Trezor – Rezension

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TREZOR One und TREZOR Model T im Vergleich. | © Coin Kurier
⏱ Lesezeit: 4 Minuten

Als erste Hardware-Wallet, hat sich TREZOR in der Krypto-Sphäre bereits einen Namen gemacht. Ende Mai dieses Jahres ist nun ein neues Modell, das TREZOR Model T, erschienen. Jetzt hat TREZOR die Möglichkeit geschaffen, Kryptowährungen direkt aus der Hardware-Wallet heraus zu tauschen.

Als Hardware-Wallet erlaubt TREZOR neben der Möglichkeit des Versands und Empfangs auch eine sehr sichere Lagerung von aktuell (Stand September 2018) fast 700 Digitalwährungen. Die in Tschechien ansässige Firma SatoshiLabs gründete 2014 mit TREZOR One die allererste Hardware-Wallet weltweit. Anders als Software-Wallets wie z.B. Jaxx oder Exodus sichert TREZOR die privaten Zugangsschlüssel auf einem physischen Gerät ohne Kontakte zum Internet. Dadurch wird die Gefahr minimiert, dass die Wallet durch aus dem Internet angespülte Schadsoftware kompromittiert wird.

Bisher konnte SatoshiLabs mehr als eine Millionen Geräte verkaufen. Längst ist TREZOR aber nicht mehr der alleinige Platzhirsch. Die im Silicon Valley ansässige Firma Ledger konnte einigen Online-Vergleichsportalen nach zu urteilen in Sachen Stil und Design TREZOR längst den Rang ablaufen. Aber auch im Bezug auf Sicherheit vor Schadsoftware steht die mittlerweile berühmte TREZOR-One-Alternative Ledger Nano S dem SatoshiLabs-Produkt in Nichts mehr nach.

Um Ledger in den Augen vieler Krypto-Enthusiasten wieder von der Spitze zu verdrängen, hat SatoshiLabs am 19. September in einer neuen Beta nun endlich die Option geschaffen, Kryptowährungen direkt aus der Wallet heraus auf Handelsplätzen zu tauschen. Diese ist wie alle anderen TREZOR-Softwares Open-Source programmiert und auf GitHub hinterlegt. Auch der Erwerb von Kryptowährungen über diese Exchanges und der anschließende Versand direkt in die TREZOR-Wallet wurde erstmals ermöglicht. Bisher konnten fünf Börsen für diesen Dienst gewonnen werden: CHANGELLY, PAYBIS, COINMAMA, COINSWITCH und CHANGENOW.

SatoshiLabs schließt Vertrag mit fünf Exchanges und erlaubt direkten Versand der gekauften Coins in die TREZOR-Wallet. | © Beta-wallet.trezor.io

Zuvor hatte nur die Hardware-Wallet KeepKey die Möglichkeit eröffnet, direkt vom Wallet-Interface aus Kryptowährungen über die Exchange ShapeShift.io zu verkaufen. Beide Firmen wurden vom Blockchain-Pioneer Erik Voorhees gegründet. Mit TREZORs neuer Beta verliert KeepKey nun dieses Alleinstellungsmerkmal.

Vor- und Nachteilen von Hardware Wallets

Die Technik der TREZOR-Wallet ist so konzipiert, dass ein Viren-belasteter Computer problemlos mit der Wallet verknüpft werden kann. Die privaten Schlüssel sind dadurch nicht in Gefahr. Ähnlich wie eine Maus zwar auf den Computer zugreifen kann, der Computer aber unmöglich die Maus steuern kann, ist auch eine Gefährdung durch Schadsoftwares so gut wie ausgeschlossen.

Selbst wenn eine TREZOR-Wallet gestohlen werden oder verloren gehen sollte, kann man die darauf liegenden Währungen über einen Backup-Code (Recovery-Seed) wieder herstellen. Dieser aus 12 willkürlich zusammen gewürfelten englischen Worten bestehende Code wird dem Nutzer nach bei der Einrichtung der Wallet genannt und ermöglicht ihm Zugriff auf seine Kryptowährungen zu bekommen – selbst dann, wenn die physische Wallet nicht mehr verfügbar ist.

Die Sicherheit hat allerdings aus seinen Preis. Die TREZOR One-Wallet kostet aktuell knapp über 80€ und das neue Model T noch einmal 100€ mehr. Außerdem schränkt eine Hardware-Wallet auch die Flexibilität ein. Für jede Transaktion muss das Gerät nämlich mit einem Computer oder Smartphone verknüpft werden. Eine Hardware-Wallet wie Trezor ist also besonders gut für Hodler, also Langzeitinvestoren, geeignet.

Selbst eine so sichere Hardware-Wallet wie TREZOR ist nicht zu 100% gegen Hacker-Attacken gefeit. Im August 2017 wurde bekannt, dass man den aus zwölf Wörtern bestehenden Recovery-Seed, sowie den Zugangs-Pin durch eine Manipulation der Hardware hacken konnte. Die Behauptung, dass auch ein Hack ohne physischen Zugriff auf ein TREZOR-Gerät möglich wäre, erhärtete sich allerdings nicht, wie TREZOR in einem Blog-Beitrag feststellte. Das Schlupfloch wurde von SatoshiLabs mittlerweile wieder geschlossen. Dennoch wurde hier deutlich, dass eben keine elektronische Wallet vollkommen sicher ist.

Vergleich vom TREZOR One und TREZOR Model T

Seit Mai dieses Jahres produziert Satoshi Labs neben dem TREZOR One nun auch das TREZOR Model T. Die Neuerungen sollen die Wallet noch sicherer vor Hack-Angriffen machen. Im Vergleich zum Vorläufer ist das Model T in allen drei Dimensionen breiter, bzw. länger. Durch diese Eigenschaft wirkt das Gerät qualitativ hochwertiger. Das Gerät ist außerdem magnetisch an eine mitgelieferte Platte heftbar. Dadurch lässt es sich leicht an jede Oberfläche, wie z.B. auch unter den Schreibtisch befestigen.

Trezor Model T | © Coin Kurier

Statt der beiden Knöpfe hat das Model T nun einen größeren Bildschirm, der auch als Touchscreen fungiert. Endlich ist nun auch die Eingabe des Pins direkt auf der Hardware möglich. Nun können auf dem Computer sitzende Schadsoftware die Eingabe des Pins nicht länger mitlesen. Der Micro-USB-Anschluss wurde mit einem USB-Anschluss des Typs C ersetzt, der auch von Android-Geräten genutzt wird. Damit wurde das Gerät Smartphone-freundlicher gemacht. Das Model T kommt außerdem mit einem längeren Kabel als der Vorläufer.

Aber nicht nur Äußerlich gibt das neue Gerät mehr her. Der Prozessor ist schneller und eine komplett neu programmierte Firmware garantiert eine noch höhere Sicherheit vor Hacker-Angriffen. Der Bildschirm kann nun auch QR-Codes anzeigen, womit schneller Coins versandt werden können. Für die Ästheten unter euch ist vielleicht noch interessant, dass der Bildschirm nun auch Farbe kann.

Trezor – Welcome | © Coin Kurier

Ob Einsteiger oder Langzeit-Hodler, wer Kryptowährungen sicher verwahren möchte, sollte sich eine Hardware-Wallet zulegen. TREZOR hat sich über die Jahre als sichere digitale Geldbörse bewährt und erfüllt seinen Zweck tadellos. Ob es ein Ledger Nano S, ein KeepKey oder eines der TREZOR-Wallets wird, kommt wohl größtenteils auf das Auge des Betrachters an – ein Urteil über das Design will ich mir an dieser Stelle nicht zumuten. Wer allerdings Wert darauf legt, Kryptowährungen beim Erwerb direkt in die eigene Wallet gesandt zu bekommen, sollte sich eine TREZOR-Wallet zulegen.

Welche Hardware-Wallet gefällt Dir am besten? Schreib uns deine Gedanken dazu in die Kommentarspalte!

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