TELEPUZ, BounceBit und Riot: Cyberrisiken und Blockchain-Weichenstellungen

Autor: Coinkurier Redaktion

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Kategorie: Nachrichten

Zusammenfassung: Der Pressespiegel beleuchtet Blockchain-Missbrauch für Cyberangriffe, BounceBits Neustart nach einem Exploit und Riots KI-Expansion trotz hoher Verluste.

Der aktuelle Pressespiegel zeigt die wachsenden Risiken und Chancen rund um Blockchain und Kryptowährungen: Während die TELEPUZ-Kampagne Blockchain-Infrastruktur für Cyberangriffe missbraucht, reagiert BounceBit nach einem Protokoll-Exploit mit der Abschaltung seiner Chain und einer Token-Migration. Gleichzeitig setzt Riot Platforms trotz hoher Verluste auf milliardenschwere KI-Rechenzentren – und erhält dafür deutlich höhere Kursziele von Analysten.

TELEPUZ-Kampagne: Malware kombiniert WordPress, ClickFix und Blockchain-Infrastruktur

Die von Sicherheitsanalysten identifizierte TELEPUZ-Kampagne verbindet laut Börse Express die Kompromittierung von WordPress-Seiten mit Social Engineering, der ClickFix-Methode und Blockchain-Infrastruktur. Ziel der Angreifer ist es, Systeme mit einer mehrstufigen Malware zu infizieren, sensible Informationen zu stehlen und eine dauerhafte Präsenz auf den betroffenen Geräten aufzubauen.

Als Ausgangspunkt dienen manipulierte WordPress-Websites. Besucher werden dort durch Täuschung dazu gebracht, schädliche Befehle auszuführen oder präparierte Dateien herunterzuladen. Die Angreifer nutzen dabei die sogenannte ClickFix-Methode, die Sicherheitsanalysten als Bestandteil der Infektionskette identifiziert haben.

Besonders auffällig ist die Verwendung von Polygon Smart Contracts in der Angriffs-Infrastruktur. Teile der Kommunikation oder der Befehlskette sollen dadurch dezentralisiert werden. Weil die Steuerungsmechanismen in einer öffentlichen Blockchain verankert sind, wird die Nachverfolgung und Abschaltung der bösartigen Infrastruktur durch herkömmliche Sicherheitslösungen erschwert.

Nach der ersten Infektionsstufe setzt die Malware verschiedene Anti-Analyse-Techniken ein. Dazu gehören das Patching des Anti-Malware Scan Interface (AMSI) und des Event Tracing for Windows (ETW), wodurch die Entdeckung durch Antiviren-Software und Monitoring-Tools verhindert werden soll.

Zusätzlich kommt NTDLL-Remapping zum Einsatz. Diese Technik ermöglicht es der Malware, Überwachungsmechanismen zu umgehen, die sich in die Standard-Systembibliotheken einhängen. Nach Darstellung von Börse Express soll die Kombination dieser Verfahren einen unbemerkten Betrieb und langfristige Persistenz ermöglichen.

Die finale Payload konzentriert sich auf Webbrowser und sucht insbesondere nach gespeicherten Zugangsdaten, Cookies und Browser-Verläufen. Darüber hinaus durchsucht die Malware infizierte Systeme gezielt nach Krypto-Wallets, um deren Inhalte zu entwenden.

Zusammenfassung: Börse Express beschreibt TELEPUZ als eine hochgradig spezialisierte Cyber-Kampagne, die Blockchain-Technologie zur Erschwerung der Abschaltung mit ausgefeilten Techniken zur Verschleierung und zum Datendiebstahl verbindet.

BounceBit beendet Blockchain nach Angriff und verschiebt 286,5 Millionen BB

Ein Angreifer hat laut BeInCrypto 286,5 Millionen BB von neun BounceBit-Mainnet-Konten transferiert. BounceBit will seine Layer-1-Blockchain dauerhaft abschalten und den BB-Token als BEP-20-Asset auf der BNB Chain neu herausgeben.

Das Team erklärte, dass weder private Schlüssel noch Wallets oder Hardware-Geräte vom Angreifer kompromittiert worden seien. Die unberechtigten Transfers seien durch eine Schwachstelle auf Protokoll-Ebene möglich geworden.

