Swift-Ledger, Privacy Coins und Quantenrisiken prägen den Kryptomarkt

Autor: Coinkurier Redaktion

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Kategorie: Nachrichten

Zusammenfassung: Der Kryptomarkt entwickelt Infrastruktur für tokenisierte Zahlungen, patentierte Mining-Technologien und institutionelle Anwendungen, während Privacy Coins stark wachsen und gezielte Vertraulichkeit ermöglichen.

Stablecoins, Privacy Coins, Quantenrisiken und neue Bitcoin-Technologien prägen den aktuellen Kryptomarkt. Der Pressespiegel zeigt, wie Banken ihre Infrastruktur für tokenisierte Zahlungen ausbauen, Unternehmen geistiges Eigentum im Mining monetarisieren wollen und Blockchain-Anwendungen zunehmend im Alltag ankommen.

Swift-Ledger: Banken benötigen laut Taurus zusätzliche Infrastruktur

Das neue blockchainbasierte Ledger von Swift könnte laut Lamine Brahimi, Mitgründer und geschäftsführender Partner von Taurus, für Live-Zahlungen bereit sein. Banken benötigen jedoch weiterhin eigene Systeme für digitale Vermögenswerte, bevor sie sich anschließen können, berichtet CoinDesk.

Nach Angaben von Brahimi sind dafür drei technische Ebenen erforderlich: ein eigenes permissioned Ledger, das mit dem Swift-Ledger interagiert, Wallet-Funktionalitäten sowie Tokenisierungs- und Smart-Contract-Funktionen. Diese Infrastruktur soll es Banken ermöglichen, die Smart Contracts von Swift zu integrieren.

„Wenn Sie sich heute mit dem Swift-Ledger verbinden möchten, benötigen Sie drei Dinge“, sagte Lamine Brahimi laut CoinDesk. „Sie benötigen Ihr eigenes permissioned Ledger, das mit dem von Swift interagiert, Sie benötigen Wallet-Funktionalitäten und Sie benötigen außerdem Tokenisierungs- und Smart-Contract-Funktionalitäten, um die Swift-Smart-Contracts integrieren zu können.“

Das Swift-Ledger ersetzt den Angaben zufolge weder die internen Banksysteme noch bestehende Abwicklungsvereinbarungen. Es fungiert vielmehr als Orchestrierungsschicht, über die tokenisierte Einlagen rund um die Uhr grenzüberschreitend bewegt werden können, während die endgültige Abwicklung weiterhin über bestehende Vereinbarungen erfolgt.

Swift erklärte im Juli, dass sich 17 Banken auf Live-Transaktionen mit tokenisierten Einlagen vorbereiteten. HSBC und Standard Chartered führten im August die erste Live-Interbanken-Transaktion über das Ledger durch. DBS und Citi wickelten später am Wochenende eine grenzüberschreitende Dollar-Transaktion innerhalb von Minuten ab, statt bis zu zwei Werktagen zu benötigen.

Taurus kündigte seine Swift-Integration im August an. Das Unternehmen stellt die drei erforderlichen Ebenen nach eigenen Angaben über eine einzige Plattform bereit: ein permissioned Ledger, Wallet-Management-Tools sowie Tokenisierungs- und Smart-Contract-Software.

Infobox: Das Swift-Ledger soll tokenisierte Einlagen rund um die Uhr grenzüberschreitend bewegen. Für die Anbindung benötigen Banken laut Taurus ein permissioned Ledger, Wallet-Funktionen sowie Tokenisierungs- und Smart-Contract-Technologie.

Quantum Blockchain erhält US-Patent für Bitcoin-Mining-Technologie

Das US Patent and Trademark Office hat Quantum Blockchain Technologies PLC ein Patent für die Technologie „Application-Specific Integrated Circuit Ultra Boost“ erteilt. Das berichtet MarketScreener Deutschland in einer von Alliance News veröffentlichten Zusammenfassung von Unternehmensmitteilungen.

Das entsprechende EU-Patent wird vom Europäischen Patentamt weiterhin geprüft. Quantum Blockchain teilte mit, nun die Monetarisierung der Technologie und seines umfassenderen Patentportfolios durch Lizenzvergaben sowie weitere kommerzielle Vereinbarungen mit ASIC-Herstellern voranzutreiben.

