Sachsen: Polizei stoppt jahrelangen Elektrizitätsraub für Bitcoin (BTC)-Mining

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Schon seit Anfang 2017 wurden offenbar in Sachsen Kryptowährungen mit gestohlenem Strom geschürft. Die Polizei betätigte nun den Ausschalter. Der entstandene Schaden wird auf über 220.000 Euro geschätzt.

Deutschland gilt eigentlich nicht als Standort für Krypto-Mining. Die Strompreise sind hierzulande zu hoch. Das Schürfen digitaler Münzen wäre daher ein Verlustgeschäft. Vorausgesetzt, man zahlt für den verbrauchten Strom.

Im sächsischen Vogtland wurde dagegen offenbar über Jahre hinweg illegal das öffentliche Stromnetz angezapft, um kostenlos Mining zu betreiben. Allerdings hat es sich für die engagierten Krypto-Nutzer nun ausgeschürft. Die Polizei machte dem Spuk nämlich ein Ende, wie der Medienservice Sachsen am Mittwoch berichtete.

Großeinsatz der Polizei mit drei Verhaftungen

Demnach durchsuchte am Dienstag ein Großaufgebot von Polizeibeamten, Staatsanwälten und Steuerfahndern insgesamt acht Objekte im Landkreis Zwickau und im Vogtland. Dabei waren alles in allem 121 Personen im Einsatz.

Es wurden sechs Verdächtige ausgemacht, fünf Männer und eine Frau. Drei Personen wurden vorläufig festgenommen. Die Verdächtigen sollen schon seit Anfang 2017 mit gestohlenem Strom geschürft und dabei einen Schaden von über 220.000 Euro verursacht haben.

In der ursprünglichen Mitteilung war davon die Rede, dass die Miner „ungefähr soviel Energie wie 30 normale Haushalte“ verbraucht hätten. Heise.de erfuhr dagegen von der Staatsanwaltschaft Zwickau, dass 2017 und 2018 jährlich 390.500 kWh illegal entnommen worden seien. Laut Stromspiegel 2017 verbrauche ein Vier-Personen-Haushalt jährlich 3000 bis 3400 kWh. Demzufolge hätte der gestohlene Strom sogar für über 100 Haushalte gereicht.

Offenbar Bitcoin, Ethereum und Dash geschürft

Die Polizei stellte in der Stadt Klingenthal 49 Rechner sicher. 30 davon seien „spezielle Mining-Computer“ gewesen, „die nur für das Schürfen von Kryptowährungen hergestellt werden“, so der Medienservice Sachsen. Die Rede ist natürlich von ASIC-Minern. Zudem fand man noch 80 Grafikkarten und eine spezielle Vorrichtung, mit welcher der Stromzähler umgangen wurde.

Wie die Staatsanwaltschaft gegenüber Heise.de bekannt gab, wurde mit der Anlage Bitcoin (BTC) geschürft. Es gäbe aber auch Hinweise auf Ethereum (ETH)- und Dash-Mining.

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Bildquelle: Staatsanwaltschaft Sachsen

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