz darauf eine Videobotschaft von Kim Han-sol, dem Sohn des Getöteten, welche auf YouTube millionenfach aufgerufen wurde.

Außerdem wird die Gruppe für einen Überfall auf die nordkoreanische Botschaft in Spaniens Hauptstadt Madrid verantwortlich gemacht. Wie die Washington Post berichtete, seien mehrere Männer am 22. Februar dort eingedrungen, hätten die Mitarbeiter gefesselt und geknebelt und schließlich mehrere Computer und Smartphones gestohlen. Free Joseon bekannte sich allerdings nicht zu der Aktion.

Blockchain- und Krypto-Konferenz in Pjöngjang im April

Vom 18. bis zum 25. April soll in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang die erste internationale Blockchain- und Krypto-Konferenz des Landes stattfinden. Alejandro Cao de Benós, laut eigenen Angaben „Sonderbeauftragter“ im „Komitee für kulturelle Beziehungen mit fremden Ländern“ der nordkoreanischen Regierung, hatte im November dazu eingeladen.

Es bleibt abzuwarten, wie viele internationale Krypto-Experten bereit sein werden, zum Preis von 3.300 Euro eine Woche in Kim Jong-uns Reich zu verbringen. Journalisten ist die Teilnahme an der Konferenz untersagt.

Könnten Kryptowährungen bei einem möglichen Umsturz in Nordkorea eine wichtige Rolle spielen? Schreib uns Deine Gedanken dazu in die Kommentarspalte!

© Bild via Depositphotos

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