Nach Angaben des Unternehmens ermöglicht die Technologie messbare Einsparungen bei der Siliziumfläche innerhalb des SHA-256-Nachrichtenplaners. Dieser bildet den Angaben zufolge das Herzstück jedes Bitcoin-Mining-ASICs.

„Die Erteilung dieses US-Patents macht ASIC Ultra Boost zu einem durchsetzbaren geistigen Eigentumsrecht“, sagte Verwaltungsratspräsident und CEO Francesco Gardin laut MarketScreener Deutschland.

Gardin erklärte weiter, der Fokus liege nun darauf, den Vermögenswert durch den Austausch mit der Branche in Wert für die Aktionäre umzuwandeln. Das Unternehmen will die patentierte Technologie damit in kommerzielle Vereinbarungen mit Herstellern von ASIC-Hardware überführen.

Infobox: Quantum Blockchain verfügt nun über ein US-Patent für ASIC Ultra Boost. Das EU-Patent befindet sich weiterhin in Prüfung; als nächste Schritte nennt das Unternehmen Lizenzvergaben und andere kommerzielle Vereinbarungen.

Albion Crown VCT meldet niedrigeren Nettoinventarwert

Der Nettoinventarwert je Aktie von Albion Crown VCT PLC ist zum 30. Juni auf 29,29 Pence gesunken. Ein Jahr zuvor hatte der Wert bei 30,33 Pence gelegen, berichtet MarketScreener Deutschland unter Berufung auf Alliance News.

Im Geschäftsjahr zum 30. Juni zahlte das Unternehmen insgesamt 1,51 Pence Dividende. Im Jahr 2025 waren es 1,59 Pence. Für das Geschäftsjahr 2027 wurde eine erste Dividende von 0,73 Pence beschlossen.

Albion Crown VCT investiert in kleinere, nicht börsennotierte Wachstumsunternehmen. Trotz des laut Unternehmen „schwierigen makroökonomischen Umfelds“ zeigte sich Albion für das laufende Geschäftsjahr weiterhin zuversichtlich.

KennzahlWert
Nettoinventarwert je Aktie zum 30. Juni29,29 Pence
Nettoinventarwert je Aktie ein Jahr zuvor30,33 Pence
Dividende im Geschäftsjahr1,51 Pence
Dividende im Jahr 20251,59 Pence
Erste Dividende für das Geschäftsjahr 20270,73 Pence

Infobox: Der Nettoinventarwert je Aktie fiel auf 29,29 Pence. Die Dividende für das Geschäftsjahr lag bei 1,51 Pence; für das Geschäftsjahr 2027 wurde eine erste Dividende von 0,73 Pence beschlossen.

Privacy Coins rücken als mögliche Verbindung zwischen Krypto und Institutionen in den Mittelpunkt

Öffentliche Blockchains machen Salden, Transaktionen und Gegenparteien dauerhaft sichtbar. Das Crypto Valley Journal beschreibt diese Transparenz als Vorteil für die Überprüfbarkeit, zugleich aber als Hindernis für Unternehmen und Fonds, die ihre Lohnlisten, Positionen oder Handelsaktivitäten nicht öffentlich machen wollen.

Privacy Coins sollen diese Lücke mit kryptografischen Verfahren schließen. Zero-Knowledge-Beweise ermöglichen es laut dem Beitrag, die Gültigkeit einer Transaktion zu bestätigen, ohne Absender, Empfänger oder den bewegten Betrag offenzulegen.

Der Markt für Privacy Coins habe sich innerhalb eines Jahres fast verfünffacht, von 6.2 Mrd. USD auf heute rund 30 Mrd. USD. Über drei Jahre liege die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate bei 111%. Der Sektor sei zudem der einzige, der über seinem Höchststand vom Oktober 2025 notiere, und liege 216% darüber.

AngabeWert
Marktkapitalisierung der Privacy Coins vor einem Jahr6.2 Mrd. USD
Marktkapitalisierung der Privacy Coins heuterund 30 Mrd. USD
Durchschnittliche jährliche Wachstumsrate über drei Jahre111%
Abstand zum Höchststand vom Oktober 2025216%
Marktkapitalisierung von Zcashrund 20 Mrd. USD
Marktkapitalisierung des Krypto-Markts ohne Stablecoins und Privacy Coinsrund 2.4 Bio. USD

Zcash wird im Beitrag als größtes auf Privatsphäre ausgerichtetes Netzwerk bezeichnet und komme inzwischen auf eine Marktkapitalisierung von rund 20 Mrd. USD. Das seien etwa 400% mehr als beim Höchststand von 4 Mrd. USD im Jahr 2021.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Schutz institutioneller Orderflüsse. Zwischen 2022 und 2025 seien über Maximal Extractable Value rund 1.7 Mrd. USD abgeflossen. Im traditionellen Markt wickelten Dark Pools und außerbörsliche Handelsplätze zusammen über 40% des US-Aktienhandels ab; 2025 hätten sie sogar die Marke von 50% überschritten.

Als Beispiel für kontrollierte Offenlegung nennt der Beitrag das Canton Network. Goldman Sachs betreibe dort seine Digital Asset Platform, J.P. Morgan bringe seinen Deposit-Token JPMD nativ auf das Netzwerk, und die DTCC tokenisiere US-Staatsanleihen auf Canton. Über 30 der weltweit größten Finanzinstitute bauten demnach auf Canton oder unterstützten das Netzwerk. Monatlich würden tokenisierte Assets im Wert von über 8 Bio. USD verarbeitet.

Auch für Privatpersonen sei Privatsphäre relevant. Zcash sichere mit Shielded Pools inzwischen rund 7 Mrd. USD an Kapital privat ab. Beträge, Absender und Empfänger würden dabei kryptografisch verborgen, während die Gültigkeit der Transaktion weiterhin geprüft werden könne.

Das Crypto Valley Journal verweist außerdem auf Daten zur illegalen Nutzung. Illegale Aktivitäten machten weniger als 1% des gesamten Krypto-Transaktionsvolumens aus. Von diesem illegalen Volumen entfielen rund 84% auf Stablecoins und nicht auf Privacy Coins.

Als weitere Entwicklung nennt der Beitrag die Integration von Privatsphäre in große Blockchains. Die Ethereum-Roadmap für 2026 stelle Privatsphäre ins Zentrum und sehe ein eigenes Team für institutionelle Privatsphäre vor. Solana arbeite mit Confidential Balances an ZK-Token-Erweiterungen, die Transferbeträge verschlüsseln und für Compliance einen optionalen Auditor-Key bewahren.

Für das traditionelle Finanzwesen nennt der Beitrag Offshore-Vermögen als Vergleichsgröße. In Offshore-Strukturen wie Schweizer Trusts und Cayman-Fonds lägen schätzungsweise 11 Bio. USD an Vermögen; nach breiteren grenzüberschreitenden Messgrößen seien es bis zu 16 Bio. USD.

Infobox: Privacy Coins sollen vertrauliche Transaktionen mit Prüfbarkeit verbinden. Der Beitrag nennt rund 30 Mrd. USD Marktkapitalisierung für den Sektor, über 8 Bio. USD monatlich verarbeitete tokenisierte Assets im Canton Network und 11 Bio. USD bis 16 Bio. USD als Vergleichsgröße für Offshore-Vermögen.

Europol warnt vor exponierten Krypto-Wallets im Zeitalter des Quantencomputings

Europol sieht nicht die Blockchain selbst, sondern Krypto-Wallets als primären Angriffspunkt für künftige Quantencomputer. Die EU-Strafverfolgungsbehörde forderte Entwickler, Börsen und Nutzer laut CoinDesk zu einem schrittweisen Übergang auf postquantensichere Technologien auf.

Quantencomputer, die solche Angriffe ausführen könnten, existieren bislang nicht. Europol gab laut Bericht auch keine Prognose ab, wann dies der Fall sein wird, erklärte jedoch, dass „proaktive Anpassung statt systemischer Zusammenbruch das wahrscheinlichste Ergebnis“ sei.

„Kryptowährungen werden nicht aufgrund von Quantencomputing zusammenbrechen“, erklärte Europol laut CoinDesk.

Die Behörde unterscheidet zwischen den Hash-Funktionen, die zur Sicherung der Blockchain-Historie beitragen, und der Public-Key-Kryptografie, die zur Kontrolle von Wallets verwendet wird. Letztere könnte gefährdet sein, wenn ein ausreichend leistungsfähiger Quantencomputer einen privaten Schlüssel aus einem öffentlichen Schlüssel ableiten kann.

