Ross Ulbricht: Petition will „Silk Road“-Gründer vor lebenslanger Haft retten

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Silk Road-Gründer Ross Ulbricht ist in Haft. Eine Petition will das nun ändern. | © Depositphotos
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Der ehemalige Betreiber des Dark-Web-Handelsplatzes Silk Road, Ross Ulbricht, bekommt Unterstützung durch eine neue Online-Petition. Diese soll ihn davor bewahren, den Rest seines Lebens im Gefängnis verbringen zu müssen. Silk Road hat als früher Anbieter von Bitcoin-Zahlungen einen großen Beitrag zur Verbreitung von Kryptowährungen geleistet.

Heute geben sich die meisten Unternehmen in der Krypto-Sphäre seriös und gesetzestreu. Doch das war nicht immer so: Anfang 2011 gründete der Amerikaner Ross Ulbricht die Silk Road, einen anonymen Darkweb-Handelsplatz für legale wie illegale Produkte – vor allem aber Drogen. Als einziges Zahlungsmittel war Bitcoin akzeptiert.

Man mag die Silk Road dafür verantwortlich machen, dass bis heute viele Menschen, die allenfalls etwas Halbwissen von der Materie haben, Bitcoin automatisch mit Kriminalität in Verbindung bringen. Andererseits wurde durch sie ein Anreiz geschaffen, die Digitalwährung zu kaufen und auch zu benutzen. Gerade zu diesem frühen Zeitpunkt ein unschätzbarer Beitrag zur Verbreitung von Bitcoin.

In den Augen des US-Staates spielten solche Erwägungen natürlich keine Rolle. Als das FBI Ende 2013 die Silk Road zerschlug, wurde auch Ulbricht festgenommen und 2015 schließlich zu einer Gefängnisstrafe von zwei mal lebenslänglich plus 40 Jahre ohne Chance auf Bewährung verurteilt.

Unterstützer haben den Kampf nicht aufgegeben

Der Protest gegen dieses harsche Urteil reißt nicht ab. Nicht nur Ulbrichts persönliches Umfeld, allen voran seine Mutter Lyn, setzt sich für einen Straferlass ein. Viele seiner Unterstützer teilen auch Ulbrichts Traum von wirklich freien Märkten oder fordern das Recht auf Drogenkonsum. So wird die Webseite freeross.org unter anderem von dem ehemaligen libertären Präsidentschaftskandidaten Garry Johnson und den Students for Liberty unterstützt.

Besagte Webseite hat nun in einer neue Petition auf Change.org Gnade für Ulbricht gefordert. Seine Strafe sei ein „Schock für das Gewissen“. Viele Mörder, Vergewaltiger oder Pädophile seien mit deutlich milderen Urteilen davongekommen. Der 34-jährige habe eine zweite Chance im Leben verdient. In unter einer Woche konnte die Petition über 8500 Unterstützer finden.

Nicht nur auf rein menschlicher Ebene ist das Anliegen der Unterzeichner nachvollziehbar. Auch politisch kann man den in den USA tobenden „War on Drugs“ als eine aktionistische Symbolpolitik kritisieren. Allzu oft werden einvernehmlich handelnde Menschen für opferlose Verbrechen unverhältnismäßig hart bestraft. Wie beim „War on Terror“ hat man einen Vorwand, die Kontrolle des Staates über seine Bürger auszubauen, während der schemenhafte Feind nie wirklich besiegt werden kann.

Vielleicht werden die USA wie bei der Alkohol-Prohibition in der Zwischenkriegszeit letztendlich einlenken und statt einem wirkungslosen Verbot den regulierten Konsum von Drogen gestatten. Cannabis-Legalisierungen in mehreren Bundesstaaten weisen schon in diese Richtung. Möglicherweise wird das öffentliche Bild des Ross Ulbricht in nicht allzu ferner Zukunft umgedeutet, vom Verbrecher zum Freiheitskämpfer.

Würdest du die Petition unterzeichnen? Gehen dir die Drogengesetzte zu weit oder sind sie durch den Schaden, den solche Substanzen anrichten können, gerechtfertigt? Schreibe uns deine Gedanken dazu in die Kommentarspalte!

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