Präsident der Federal Reserve Bank verurteilt Kryptogeld als Transaktionsmittel für Kriminelle

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Die Federal Reserve Bank kritisiert Kryptowährungen scharf | © Depositphotos

Jerome Powell, Vorsitzender der US-Zentralbank, stellte sich am Mittwoch Fragen von Kongressabgeordneten. Es ging unter anderem um Kryptowährungen. Für Powell eignen sich diese lediglich dazu, Geld zu waschen und zu verstecken. Zudem müssten Investoren besser geschützt werden. Am gleichen Tag fanden im Kongress zwei weitere Anhörungen statt, in denen Risiken von Digitalwährungen thematisiert wurden.

Die amerikanische Politik beschäftigte sich am Mittwoch intensiv mit dem Themenkomplex rund um Digital- und Kryptowährungen. Der Vorsitzende der Zentralbank Federal Reserve (kurz Fed) beantwortete Fragen von Abgeordneten aus dem Kommitee für Finanzielle Dienstleistungen des Repräsentantenhauses.

Dabei wurde deutlich, dass auch der von US-Präsident Donald Trump installierte Powell eine ebenso unausgewogene Haltung gegenüber Digitalwährungen einnimmt, wie seine Vorgängerin Janet Yellen, deren Posten er im Februar dieses Jahres übernommen hatte. Er bediente die gängigen Anti-Krypto-Klischees. Bitcoin und Co würden sich zwar exzellent zur Geldwäsche eignen, versagten aber sowohl als Tauschmittel, weil kaum jemand mit ihnen bezahle, sowie auch als Wertspeicher, wegen ihrer hohen Volatilität. Auch ätzte er, dass Investoren ihr Geld in etwas versenken würden, das keinen „intrinsischen Wert“ habe. Das der Wert von Kryptowährungen allerdings in ihrer robusten dezentralen Technologie liegt, würdigte er keines Wortes.

Noch weiter ging Brad Sherman. Der Kongressabgeordnete der demokratischen Partei aus Kalifornien sagte „wir sollten den Mut haben, Kryptowährungen zu verbieten“. Sie würden Investitionen aus der „echten“ Wirtschaft ablenken und seien letztendlich bloß ein Glücksspiel, das Steuerhinterziehung ermögliche. Der wahrhaftige Wert dieses Kryptogeldes läge darin, so de Demokrat, Terroristen, Drogendealer und Steuerhinterziehern zu helfen.

Es folgten weitere Anhörungen

Sachlicher ging es in zwei weiteren Anhörungen zu, die am selben Tag stattfanden. Das Komitee für Landwirtschaft des Repräsentantenhauses besprach unter anderem die Frage, ob Krypto-Anlagen als Securities (Wertpapiere) eingestuft werden könnten. Ein Streitpunkt, der für die Frage der Zuständigkeit der regulierenden Behörden relevant ist.

Die Möglichkeit wurde in den Raum gestellt, dass ein Coin zwar bei seiner Schöpfung durch ein ICO durchaus ein Wertpapier sein könnte. Wenn dann aber wie bei Ethereum wirkliche Anwendungsfälle entstünden, könnte er diesen Status wieder verlieren und ein „Commodity“ (Handelsgut) werden.

Auch das Komitee für finanzielle Dienstleistungen hielt eine weitere Anhörung unter dem Titel „Die Zukunft des Geldes: Digitale Währung“. Darin wurde die Möglichkeit einer Digitalwährung diskutiert, die von einer Zentralbank herausgegeben werde.

Alex Pollock, einer der befragten Experten, teilte solchen Plänen eine deutliche Absage. Diese seien „eine der schlechtesten finanziellen Ideen in jüngster Zeit“. Er erkennt allerdings an, dass es historische Beispiele von erfolgreichen nicht staatlichen Währungen gegeben habe. Dabei habe es sich allerdings immer um Schuldscheine gehandelt, die stellvertretend für einen realen Wert erstellt wurden. Das sei beim Bitcoin nicht der Fall.

Was hältst du von den Entwicklungen in der amerikanischen Politik? Gibt es Grund zur Besorgnis oder sind Kryptowährungen ohnehin unaufhaltsam? Schreibe uns deine Gedanken dazu in die Kommentarspalte!

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