Etwa 6,9 Millionen Bitcoin würden an Adressen mit exponierten öffentlichen Schlüsseln gehalten. Dazu gehörten frühe und lange ruhende Wallets sowie Adressen aus der sogenannten Satoshi-Ära, deren öffentliche Schlüssel bereits onchain sichtbar geworden seien.

Europol forderte Wallet-Upgrades, postquantenkryptografische Verfahren und die Koordination zwischen Entwicklern, Minern, Börsen und Nutzern. Die zentrale Herausforderung bestehe nicht nur darin, eine Ersatz-Kryptografie zu finden, sondern ein globales und dezentrales Netzwerk zu deren Übernahme zu bewegen.

Eine Studie aus dem Jahr 2024 schätze, dass die Umwandlung jeder ungenutzten Bitcoin-Transaktionsausgabe, auch UTXO genannt, in ein quantensicheres Format mindestens 76 Tage kumulativen Blockplatz erfordern würde. Wenn 25% jedes Blocks für die Migration reserviert würden, verlängere sich der Prozess auf etwa 300 Tage.

Neue postquantenkryptografische Signaturschemata könnten 10 bis 120 Mal größer sein als die derzeitigen ECDSA-Signaturen von Bitcoin. Der ECDSA ist laut Bericht der kryptografische Mechanismus, der den Besitz von Bitcoin nachweist und die Übertragung von Mitteln autorisiert.

AngabeWert
Bitcoin an Adressen mit exponierten öffentlichen SchlüsselnEtwa 6,9 Millionen Bitcoin
Geschätzter kumulativer Blockplatz für eine vollständige UTXO-MigrationMindestens 76 Tage
Geschätzte Dauer bei Reservierung von 25% jedes BlocksEtwa 300 Tage
Größe neuer postquantenkryptografischer Signaturen im Vergleich zu ECDSA10 bis 120 Mal größer

Infobox: Europol sieht exponierte öffentliche Schlüssel als künftiges Risiko für Wallets. Die Behörde empfiehlt einen schrittweisen Übergang zu postquantensicheren Verfahren; eine Migration könnte bei vollständiger Umstellung mindestens 76 Tage kumulativen Blockplatz erfordern.

OKX will Stablecoin-Guthaben in den Verbraucheralltag integrieren

OKX arbeitet laut CoinDesk daran, Blockchain-Mechanismen für Verbraucher stärker zu abstrahieren. Ziel ist eine Anwendung, in der Nutzer Dollar-Stablecoins speichern, Erträge erzielen und ausgeben können, ohne die technischen Abläufe der zugrunde liegenden Blockchain selbst bedienen zu müssen.

Der Ansatz soll Stablecoin-Guthaben näher an alltägliche Finanzanwendungen bringen. Im Mittelpunkt steht damit nicht die direkte Interaktion mit Blockchain-Infrastruktur, sondern eine vereinfachte Nutzung über eine gemeinsame Anwendung.

Der Titel des CoinDesk-Beitrags nennt für OKX Money die Möglichkeit, zu sparen, einen Ertrag von 10% zu erzielen und Dollar-Stablecoins in einer App auszugeben.

Infobox: OKX will Stablecoin-Funktionen in einer Anwendung bündeln. Genannt werden Sparen, ein Ertrag von 10% sowie das Ausgeben von Dollar-Stablecoins.

Einschätzung der Redaktion

Die Entwicklungen zeigen eine klare Professionalisierung digitaler Vermögenswerte: Institutionelle Nutzung hängt zunehmend von zusätzlicher Infrastruktur, kontrollierter Privatsphäre und regulatorisch belastbarer Sicherheit ab. Gleichzeitig verdeutlichen Quantenrisiken und neue Verbraucherangebote, dass technologische Zukunftsfähigkeit ebenso entscheidend ist wie einfache Bedienbarkeit. Der nachhaltige Erfolg wird daher weniger von einzelnen Kursbewegungen als von interoperablen, sicheren und unsichtbar integrierten Anwendungen abhängen.

Zusammenfassung: Der Markt bewegt sich von experimentellen Einzelanwendungen hin zu institutionell nutzbaren und alltagstauglichen Finanzsystemen. Infrastruktur, Datenschutz und Sicherheit werden dabei zu den entscheidenden Wettbewerbsfaktoren.

Quellen: