Powells Warnung an Bitcoin!

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Der Vorsitzende der US-Notenbank warnte, dass Bitcoin und andere Kryptowährungen “als Wertspeicher nicht wirklich nützlich” seien, fügte jedoch hinzu, dass die Zentralbank selbst die möglichen Kosten und Vorteile eines digitalen Dollars prüfe.

Der Vorsitzende der US-Notenbank, Jerome Powell, sagte am Montag, dass die US-Öffentlichkeit die Risiken hinter Bitcoin und anderen Kryptowährungen verstehen muss, auch wenn die Zentralbank selbst die potenziellen Kosten und Vorteile eines digitalen Dollars untersucht.

Laut Powell nennt die Fed „Krypto-Coins“ lieber „Krypto-Assets“, weil ihre große Volatilität die Fähigkeit untergräbt, Wert wirklich langanhaltend zu speichern. Dies sei eine wichtige Grundfunktion, welche jede Währung haben sollte.

“Sie sind sehr volatil, siehe Bitcoin, und daher als Wertspeicher nicht wirklich nützlich”, so Powell in einer Rede zu einem virtuellen Gipfel, der von der Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIS) veranstaltet wurde. „Sie sind eher ein Aktivposten für Spekulationen. Sie werden daher auch nicht vornehmlich als Zahlungsmittel verwendet. […] Sie sind im Wesentlichen eher ein Ersatz für Gold und nicht für den Dollar.“

Bitcoin hat sich im Vergleich zum Vorjahr fast verzehnfacht und liegt zum Zeitpunkt des Schreibens bei rund 54.500 US-Dollar. Dies stellt trotz stärkeren Verlusten der vergangenen Tage, einen Anstieg von über 9.000 US-Dollar seit dem 1. März 2020 dar, also einem Zuwachs von über 20%.

Gleichzeitig steigen die Inflationsängste

…, da die Fed ihren kurzfristigen Leitzins für das vergangene Jahr nahe Null gehalten hat. Sie investiert jeden Monat 120 Mrd. USD in das Bankensystem, indem sie Staatsanleihen und Hypotheken-gesicherte Wertpapiere kauft.

Während Bitcoin in Transaktionen aktuell noch eher selten verwendet wird, kann sich dies jedoch auch ändern.

Der Elektroautohersteller Tesla zum Beispiel gab letzten Monat bekannt, dass er Bitcoin im Wert von 1,5 Mrd. USD gekauft habe und bald die Zahlung von Bitcoin für seine Autos akzeptieren werde.

Powell gab wie bereits erwähnt an, dass die Fed das Potenzial für eine digitale Währung der Zentralbank untersuche. Er fügte jedoch hhinzu, dass sich die Fed noch nicht nahe einer Entscheidung befände, sich für oder gegen die Implementierung einer digitalen Währung auszusprechen.

“Wir sind derzeit nicht in der Lage, eine Entscheidung zu treffen”, sagte er. “Wir experimentieren aktuell mit der Technologie.”

Powell fügte hinzu, dass die Fed angesichts der entscheidenden Rolle des Dollars als weltweit führende Reservewährung „verpflichtet ist, auf dem neuesten Stand zu sein“, um die Kosten und den Nutzen einer digitalen Zentralbankwährung (CBDC) zu verstehen.

Gleichzeitig sagte Powell, es sei nicht nötig, dass die Fed sich beeile oder „als Erster auf den Markt kommt“. Viele andere Zentralbanken untersuchen bereits die Möglichkeit für CBDCs, wobei amerikanische Beobachter vor allem befürchten, dass China in dieser Hinsicht den USA um Längen voraus ist. – Unsere Redaktion kann diese Annahme nach allen vorliegenden Informationen nur bestätigen, bereits im Juni 2020 berichteten wir diesbezüglich über Chinas fortgeschrittene Testphasen.

Laut Powell forscht die Fed über ein internes Technologielabor und arbeitet dabei mit dem MIT und der Federal Reserve Bank von Boston zusammen, eine ihrer 12 regionalen Fed-Banken.

“Die eigentliche Schwellenfrage für uns lautet: “Will oder braucht die Öffentlichkeit eine neue digitale Form von Zentralbankgeld, um das bereits hocheffiziente, zuverlässige und innovative zahlungsorientierte System zu ergänzen? ” – Digitale Währungen bergen Risiken und Vorteile, so der Fed-Vorsitzende weiter. Zu den Vorteilen gehört ein „effizienteres, integrativeres Zahlungssystem“, während die Risiken Cyberangriffe, Geldwäsche und „Terrorismusfinanzierung“ umfassen würden.

Letztendlich vermeldete Powell, dass der Kongress wahrscheinlich zuerst Gesetze verabschieden müsse, welche ein CBDC erlauben, bevor die Fed in dieser Richtung aktiv werden könne. “Wir würden ohne die Unterstützung des Kongresses nicht damit weitermachen, und ich denke, das würde idealerweise in Form eines Genehmigungsgesetzes geschehen.“

Der Fed-Vorsitzende schloß seine Ansprache mit Bedenken hinsichtlich sogenannter „Stable-Coins“ ab

…, bei welchen es sich um digitale Währungen handelt, die an den Wert staatlich unterstützter Währungen wie dem Dollar oder dem Euro gebunden sind.

“Die potenziell schnelle und umfassende Adaptierung eines globalen Stable-Coins, möglicherweise einer globalen Währung, die nur von den Anreizen eines privaten Unternehmens bestimmt wird, ist etwas, das im höchsten Maße regulatorischen Eingriffen bedarf”, sagte Powell. “Private Stable-Coins werden kein angemessener Ersatz für ein solides Geldsystem sein, welches auf Zentralbankgeldern basiert.”

 

Bild@Depositphotos

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