Regierung von Venezuela ordnet Steuerzahlungen in Kryptowährungen an

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Venezuela hat ein neues Krypto-Gesetzt verabschiedet. | © Depositphotos
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Ein neues Dekret der Regierung Venezuelas verlangt, dass Steuern auf Krypto-Transaktionen auch in der betreffenden Digitalwährung bezahlt werden sollen. Experten halten diese Anordnung für verfassungswidrig.

Nachdem Venezuela mit dem äußerst umstrittenen Petro die erste staatliche Kryptowährung weltweit ins Leben rief, kann der südamerikanische Krisenstaat nun mit einer weiteren zweifelhaften Weltneuheit aufwarten: Das Land wird in bestimmten Fällen Steuern zwangsweise in Digitalgeld einziehen.

Das entsprechende Dekret Nr. 3719 findet sich in der Ausgabe Nr. 6420 des Amtsblattes Gaceta Official. Dieses Dokument ist auf den 28. Dezember 2018 datiert, wurde aber erst am Montag veröffentlicht, wie Bitcoin.com unter Berufung auf lokale Medien berichtete.

Steuern in der benutzten Währung zahlen

Das Dekret sieht vor, dass Steuern auf Transaktionen in der Währung zu zahlen seien, in der sie durchgeführt wurden, sei dies nun ausländisches Fiatgeld (wie der US-Dollar) oder eine Kryptowährung. Ausgenommen sind „Transaktionen mit an Börsen gehandelten Wertpapieren“ und der „Export von Gütern und Dienstleistungen“, sofern er von staatlichen Organisationen durchgeführt wird.

Auch möchte die Regierung offenbar gerne Digitalgeld einsammeln, aber nicht wieder zurückgeben. Steuererstattungen würden weiterhin in der Landeswährung Bolívar bezahlt werden, welche einer extremen Inflation ausgesetzt ist. Sie soll 2018 über eine Million Prozent betragen haben und laut Berechnungen des IWF dieses Jahr sogar zehn Millionen Prozent erreichen. Die Regierung sammelt also harte Währungen ein und gibt dem Volk quasi Spielgeld zurück.

Illegal und kontraproduktiv

Der Anwalt Luis Pérez Medina von der Blockchain-Beratungsfirma Innova Consultants hält das Dekret für kontraproduktiv, was die weitere Verbreitung von Kryptowährungen in Venezuela angeht. Wie er gegenüber der Nachrichtenseite Cripto Tendencias erklärte, sei besonders die hohe Volatilität der Coins problematisch, denn dadurch könnte die Steuerlast zusammen mit dem Preis stark ansteigen. Ohnehin verstoße die Anordnung gegen das Zentralbankgesetz und die Nationalverfassung, denen zufolge der Staat den Bolívar nicht als Zahlungsmittel für Steuern ablehnen dürfe.

Auch in den USA wird die Begleichung von Steuern durch Kryptowährungen erprobt. Der Bundesstaat Ohio nimmt seit November Zahlungen in Bitcoin (BTC) entgegen. Dabei handelt es sich allerdings anders als in Venezuela um eine freiwillige Option.

Was hältst Du von Venezuelas Vorstoß? Schreib uns Deine Gedanken dazu in die Kommentarspalte!

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