Lightning Network-Experte René Pickhardt im Interview: „Eine der coolsten Technologien, die ich je gesehen habe“

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Wir haben uns mit René Pickhardt unterhalten, einem führenden Experten für Bitcoins (BTC) Skalierungstechnologie Lightning Network (LN) und ehemaligen Spitzenkandidat für die Piratenpartei. Wir sprachen über die neusten Entwicklungen und Innovationen des LN, kommende Veranstaltungen und Renés Rolle als Entwickler und Vermittler der Technologie.

Coin Kurier: Wie würdest Du Deine Rolle in der LN-Community beschreiben? Eher als Entwickler oder eher als Vermitler?

René Pickhardt: Beides. Ich interessiere mich grundsätzlich stark für Bildung und ich wollte eigentlich helfen, das Protokoll zu verbessern. Als ich damit angefangen habe, habe ich bemerkt, dass es gerade superwenig Leute gibt, die das Protokoll verstehen und mithelfen zu entwickeln. Da ich mich eben auch für Bildung interessiere, hab ich angefangen, mehr und mehr Bildungsmaterialien zu erstellen und damit den Zugang zu erleichtern. Wenn man das White Paper liest, dann fehlen darin noch viele Sachen und wenn man die BOLTs liest [Erg. d. Redaktion: Spezifizierungen, „Basis of Lightning Technology], dann ist es schon wirklich sehr technisch. Und das sind mehr oder weniger die beiden Referenzdokumente, die wir haben.

Wenn ich aber umgekehrt nicht auch entwickeln würde, dann würde mir an vielen Stellen wahrscheinlich das Verständnis fehlen, um die Bildung zu machen. Von daher mache ich beides, wobei der Fokus ein bisschen mehr auf Bildung liegt.

Coin Kurier: Was hat Dich dazu gebracht, Dich mit dem LN zu beschäftigen?

René Pickhardt: 2013 habe ich angefangen, mich für Bitcoin zu interessieren. Ich hatte zwar schon 2010 davon gehört, aber es wurde mir so schlecht erklärt, dass ich es nicht ernst genommen habe. Mir wurde gesagt, Bitcoin sei eine Art „anderes PayPal“ und da hab ich mit gutem Grund gesagt, dass ich so etwas nicht brauche. Wenn die richtigen Argumente fehlen, schaut man eben nicht genauer nach.

2013 habe ich dann als wissenschaftlicher Mitarbeiter in einem ganz anderen Kontext davon gehört. Als Mathematiker habe ich mir gedacht: „Kryptographie ist echt harter Tobak, da kannst Du nicht mitmengen“, aber ich hätte es damals schon cool gefunden, irgendwie bei Bitcoin mitzumachen.

Ich habe mich aber aufgrund von Darknet-Erfahrungen und auch als wissenschaftlicher Mitarbeiter für die Skalierung von Web-Architekturen und grundsätzlich für Data Science-Probleme interessiert. Und dann kam ja die Skalierungsdebatte. Ich hatte Bitcoin aus der Ferne beobachtet und schon 2017 mitbekommen, dass es wohl dieses ominöse Lightning Netzwerk gibt. Und dann habe ich es mir irgendwann genauer angeschaut und gemerkt, dass es eine der coolsten Technologien ist, die ich meinem Leben je gesehen hab.

Irgendwann 2018 habe ich mich dann entschieden, mich selbstständig zu machen, und habe geschwankt zwischen dem LN und dem Bereich Data Science. Eigentlich hatte ich mich gegen Lightning entschieden, weil es mit einem hohen Risiko verbunden war und ich ja selbst noch alles lernen musste.

Dann gab es aber den Lightning Hackday in Berlin und da habe ich mich entschieden: „Weißt Du was, da liegt mein Herz. Es ist einfach so eine geile Technologie, da will ich mitmengen.“ Entsprechend bin ich seit Juni 2018 eigentlich ausschließlich im Bereich Lightning tätig.

Coin Kurier: Du betreibst ja auch noch eine Webseite über Data Science. Aber Dein Fokus liegt jetzt also auf Lightning?

René Pickhardt: Genau. Wobei es da auch eine interessante Verbindung gibt. Ich war auf den Bitcoin Tech Days und habe mich da mit Bob McElrath [Doktor der Physik und Krypto-Entwickler] unterhalten, der ja bei [der Investment-Firma] Fidelity arbeitet. Er hat angemerkt, dass es eine sehr gute Kombination sei, mit Data Science in den Bereich Lightning zu gehen, weil die meisten Leute, die gerade das LN entwickeln, Kryptographen sind.

Die können zwar die ganze Kryptographie und das ganze Bitcoin-Zeug richtig gut, aber im LN entstehen tatsächlich ziemlich viele Data Science-Probleme, z.B. Routing, wie baut man die Typologie von dem Netzwerk, warum macht man etwas so, wie man es macht. Das ist ziemlich spannend und da finde ich so langsam meinen Platz in der Community und kann etwas zum Protokoll beitragen. Ich habe z.B. im März mit dem JIT (Just-in-Time)-Routing eine Alternative zum Atomic-Multi-Path [AMP]-Routing vorgestellt.

Coin Kurier: Vergangene Woche hat ein starker Anstieg des Bitcoin-Preises für Aufsehen gesorgt. Wie relevant sind solche Entwicklungen für Dich?

René Pickhardt: Ich sage mal provokativ: Für mich verändert sich der Bitcoin-Preis nie. Für mich ist ein Bitcoin ein Bitcoin. Mir ist viel wichtiger, dass Bitcoin genutzt wird, ansonsten bleibt Bitcoin irgendwie wertlos. Da kommen wir wieder zum LN zurück. Ich glaube, ohne das LN werden wir Bitcoin nie wirklich benutzen.

Klar können wir es als Store of Value verwenden, als so eine Art Gold, aber nicht wirklich im Alltag. Im Whitepaper heißt es „Peer-to-Peer Electronic Cash System“ aber es wurde eben noch kein Cash System. Schon in der originalen Mailing-Liste, in der das Whitepaper veröffentlicht wurde, hat jemand auf das Skalierungsproblem hingewiesen. Und mit Lightning lösen wir das eben. Insofern ist das deutlich relevanter als eine Preisdiskussion.

Coin Kurier: Was ist das größte Missverständnis, das die Leute bezüglich des LN haben?

René Pickhardt: Ein häufiges Missverständnis besteht in der Annahme, dass das Routing-Problem prinzipiell unlösbar sei. Ich glaube, dass das nicht stimmt. Wir haben tatsächlich ein neuartiges Problem, weil wir keine vollständigen Informationen über den Graphen haben. Das LN ist mit sehr viel Privatsphäre gebaut und wir wissen immer nur, welche Kapazität in einem Kanal ist, aber nicht wie die Balance aussieht.

Wir beide können also einen Kanal haben, in dem ein Zehntel Bitcoin ist, aber außer uns weiß kein Mensch, wie viel auf meiner und wie viel auf Deiner Seite ist. Davon, wie viel auf den jeweiligen Seiten ist, hängt ab, in welche Richtung ich Bezahlungen weiterleiten oder routen kann. Wenn ich also einen Pfad finden will, muss ich mit dieser Unsicherheit leben. Das macht das Routing-Problem kompliziert, aber ich halte es prinzipiell nicht für unlösbar. Ich muss eben mit statistischen und probabilistischen Methoden da herangehen und da kommt wieder die Data Science ins Spiel.

Coin Kurier: Wie würdest Du die aktuelle Atmosphäre in der LN-Community beschreiben?

René Pickhardt: Nach meinem Gefühl ist sie ziemlich euphorisch, ja fast schon ungeduldig. Es ist ja eine häufige Kritik, dass es zu lange dauern würde, dass LN zu entwickeln. Jetzt ist es ja irgendwie da, es kann schon genutzt werden, aber ich denke, es fehlen echt noch viele Features bevor es richtig flüssig läuft.

Die meisten Features sind auch prinzipiell schon gelöst, aber es dauert Zeit, sie wirklich umzusetzen, zu implementieren. Man darf auch nicht unterschätzen, dass wirklich nur eine Handvoll Leute die Software täglich weiterentwickelt. Dafür, dass der Fokus von Institutionen auf das LN schon so groß ist, ist es eine echt kleine Menge an Menschen, die auch den finanziellen Spielraum haben, sich täglich damit zu befassen.

Coin Kurier: Es ist schon eine Art Insider-Witz, dass das LN immerzu „18 Monate entfernt“ sei. Wie lange wird es noch dauern, bis man das LN als ausgereift bezeichnen könnte?

