So funktioniert der mit Bitcoins Lightning betriebene Smartie-Automat

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| © Fulmo.Lightning.com

Beim Lightning Hackday in Berlin steht alles im Zeichen des Lightning Networks. Von Code-Schreibern über Webseiten-Bastlern bis hin zu einfachen Interessenten findet sich hier alles zusammen, was Begeisterung für die Entwicklung des Second Layers übrig hat. Der Coin Kurier sprach mit dem Schweizer Tüftler David Knezic, der Lightning in einen Smartie-Automaten integriert hat.

Coin Kurier: Hallo David, wie funktioniert dein Smartie-Automat?

David Knezic: Der Automat wirft dann Smarties aus, wenn man ihn vorher mit Bitcoins gefüttert hat. Je mehr Satoshis man bereit ist zu zahlen, desto mehr Smarties fallen auch aus dem Auswurf. Den Automaten selber habe ich auf Amazon für – glaube ich – $15 erstanden. Er ist auch ziemlich leicht zu bedienen. Ich habe hier ein IPad, wo man eingeben muss, für wieviele Satoshis man Smarties kaufen möchte. Dann muss man mit der Mobile-Wallet nur noch einen QR-Code scannen, die Satoshis per Lightning abschicken und kann dann auch schon die Smarties in Empfang nehmen.

Coin Kurier: Wie hast du den Automaten Lightning-kompatibel bekommen?

David Knezic: Das war eine schwere Geburt. Der Automat war zwar schon vorher motorisiert. Ich musste aber alle Kabel durchtrennen und bis auf den Motor die ganze Elektronik entfernen. An deren Stelle habe ich dann ein Raspberry Pi Zero gesetzt. Darauf läuft eine Lightning Node, allerdings keine Full Node. Die Node ist mit einer Full Node verknüpft, die bei mir Zuhause angeschlossen ist. Ursprünglich konnte der Automat nur On-Chain-Transaktionen empfangen. Im Nachhinein habe ich die Node dann aber auch kompatibel mit Lightning gemacht.

Coin Kurier: Wie kamst du auf die Idee den Automaten zu bauen?

David Knezic: Ich habe das Gerät für einen Vortrag gebastelt, den ich in der Schweiz über Bitcoin gehalten habe. Ich wollte den Leuten zeigen, dass man offene Zahlungsmittel wie Bitcoin überall rein integrieren kann, ohne irgendjemanden um Erlaubnis dafür zu fragen. Außerdem wollte ich für den Vortrag etwas Greifbares zur Hand haben, das die Stimmung aufheitert. Meine Freundin hat mir zwischendurch vorgeschlagen, ich solle das Publikum auf ein T-Shirt mit Bitcoin-Logo vertrösten, aber ich bin froh, dass ich dran geblieben bin. Es hat sich gelohnt.

Coin Kurier: Ich esse zwischendurch mal einen Smartie

David Knezic: Na klar, nur zu.

Coin Kurier: Wie lange hast du an der Zusammensetzung der Maschiene gesessen?

David Knezic: Ich bin ein Software-Entwickler und kein Maschinenbauer. Daher musste ich viel tüfteln, habe viele falsche Teile besorgt und schlussendlich mithilfe einer ganzen Menge Tutorials etwa zwei Wochen gebraucht.

Coin Kurier: Hattest du eine Frist?

David Knezic: Ja, ich stand unter starkem Zeitdruck und habe den Automaten dann letztlich einen Tag vor der Präsentation fertigstellen können. Man könnte sagen ‘das war knapp’.

Coin Kurier: Wäre es nicht ein gutes Geschäftsmodell mehrere Bitcoin-betriebenen Süßigkeitenautomaten in Großstadtmetropolen aufzustellen?

David Knezic: Ich habe nicht die Absicht das Modell zu kommerzialisieren. Ich habe einfach nicht genügend Ressourcen das Produkt massenhaft zu produzieren und straßentauglich zu machen – die Idee ist aber nett. Tatsächlich habe ich auf Twitter Zuschriften von Leuten bekommen, die 100 Stück kaufen wollten. Ich habe Sie allerdings nur auf Instruktionen aus dem Netz verwiesen, mithilfe derer sie sich selbst eine solche Maschine zusammenstellen können.

Könnte man denn nicht wenigstens einen solchen straßentauglichen Automaten in Kreuzberg neben dem Room77 platzieren?

Ich mache mir im Moment Gedanken darüber, ob man nicht eine solche Maschine realisieren kann. Ob und wo ich sie aufstelle, weiß ich aber noch nicht.

Die Bitcoin-Gemeinde würde es sich zumindest wünschen. Danke für das Gespräch und viel Erfolg beim Tüfteln.

Vielen Dank!

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Endlich eine Anwendung für die reale Welt! Hast du Ideen, wo man Bitcoins Lightning sonst noch implementieren könnte? Schreib uns deine Gedanken dazu in die Kommentarspalte!

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