Die BounceBit Chain basierte auf dem Evmos-Stack. Dieser ermöglicht Smart Contracts den direkten Zugriff auf netzwerkeigene Module, darunter ein Modul zur Verwaltung von Vesting- und Lockup-Konten.

Ein Funder-Konto sollte erst nach einer Autorisierung für einen Transfer belastet werden. Im Ablauf des Smart Contracts wurde diese Bindung jedoch umgangen, während eine zweite Berechtigungsprüfung für das falsche Konto erfolgte. Dadurch konnte der Angreifer jedes beliebige Konto als Zahlungsquelle festlegen, ohne dass der jeweilige Halter zugestimmt hatte.

Der Angreifer führte am 19. und 20. August 14 Transaktionen innerhalb von 4 Stunden und 52 Minuten durch. Dafür wurden zwei Konten und 15 Einweg-Verträge verwendet. Die Blockproduktion endete bei Höhe 20.702.857, etwa 42 Minuten nach dem letzten Transfer.

Nach Angaben von BounceBit wäre ein Umzug des Forks auf eine Nachfolger-Codebasis kein gewöhnliches Upgrade. Er würde einen vollständigen Neuaufbau sowie eine erneute Prüfung und Validierung erfordern. Inzwischen wurde auch Evmos selbst eingestellt.

„Wichtig ist, dass BounceBit CeDeFi Strategy, Promo Vaults, Prime und RWA-Produkte nicht betroffen sind”, heißt es im Beitrag.

Für die Neuausgabe sollen die Guthaben ab Block 20.697.260 berücksichtigt werden. Die während des Vorfalls verschobenen BB-Token sollen auf dem neuen Token nicht existieren. Transfers, die innerhalb eines Zeitraums von 5 Stunden und 34 Minuten erfolgten, werden zurückgesetzt: Käufer verlieren die gekauften Token wieder, während Verkäufer ihre gesendeten BB zurückerhalten.

Auch gestakte und im Unstaking befindliche Guthaben werden im Snapshot berücksichtigt. Die neu emittierten Token sollen automatisch den entsprechenden BNB-Chain-Adressen gutgeschrieben werden; eine Anspruchsseite ist nicht vorgesehen.

BB wurde am Samstag bei etwa 0,0111 USD gehandelt, was laut BeInCrypto Markets einem Plus von 16% innerhalb von 24 Stunden entsprach. Am 20. August erreichte der Token ein Rekordtief von 0,0079 USD, etwa 31% unter dem Stand vor dem Angriff.

AngabeWert
Verschobene BB286,5 Millionen
Betroffene Mainnet-Kontenneun
Transaktionen14
Zeitraum der Transaktionen4 Stunden und 52 Minuten
Blockhöhe am Ende der Blockproduktion20.702.857
Snapshot-Block20.697.260
BB-Kurs am Samstag0,0111 USD
Rekordtief am 20. August0,0079 USD

Zusammenfassung: BounceBit reagiert auf einen Protokoll-Exploit mit der dauerhaften Abschaltung seiner Layer-1-Blockchain. BB soll auf der BNB Chain neu ausgegeben werden, wobei der Snapshot bei Block 20.697.260 als Grundlage dient.

Riot Platforms: Analysten erhöhen Kursziele trotz Kursverlust

Die Aktie von Riot Platforms verlor laut Kapitalmarktexperten am Freitag 5,3 Prozent und schloss bei 17,04 Euro. Gleichzeitig erhöhten Morgan Stanley und JPMorgan in der vergangenen Woche ihre Kursziele für den Bitcoin-Miner.

Morgan Stanley hob sein Kursziel am vergangenen Sonntag von 36 auf 43 US-Dollar an. Einen Tag später erhöhte JPMorgan das Ziel von 20 auf 22 US-Dollar.

Die positive Einschätzung der Analysten steht vor allem mit der strategischen Neuausrichtung von Riot Platforms in Richtung Künstliche Intelligenz in Verbindung. Der jüngste Tagesverlust wurde laut Medienberichten nicht durch einen spezifischen unternehmenseigenen Auslöser verursacht, sondern durch eine schwache Sektordynamik bei Krypto-Minern und eine rückläufige Mining-Difficulty belastet.

