Skandal-Exchange QuadrigaCX „verliert“ weitere €330.000 in Bitcoin (BTC)

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Die kanadische Exchange QuadrigaCX steht aktuell unter der Aufsicht von Ernst & Young (EY), nachdem sie vorgeblich den Zugang zu ihren Kryptoreserven verloren hat. Ein EY-Bericht zeigt nun, dass die Exchange weitere 103 Bitcoin (BTC) „versehentlich“ an eine angeblich unzugängliche Wallet schickte.

Ende Januar ging die in Kanada ansässige Exchange QuadrigaCX offline. Nach eigenen Angaben hatte die Kryptobörse den Zugriff auf ihre Cold Wallet-Reserven verloren. Quadriga-CEO Gerald Cotten habe die alleinige Kontrolle über die entsprechenden Private Keys besessen, als er unerwartet auf einer Indien-Reise verstorben sei.

Die Geschichte wurde von der Krypto-Gemeinde mit großer Skepsis aufgenommen: Mehrere Hinweise tauchten auf, dass es sich in Wahrheit um einen riesigen Exit Scam handeln könnte. Trotzdem gewährte ein lokales Gericht QuadrigaCX Gläubigerschutz. Die Exchange hat somit die Chance, unter Aufsicht der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young (EY) ihre Finanzen in Ordnung zu bringen.

Weitere über 100 Bitcoin (BTC) verloren

Doch schon der am Dienstag veröffentlichte erste Bericht von EY verheißt nichts Gutes: Am sechsten Februar, nur einen Tag, nachdem EY zur Aufsichtsinstanz (englisch „Monitor“) von Quadriga ernannt worden war, verlor die Exchange weitere 103 Bitcoin (BTC) im Wert von aktuell etwa 330.000 Euro. Das Digitalgeld sei „versehentlich“ auf eine der besagten Cold Wallets gesendet worden, auf welche die Exchange keinen Zugriff mehr habe.

EY habe nun Vorbereitungen getroffen, dass verbleibende Digitalgeld der Exchange zu einer Cold Wallet zu transferieren, welche die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft selbst kontrolliert. Dabei gehe es um Bitcoin, Litecoin (LTC) Ethereum (ETH), Bitcoin Gold (BTG), Bitcoin Cash (BCH) und Bitcoin SV (BSV). Der Gesamtwert der Reserven betrage zusammengenommen etwa 320.000 Euro – ein winziger Betrag im Vergleich zu den umgerechnet rund 166 Millionen Euro, welche auf den verlorenen Cold Wallets liegen sollen.

Weitere Schritte von EY

Ernst & Young berichtete weiter, man habe einige technische Geräte sichergestellt, welche entweder in Cottens Besitz gewesen oder von ihm benutzt worden waren. Vier Laptops, vier Mobiltelefone und drei voll verschlüsselte USB-Sticks befänden sich nun in einem von EY gemieteten Schließfach.

Aktuell erwäge man, welche forensischen Untersuchungen daran vorgenommen werden sollten. Auch arbeite man darauf hin, Cottens Desktop-Computer sicherzustellen. Weiterhin habe EY insgesamt neun Zahlungsverarbeiter von QuadrigaCX kontaktiert, um sich die verbleibenden Einlagen der Exchange aushändigen zu lassen. Bislang habe man jedoch noch kein Geld erhalten.

Kommt dir dieses „Versehen“ auch verdächtig vor? Schreib uns Deine Gedanken dazu in die Kommentarspalte!

© Bild via hmboo Electrician and Adventure, Flickr.com, Lizenz

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