René Pickhardt: Anderthalb Jahre. Nein, aber mal ganz ehrlich: Technologie ist quasi nie fertig. Natürlich hat Technologie irgendwann mal eine Verbreitung gefunden, sodass es schwierig wird, sie noch upzudaten. Beispielsweise das Internet: IPv4 [Internet Protocol Version 4] wird immer noch dominant verwendet, obwohl wir damit Probleme haben und irgendwie Sachen wie private Netzwerke und Network-Adress-Translation oben drauf bauen, weil es eben schwierig ist, auf IPv6 umzusteigen. Aber trotzdem ist IPv6 noch entwickelt worden und die Technologie geht immer weiter.

Ich glaube, dass es bei Lightning ähnlich sein wird und in diesem Sinne wird es noch zehn bis 20 Jahre weiterentwickelt werden, da bin ich mir sicher. Da ist es auch schwierig, einen besonderen Moment zu identifizieren. Das meine ich auch mit dieser Ungeduld. Die Leute wollen sagen können: „jetzt ist es da“. Aber selbst wenn mehr Dienstleiter das LN verwenden, dann heißt das überhaupt nicht, dass die Technologie schon gut und ausgereift ist. Ganz im Gegenteil.

Zum Beispiel das JIT-Routing, das ich kürzlich vorgeschlagen habe: Das Schöne ist, das kann ich relativ leicht implementieren und muss die anderen Knoten nicht zu einem Update zwingen. Es ist also sozusagen rückwärtskompatibel. Wäre aber gut, wenn die anderen updaten, denn je mehr Leute es unterstützen, desto erfolgreicher wird es sein.

Jetzt sind gerade alle euphorisch, laden ihre Nodes hoch und bauen schon Services drauf – vielleicht wollen die irgendwann nicht mehr updaten. Das wäre eben doof, nicht nur für JIT-Routing, sondern auch für viele andere Sachen. Deshalb sehe ich mich in guter Gesellschaft mit denjenigen Entwicklern, die zwar gerne sehen wollen, dass das LN verwendet wird, aber auch empfehlen, erstmal noch die Füße stillzuhalten.

Coin Kurier: Was wäre ein legitimer Kritikpunkt am LN?

René Pickhardt: Jede Technologie hat einfach ihre Schwächen. Jeder Mensch, der seine Augen davor verschließt, ist meiner Meinung nach nicht vertrauenswürdig. Das ist auch ein Problem in dieser ganzen Debatte. Die stärksten Kritiker von Lightning versuchen die größten Schwächen ihres eigenen Standpunktes auszublenden. Klar hat Lightning Schwächen. Die Tatsache, dass Lightning per se eine Hot Wallet-Technologie ist, liegt meiner Meinung nach prinzipiell in der Natur der Sache. De facto musst Du oder ein Watchtower-Service immer online sein, sodass man nicht so gut Cold Storage dranhängen kann.

Natürlich kann ich da sagen, dass wir noch früh dran sind und es gibt ja auch schon Leute, die an Lightning-Hardware Wallets arbeiten. Aber es ist schon ein anderes Sicherheitsmodell als Bitcoin und das ist eine valide Kritik. Das heißt nicht, dass Lightning per se unsicher wäre. Aber letztendlich wollen die Leute am Ende des Tages etwas auf ihren Windows-PCs machen. Und da wird es schon kritischer, weil Windows eben nicht so sicher ist.

Eine andere Kritik, die wenig benannt wird: Du kannst ziemlich leicht DDOS-Attacken gegen das LN fahren und es ziemlich gut vollspammen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir das noch sehen werden. Diese Spam-Attacken kannst Du sogar im Prinzip auch nutzen, um darüber die Bitcoin-Blockchain vollzuspammen. Das sind durchaus bekannte Attack-Vektoren. Dagegen müssen wir uns noch etwas ausdenken.

Coin Kurier: Was ist der bedeutendste Fortschritt des LN innerhalb der letzten Monate?

