Nordkorea plant Blockchain-Offensive: Internationale Krypto-Konferenz im Oktober in Pjöngjang

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Nordkorea plant Blockchain-Offensive | © Depositphotos

Anfang Oktober soll in Nordkoreas Hauptstadt Pjöngjang eine internationale Blockchain- und Kryptowährungskonferenz abgehalten werden. Noch ist nicht bekannt, welche Experten der Konferenz beiwohnen werden. Derweil hat eine staatliche Bank Südkoreas einen Bericht über die Krypto-Aktivitäten im nördlichen Nachbarland veröffentlicht.

Folgt man den westlichen Berichterstattungen über Nordkorea, gewinnt man den Eindruck, dass das einzig Internationale an Nordkorea die Sanktionen sind, die dem kommunistischen Land aus aller Welt auferlegt werden. Und sofern das Land in der Vergangenheit im Zusammenhang mit Kryptowährungen erwähnt wurde, ging es meistens um Kriminalität. So soll die nordkoreanische Hacker-Gruppe Lazarus 2017 die südkoreanische Exchange Bithump beraubt und erst kürzlich eine weitere asiatische Krypto-Börse mit Schadsoftware infiziert haben.

Ein Grund für die Blockchain-Offensive der Nordkoreaner lässt sich nur erahnen. Nachdem Venezuela mit dem Petro versucht, sich vom amerikanischen Finanzmonopol zu entkoppeln, erwägen auch der Iran und Russland staatliche Kryptowährungen. Mutmaßlich liebäugelt auch Nordkorea mit der Umgehung internationaler Sanktionen durch staatliches Kryptogeld.

Internationale Blockchain-Konferenz 

Um so überraschender, dass Kim Jong-uns abgeschottetes Reich nun offenbar eine internationale Konferenz über Blockchain-Technologie und Kryptowährungen abhalten will. Das zumindest berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap News unter Berufung auf den Sender Radio Free Asia.

Die “erste koreanische internationale Blockchain-Konferenz überhaupt” soll am ersten und zweiten Oktober in der Hauptstadt Pjöngjang stattfinden. Experten aus aller Welt werden laut der nordkoreanischen Führung erwartet, die sich dann am dritten Oktober mit Vertretern nordkoreanischer Unternehmen treffen sollen.

Es bleibt fraglich, welche Experten genau erscheinen sollen. US-Amerikanern ist es beispielsweise seit letztem Jahr verboten, den kommunistischen Staat zu besuchen. Dies hatte die Trump-Regierung zusammen mit weiteren Sanktionen beschlossen, nachdem ein amerikanischer Student an den Folgen eines Gefängnisaufenthaltes in Nordkorea gestorben war. Viele weitere Staaten haben ebenfalls Sanktionen gegen das Land erlassen.

Nordkorea beweist Unfähigkeit zum Mining

Erst heute erschien ein Bericht der südkoreanischen Korea-Entwicklungsbank (KDB) über die Vorgänge beim nördlichen Nachbarn mit Krypto-Bezug. Demnach soll Nordkorea zwischen Mai und Juli 2017 versucht haben, Bitcoin-Mining zu betreiben, allerdings ohne Erfolg. Woran das Mining scheiterte, ist bislang unklar.

Außerdem habe die nordkoreanische Firma Chosun Expo eine Bitcoin-Exchange aufgebaut. Das ist insofern relevant, als dass die meisten Nordkoreaner vom Internet abgeschnitten sind und mit einem Intranet – einem national-geschlossenen Netz – vorlieb nehmen müssen. Zu den bekannten internationalen Coin-Börsen wie etwa Coinbase haben sie also keinen Zugang.

Dem Report der KDB zufolge habe das einfache Volk im Norden allerdings kaum Kenntnisse von Kryptowährungen. Zumindest hätten alle kürzliche befragten Volksrepublik-Flüchtlinge angegeben, in Nordkorea nichts von dem Blockchain-Geld gehört zu haben.

Traust du Nordkorea die Ausrichtung einer internationalen Blockchain-Konferenz zu? Welche Größen der Krypto-Welt würden eine Einladung wohl annehmen? Schreib uns deine Gedanken dazu in die Kommentarspalte!

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