Preisabfall bei DeFi-Token: Gut für den Gesamtmarkt?

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Nachdem der Bereich der dezentralen Finanzen (DeFi) in den Monaten August und September durch die starken Preisanstiege großes Aufsehen erregt haben, sind die Preise im DeFi-Sektor in der letzten Zeit stark gefallen.

Betrachtet man die DeFi-Token auf CoinMarketCap kann man sehen, dass im ganzen DeFi-Bereich Preisstürze um knapp 50 Prozent seit ihren Höchstständen Anfang September nicht unüblich waren. Einige Token sind sogar noch weiter gefallen. Serum (SRM) und yearn.finance (YFI) zum Beispiel sind um mehr als 65% gegenüber ihren Preisen vom 1. September gesunken.

Dass anfänglich die Preise im DeFi-Bereich förmlich explodierten, wurde wohl durch schnelle und enorm spekulative Investitionen in extrem neue Token und Plattformen angeheizt. Auf dem Weg nach oben hat die Strategie bei vielen funktioniert. Bei der ICO-Blase im Jahr 2017 konnte man bereits folgendes Investitionsverhalten beobachten: Investoren steckten ein paar hundert Dollar in Dutzende völlig neue Projekten. Es genügte den Spekulanten dann oft, wenn sie nur ein oder zwei von gehypten, stark steigenden Projekten erwischten, um Gewinne zu erzielen. Diese Strategie gibt natürlich Geschwindigkeit und Medienaufmerksamkeit den Vorzug vor Fundamentaldaten und Nachhaltigkeit.

Einige Leute glauben nun dass der DeFi-Markt heute dem ICO-Wahnsinn von damals ähnelt und dass dies negative Auswirkungen auf die gesamte Krypto-Industrie haben könnte.

Damals gab es Dutzende sogenannte CopyCats, Pump- und Dumps und Bug-Exploits, die aus dem Zustrom dieser Investitionen Kapital schlugen. Aber auch wie der ICO-Boom trug dieser Zustrom ineffizienten Kapitals dazu bei, eine legitime Entwicklung neuer dezentralisierter Finanzlegos voranzutreiben.

Trotz des Absturzes vieler DeFi-Token bleibt der in den DeFi-Protokollen festgelegte USD-Betrag nahe einem Allzeithoch. Laut DeFi-Pulse liegt der Gesamtwert aktuell bei 11,16 Milliarde USD.

Ein großer Teil dieses Wertes ist in viel konservativeren Mechanismen verankert als in denjenigen, die den hektischen Hype bei den sogenannten “Ponzinomics”-Projekten definiert haben. Langfristige Smart Contracts mit mehreren Prüfungen und klar definierten Anwendungsfällen konnten weiterhin Kapital angeziehen.

Die dezentralisierte Börse Uniswap, die nach Total Value Locked (TVL) die führende DeFi-Anwendung laut DeFi-Pulse ist, verfügt über fast 3 Milliarden Dollar an Liquidität. Die Börse ermöglicht nun ein tägliches Handelsvolumen von Hunderten von Millionen USD.

Insgesamt scheint dieser Rückgang für den breiteren digitalen Asset-Bereich sogar gesund zu sein.

Zum einen gibt es einen Trend weg von der großen Anzahl fragwürdiger Projekte hin zu  vernünftigere und nachhaltigere Projekten. Außerdem ist seit dem Rückgang des extremen DeFi-Hypes die Ethereum-Blockchain mit niedrigeren Transaktionsgebühren und Bestätigungszeiten wieder nutzbar geworden. Zusätzlich finanzierten große Kapitalbeträge die experimentelle Entwicklung und ermöglichten die Erforschung und Erprobung vieler interessanter Finanzkonzepte.

Bild via Pixabay / Lizenz

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