SEC schmettert neun Bewerbungen für Bitcoin-ETFs ab

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Die SEC (United States Securities and Exchange Commission) lehnt neun ETF-Anträge ab. | © Depositphotos

Erneut wurden neun ETF-Bewerbungen von der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC abgelehnt. Es handelte sich dabei um Bewerbungen dreier Firmen, die Fonds für Bitcoin-Futures aufsetzen wollten. Kurseinstürze folgten prompt.

Die US-Börsenaufsichtsbehörde (SEC) hat am Mittwoch Abend neun Gesuche auf die Listung von ETFs (Exchange-Traded Funds) von insgesamt drei verschiedenen Bewerbern abgelehnt. ETFs werden als Brücke zur Erschließung industriellen Geldes für die Krypto-Sphäre angesehen. Gleichzeitig stehen diese zentral verwalteten Fonds aber auch gerade bei Bitcoin-Maximalisten stark in der Kritik.

Der Markt reagierte aprubt, nachdem die SEC ihre Entscheidung einen Tag vor dem ursprünglich angekündigten Entscheidungsdatum, dem 23 August, fällte. Der Bitcoin-Preis stürzte nach Bekanntgabe der Entscheidung um 3% ein und ließ auch in den Folgestunden noch einen weiteren Prozentpunkt auf der Strecke. Auch der Preis anderer Digitalwährungen brach daraufhin ein. Grund dafür ist wohl vor allem, dass viele Investoren ihre Stop-Losses in Satoshis setzen, wodurch ein Einbruch den Bitcoin-Preises auch den Großteil der Altcoins mit nach unten zieht.

Das Werben um die Listung von insgesamt neun ETFs ging von drei Firmen aus. Direxion und ProShares wollten mit fünf bzw. zwei ETFs an den Handelsplatz NYSE Arca und GraniteShares mit zwei ETFs an die Börse CBOE ziehen. Alle Bewerbungen wurden in drei separaten Schreiben abgeschmettert (hier, hier und hier).

Die Kommission nutzte in allen drei Fällen folgende Begründung für ihre Entscheidung:

„Die Kommission stimmt mit den vorgeschlagenen Gesetzesänderungen nicht überein. Denn, wie unten näher ausgeführt, die Exchange ist ihrer Beweispflicht, gemäß dem Exchange Akt und den Vorschriften der Kommission, nicht nachgekommen. Sie hat nicht demonstriert, dass ihr Vorschlag mit den Auflagen des Exchange Akts Abschnitt 6(b)(5) konform ist. Insbesondere die Anforderung, dass die Gesetze einer nationalen Wertpapierbörse entworfen werden, um betrügerische und manipulative Handlungen und Praktiken zu vermeiden.“

Dennoch hebt die SEC hervor, dass die Ablehnung des ETFs keiner Diskreditierung von Bitcoin, oder der Blockchain-Technologie als ganzer“ gleich kommt.

ETFs für Bitcoin-Futures

Zu bemerken ist außerdem, dass es sich bei den abgelehnten ETF-Bewerbungen um keine Fonds handelte, die eine große Anzahl an Bitcoins halten sollten, sondern lediglich um Anlaufstellen für Bitcoin Futures. Die Ablehnung sagt also nicht zwingend etwas über die Einstellung der SEC gegenüber Bitcoin-ETFs als solche aus.

Anfang August hat die SEC eine weitere Entscheidung über eine ETF-Bewerbung des Finanzdienstleisters SolidX und der Investment-Firma VanEck auf September verschoben. Dieser ETF sollte kein Fonds für Futures darstellen, weshalb die SEC wahrscheinlich um mehr Zeit für ihre Entscheidung gebeten hat.

Die Entscheidung der SEC kommt Wochen nachdem die Petition für eine Bewerbung um einen Bitcoin-ETF abgelehnt wurde, welche von den Winklevoss-Brüdern angestrengt wurde. Diese hatten bereits im März 2017 erfolglos bei der SEC angefragt, ob es Ihnen erlaubt wäre, einen Bitcoin-ETF zu starten.

Kritik an Bitcoin-ETFs

Bitcoin-ETFs sind ein zweischneidiges Schwert. Zum einen erfreuen sie sich großer Beliebtheit, da sie den Einstieg in die Krypto-Sphäre enorm erleichtern. Zum anderen aber widersprechen sie grundlegend dem Kerngedanken hinter der Blockchain-Technologie. Während Bitcoin die Möglichkeit schafft, dass jeder Nutzer mit seinen Private Keys zu jeder Zeit und an jedem Ort vollen Zugriff auf sein Geld hat, lagert man als Investor eines ETFs die Verantwortung und damit die Hoheit über das eigene Geld an Dritte aus.

Außerdem besäßen die Konstrukteure eines solchen ETFs unverhältnismäßig viel Macht. Denn sie hätten z.B. bei der Diskussion um eine Fork eine massive Stimmgewalt. Man stelle sich vor, ein solcher ETF hätte am 1. August 2017 entschieden, alle BTC gegen BCH einzutauschen – oder andersherum. Selbst wenn er untätig geblieben wäre und beide Coins nach der Fork behalten hätte, wäre das nicht ohne Folgen für den Rest des Ökosystems geblieben.

Gerade Investoren, die Bitcoin vornehmlich als interessante Investment-Anlage verstehen, begrüßen ETFs und ihre kurzfristige (wahrscheinlich positive) Wirkung auf den Bitcoin-Preis. Idealisten hingegen sperren sich gegen Einflussnahmen großer Finanzdienstleister in den Krypto-Markt.

Was hältst du von Bitcoin-ETFs und begrüßt du die Entscheidung der SEC? Schreib uns deine Meinung dazu in die Kommentarspalte!

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