René Pickhardt: Das kann man auf Protokoll-Ebene oder auf Adaptions- und Service-Ebene beantworten. Im letzten Quartal sind schon ziemlich viele Dienstleistungen aufgetaucht, also Micro-Services, die anfangen, Lightning zu verwenden. Auch das Thema Exchanges kommt mehr und mehr hoch. Dass ich es z.B. unter bestimmten Umständen schaffe, Fiat-Geld gegen eine Lightning-Invoice zu tauschen und darüber dann eine Adaption für Lightning kreieren kann. Wir haben jetzt z.B. auch die Tatsache, dass Eclair als Mobile Wallet senden und empfangen kann. Das halte ich für ziemlich wichtig.

Auf Protokoll-Ebene würde ich JIT-Routing sagen, aber das wäre schon arrogant. Aber tatsächlich halte ich JIT-Routing für deutlich weniger kompliziert als AMP.

Coin Kurier: Glaubst Du, dass bei einem vollen Erfolg des Lightning Networks Bitcoin (BTC) überall auf der Welt zur Mainstream-Adaption gelangen wird?

René Pickhardt: Das ist wohl die Gretchenfrage. Eine Sache habe ich im letzten Jahr, als ich mich intensiver damit beschäftigt habe, verstanden: Den meisten Menschen ist Geld interessanterweise scheißegal: „Das klappt ja mit der Bank ganz gut“, „Dann hab ich eben den Euro oder so“. Interessanterweise freuen sich ja auch viele Leute in der Bitcoin-Community über so einen Custodial-Wallet-Service [bei dem Dienstleister Deine Private Keys verwalten]. Ich dachte auch am Anfang, als ich zum ersten Mal auf die Skalierungsdebatte stieß: „Naja, so eine Exchange oder Custodial-Bitcoin-Wallet ist auch eine Form der Skalierung.“ Ist es ja auch.

Und ich bin mir nicht sicher, wie groß das Bewusstsein in der gesamten Weltbevölkerung für „Trustless Money“, „Be your own Bank“, usw. ist. Es ist auch schwierig, seine eigene Bank zu sein. Das sind ganz prinzipielle Sachen, die einer Adaption meiner Meinung nach im Wege stehen. Da komme ich natürlich auch wieder auf Bildung zurück: Je mehr Leute wir aufklären, dass solche Sachen wichtig sind, desto höher wird die Chance, dass die Leute auch tatsächlich Wert darauf legen.

Das Schöne an Lightning und solchen Protokollen ist meiner Meinung nach Folgendes: Wenn jetzt jemand einen Custodial-Service baut und Du Dich entscheidest den zu verwenden, dann kann ich trotzdem meine eigene Node bauen lassen und kompatibel sein. Das hängt natürlich davon ab, wie dieser Service gebaut ist. Ich würde nur solche wählen, die BOLT11-Invoices unterstützen, sodass ich direkt Lightning-Zahlungen hin und herschicken kann. Dann kann jeder selbst entscheiden: Will ich sozusagen bei einer Bank sein oder nicht. Bei B-Cash [Bitcoin Cash (BCH)] gibt es ja auch Zahlungsverarbeitungsdienste wie z.B. BitPay. Man kann sich aber auch entscheiden, alles selbst zu machen. Ich glaube, wenn wir das auch bei Lightning hinbekommen, können wir es schon schaffen, dass eine Adaption stattfindet.

Coin Kurier: Werden bei einem Erfolg des LN alle anderen Kryptowährungen aus dem Markt verdrängt werden?

René Pickhardt: Also ich bin ein Entwickler und einer der Bildung macht, aber keiner, der in die Zukunft schauen kann. Ich kann bestenfalls in die Vergangenheit gucken und sagen: Im Internet gibt es per se den Drang zum „The Winner takes it all“-Prinzip. Wenn Du z.B. Suchmaschinen oder soziale Netzwerke anschaust, dann dominieren die größten Spieler schon sehr stark. Trotzdem können diese auch einfach ganz schnell verschwinden und es gibt Alternativen.

Auch bei Währungen: Die Nützlichkeit einer Währung ist ja dann gegeben, wenn viele Leute sie nutzen und sie überall verfügbar ist. Ich war letztens z.B. im Ausland, zwar noch nahe an der EU dran, aber mit meinem Euro konnte ich da nur begrenzt viel anfangen.

Da kann man sich schon fragen: „Warum haben wir als Menschen es eigentlich nicht geschafft, eine globale Währung zu bauen?“ Ich glaube, weil viele Leute einfach sagen: „Wir brauchen unser eigenes Ding!“ Aus den verschiedensten Gründen: Staaten wollen ihre Unabhängigkeit haben, bei Kryptowährungen wollen sich Menschen ganz banal daran bereichern, einen eigenen Coin herauszubringen, was auch immer. Ich glaube, das sind fast schon soziale oder gesellschaftliche Kämpfe, die wir da führen. Wir können eine Technologie im Prinzip nur anbieten und die Gesellschaft entscheiden lassen.

Coin Kurier: Bei der Bundestagswahl 2017 bist Du als einer der drei Spitzenkandidaten für die Piratenpartei angetreten. Wie wichtig ist Bitcoin bei der Piratenpartei?

René Pickhardt: Also ich weiß, dass die Piratenpartei schon relativ früh Bitcoin-Spenden angenommen hat und in dem Sinne erstmal dafür offen war. Soweit ich weiß, sind wir da in dieselben Probleme reingerannt wie viele andere, nämlich: „Wie verbuchen wir das jetzt eigentlich und können wir das überhaupt nach dem Parteiengesetz?“

Politisch-inhaltlich, muss ich ehrlich zugeben, ist die Piratenpartei ja sehr gebeutelt in letzter Zeit. Darüber ist auch viel Inaktivität in den einzelnen Themengruppen entstanden. Ich versuche da gerade in Bezug auf das Darknet-Gesetz Bewusstsein zu schaffen und vielleicht einen Widerstand hinzubekommen, ähnlich wie wir das bei „Save the Link“ und „Save the Internet“ von Julia Reda erlebt haben.

Ich sehe das Darknet-Gesetz als echtes Problem für das LN an. Ich bin mir sicher, dass wenn es in der jetzigen Form durchkommt, jeder Jurist sofort sagen wird, dass das LN quasi wie TOR anonymisiert. Und weil das LN wie TOR dermaßen anonym ist, fehlt mir quasi die Abstreitbarkeit. Ich weiß ja nicht, für wen ich gerade eine Zahlung geroutet habe oder nicht. Ich weiß nur, dass ich eine Zahlung geroutet habe. Das Onion-Routing führt dazu, dass ich in dem Moment, wo ich eine Lightning-Node wirklich betreibe, also nicht nur eine Wallet habe, im Prinzip für jeglichen Geldtransfer der stattfindet mit verantwortlich bin.

Da kann man sich jetzt fragen: Sollte das legal oder illegal sein? Da bin ich der Meinung: Mit einem Messer kann man Menschen umbringen, aber ich finde nicht, dass das Messer deswegen illegal sein sollte, denn in der Küche ist es doch sehr nützlich. So ähnlich sehe das bei Technologie. Nur weil die Technologie für moralisch fragwürdige Zwecke benutzt werden kann, sollte sie nicht in die Kriminalität gedrängt werden. Das ist ein fundamentales Prinzip, an das ich glaube und das sehen wahrscheinlich auch viele Piraten so. Aber ich bin aktuell nur ein einfaches Mitglied und kann dahr nicht für die Partei sprechen.

Coin Kurier: Welche Themen sind für Dich besonders wichtig?

René Pickhardt: Ich bin ein politisch aktiver Mensch. Ich bin z.B. dafür, dass freie Bildungsmaterialien der Standard werden. Schulen und Universitäten, die der Staat finanziert, und alles was dort erstellt wird, sollten für alle Bürgerinnen und Bürger frei zugänglich sein. In dem Kontext interessiere ich mich für Fragen des Urheberrechts. Und darüber hinaus Sachen wie Datenschutz und Verbraucherschutz. Da ist das LN eben auch ein Thema.

Coin Kurier: Was möchtest Du Lightning-Fans noch mit auf den Weg geben?

René Pickhardt: Ich freue mich darauf, dass im Juni der nächste Lightning Hackday stattfindet. Da plane ich auch, über Routing-Probleme zu sprechen. Ich hoffe, dass wieder viele Leute kommen, zumal es auch günstig ist: Nur fünf Euro oder fünf Dollar, wenn Du mit Lightning bezahlst, aber das können ja mittlerweile alle. Ansonsten habe ich auch auf meinem YouTube-Kanal viele Informationen über Lightning.

Coin Kurier: Vielen Dank für das Gespräch.

René Pickhardt: Gerne.

© Bild via YouTube: René Pickhardt

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