Seit Jahresbeginn liegt die Aktie trotz des jüngsten Rückgangs noch mit 51 Prozent im Plus. Zugleich zeigt sich laut Kapitalmarktexperten eine zunehmende Abhängigkeit von der allgemeinen Stimmung im Kryptosektor und bei Tech-Optionen.

Riot Platforms schloss einen 20-jährigen Mietvertrag über 191 Megawatt (MW) Rechenzentrumskapazität mit dem KI-Labor Anthropic. Der Vertrag für den Standort Rockdale in Texas soll über die Grundlaufzeit einen Umsatz von 9,1 Milliarden US-Dollar generieren.

Bei Ausübung der vorhandenen Verlängerungsoptionen könnte das Gesamtvolumen laut Unternehmensangaben auf bis zu 16,1 Milliarden US-Dollar steigen. Zusammen mit bestehenden Verträgen, etwa mit AMD, verfügt Riot über eine vertraglich gesicherte KI-Rechenkapazität von 241 MW. Daraus ergibt sich ein langfristiges Umsatzpotenzial von rund 9,8 Milliarden US-Dollar.

Für den Ausbau der IT-Infrastruktur in Rockdale erhielt Riot Platforms zudem eine Kreditfazilität in Höhe von 573 Millionen US-Dollar bei Morgan Stanley. Das Darlehen läuft bis zum 31. Dezember 2026 und soll Projektkosten sowie Ausrüstung mit langen Vorlaufzeiten finanzieren.

Die Quartalszahlen des zweiten Quartals fielen gemischt aus. Riot meldete einen Umsatz von 174,2 Millionen US-Dollar, 14 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig weitete sich der Nettoverlust auf 237,17 Millionen US-Dollar aus.

Der Verlust pro Aktie lag bei 0,68 US-Dollar und verfehlte damit die Konsensschätzungen von 0,39 US-Dollar Minus. Die Bitcoin-Produktion stieg dagegen auf 1.587 BTC, verglichen mit 1.426 BTC im Vorjahreszeitraum.

Die Liquiditätsposition belief sich auf 1,2 Milliarden US-Dollar. Davon entfielen 548,9 Millionen US-Dollar auf Barmittel und 11.380 BTC auf Bitcoin-Bestände. Der Titel notiert aktuell etwa 13 Prozent unter seinem gleitenden Durchschnitt der letzten 50 Tage.

KennzahlWert
Kursverlust am Freitag5,3 Prozent
Schlusskurs17,04 Euro
Kursziel Morgan Stanley43 US-Dollar
Kursziel JPMorgan22 US-Dollar
Anthropic-Vertrag191 Megawatt (MW)
Umsatz über die Grundlaufzeit9,1 Milliarden US-Dollar
Mögliches Gesamtvolumenbis zu 16,1 Milliarden US-Dollar
Vertraglich gesicherte KI-Rechenkapazität241 MW
Langfristiges Umsatzpotenzialrund 9,8 Milliarden US-Dollar
Kreditfazilität573 Millionen US-Dollar
Umsatz im zweiten Quartal174,2 Millionen US-Dollar
Nettoverlust im zweiten Quartal237,17 Millionen US-Dollar
Verlust pro Aktie0,68 US-Dollar
Bitcoin-Produktion im zweiten Quartal1.587 BTC
Liquiditätsposition1,2 Milliarden US-Dollar
Barmittel548,9 Millionen US-Dollar
Bitcoin-Bestand11.380 BTC

Zusammenfassung: Kapitalmarktexperten berichtet von einer Diskrepanz zwischen der kurzfristigen Kursschwäche und den angehobenen Analystenzielen. Während Riot Platforms im zweiten Quartal einen ausgeweiteten Nettoverlust meldete, soll die strategische Ausrichtung auf KI-Infrastruktur langfristige Umsatzpotenziale eröffnen.

Blockchain-Abschaltung: Snapshot entscheidet über den neuen Token-Bestand

CryptoTicker ordnet die Abschaltung einer Blockchain anhand des BounceBit-Falls ein. Wenn eine Blockchain dauerhaft beendet wird, können Token auf einer anderen Kette neu ausgegeben werden; maßgeblich ist dabei der Bestand, der zu einem festgelegten Snapshot auf einer Adresse lag.

Die BounceBit-Chain steht laut CryptoTicker seit dem 20. August 2026 still. Die Betreiber wollen sie nicht wieder starten und den Token auf der BNB Chain neu herausgeben. Ein Snapshot ist dabei ein Abbild aller Kontostände zu einem exakt benannten Block.

Für BounceBit wird Block 20.697.260 als Stichtag genannt. Der höchste Block der Kette trägt die Nummer 20.702.857 und den Zeitstempel 20. August 2026, 02:36:37 UTC. Der Snapshot-Block trägt den Zeitstempel 19. August 2026, 21:02:35 UTC.

Zwischen dem Snapshot und dem Kettenkopf liegen 5.597 Blöcke. Der unmittelbar folgende Block 20.697.261 enthält bereits wieder eine Transaktion. CryptoTicker betont, dass damit sämtliche Bewegungen nach dem Snapshot betroffen sein können, nicht nur die unerlaubten Transfers.

Wer in dem betreffenden Zeitraum BB gekauft, verkauft, überwiesen oder in einen Vertrag eingezahlt hat, kann auf den Stand vor dem Snapshot zurückfallen. Auch eine auf der alten Kette bestätigte Transaktion ist bei einer Kettenabschaltung nicht zwingend endgültig.

Gestakte und im Unstaking befindliche Guthaben sollen nach Angaben der Betreiber in die Neuausgabe einfließen. Diese Positionen sind an eine Adresse gebunden und können aus dem Snapshot ausgelesen werden. Guthaben auf Börsen werden dagegen vom jeweiligen Anbieter zugeordnet, da sie in den Büchern des Handelsplatzes liegen.

Die Neuausgabe soll als BEP-20-Token auf der BNB Chain erfolgen. Dabei wird zunächst der Snapshot gesetzt, anschließend ein neuer Vertrag auf der Zielkette erstellt und danach die Guthaben verteilt. BounceBit hat eine automatische Verteilung an dieselben Adressen ohne gesondertes Antragsverfahren angekündigt.

CryptoTicker weist darauf hin, dass zum Zeitpunkt des Beitrags kein Termin für die Neuausgabe genannt worden sei. Nutzer sollten deshalb die Ankündigungen des Projekts und die Mitteilungen ihrer Börse beobachten.

Der Beitrag unterscheidet zwischen einer Kettenabschaltung, einem Rollback und einem Delisting. Bei einem Rollback wird eine laufende Kette auf einen früheren Zustand zurückgesetzt, während ein Delisting nur einen einzelnen Handelsplatz betrifft. Eine Kettenabschaltung beendet dagegen die Blockchain selbst; der Token kann nur durch eine Neuausgabe auf einer anderen Kette fortbestehen.

Auch steuerliche Fragen werden angesprochen. Entscheidend kann sein, ob die Umstellung als Fortführung derselben Position oder als Veräußerung mit anschließendem Neukauf bewertet wird. CryptoTicker empfiehlt, Snapshot, Blocknummer sowie Bestände vor und nach der Migration zu dokumentieren.

Zusammenfassung: CryptoTicker stellt den Snapshot als zentralen Bezugspunkt einer Token-Migration heraus. Im BounceBit-Fall sind Block 20.697.260, der Kettenkopf bei 20.702.857 und die Neuausgabe als BEP-20-Token auf der BNB Chain die entscheidenden Eckpunkte.

Einschätzung der Redaktion

Die Meldungen verdeutlichen, dass technologische Komplexität allein keine ausreichende Sicherheit schafft. TELEPUZ zeigt die wachsende Verbindung von klassischer Webkompromittierung, psychologischer Täuschung und dezentraler Infrastruktur; BounceBit macht zugleich sichtbar, wie gravierend ein Fehler auf Protokoll-Ebene für Vertrauen, Handelbarkeit und Token-Bestände sein kann. Für Anleger ist bei Riot Platforms entscheidend, ob die KI-Strategie tatsächlich stabile Erlöse liefert und die hohe Abhängigkeit vom Kryptomarkt reduziert. Insgesamt gewinnen belastbare Sicherheitskontrollen, transparente Notfallpläne und nachvollziehbare Zuständigkeiten deutlich an Bedeutung.

Kernaussage: Die Ereignisse unterstreichen, dass Sicherheitsarchitektur, Governance und wirtschaftliche Tragfähigkeit inzwischen untrennbar miteinander verbunden sind.

Quellen: