Vietnam treibt Blockchain, KI und digitale Vermögenswerte voran

Autor: Coinkurier Redaktion

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Kategorie: Nachrichten

Zusammenfassung: Vietnam baut mit Blockchain, KI und digitalen Vermögenswerten nationale Infrastruktur und Regulierung aus, während Chancen und Risiken der Branche zugleich sichtbar werden.

Vietnam entwickelt sich zum Testfeld für Blockchain, KI und digitale Vermögenswerte – von nationalen Infrastrukturen und neuen Regeln bis zur Rückkehr internationaler Krypto-Unternehmen. Gleichzeitig zeigen die SEC-Freigabe für tokenisierte Fonds und eine Malware auf Polygon, wie nah Chancen und Risiken der Blockchain inzwischen beieinanderliegen.

Vietnam setzt auf Blockchain, KI und digitale Vermögenswerte

Beim Ho-Chi-Minh-Stadt-Technologiefestival Conviction 2026 standen Blockchain-Technologie, digitale Vermögenswerte und künstliche Intelligenz im Mittelpunkt. Die Veranstaltung fand am 14. und 15. August statt und zielte darauf ab, politische Entscheidungsträger, Unternehmen, Investoren und die Technologiebranche stärker miteinander zu vernetzen.

In seiner Eröffnungsrede betonte Vizepremierminister Ho Quoc Dung, neue Technologien müssten konkrete Probleme lösen und echten Mehrwert schaffen. KI, Big Data und Blockchain seien insbesondere dann sinnvoll, wenn sie in Produktion, Wirtschaft und Verwaltung eingesetzt würden und dem Leben der Menschen dienten.

„Echter Wert – Echtes Handeln“

Nach Angaben von Vietnam.vn wird in Vietnam schrittweise ein rechtlicher Rahmen für digitale Technologien, künstliche Intelligenz und digitale Vermögenswerte geschaffen. Das Gesetz über die Digitaltechnologiebranche habe hierfür die rechtliche Grundlage gelegt, während das Gesetz über künstliche Intelligenz einen menschenzentrierten und risikobasierten Ansatz verfolge.

Als strategische Technologien werden KI, Big Data und Blockchain in der Entscheidung Nr. 21/2026/QD-TTg des Premierministers bezeichnet. Zudem leitet die Regierungsverordnung Nr. 05/2025/NQ-CP eine kontrollierte Pilotphase für den Kryptowährungsmarkt ein. Das Rahmenwerk für ein internationales Finanzzentrum in Vietnam soll Ho-Chi-Minh-Stadt zusätzlichen Spielraum für Experimente, die Gewinnung von Ressourcen und die Entwicklung neuer Finanzdienstleistungen geben.

Infobox: Conviction 2026 verbindet Politik, Technologie und Märkte. Im Mittelpunkt stehen die praktische Nutzung von KI und Blockchain, ein verlässlicher Rechtsrahmen sowie die Entwicklung neuer Produkte und Werte.

Von technologischen Demonstrationen zu messbarem Geschäftswert

Die Vietnamesische Handelskammer veranstaltete Conviction 2026 gemeinsam mit dem Volkskomitee von Ho-Chi-Minh-Stadt, dem Kommunikations- und Elektronikverband von Ho-Chi-Minh-Stadt und weiteren Behörden. Nach Darstellung von Vietnam.vn sollen KI, Blockchain und Daten nicht nur zu Demonstrationszwecken eingesetzt werden, sondern konkrete geschäftliche Probleme lösen.

Genannt werden unter anderem eine höhere Produktivität, geringere Kosten, bessere Produkte und eine Erweiterung der Märkte. Unternehmen sollen dabei eine zentrale Rolle im technologischen Innovationsprozess übernehmen, indem sie Technologien aufnehmen, anwenden, weiterentwickeln und kommerzialisieren.

„Das oberste Ziel muss sein: höhere Produktivität, bessere Produkte, niedrigere Kosten, ein größerer Markt und wettbewerbsfähigere Unternehmen.“

Nguyen Quang Vinh, Vizepräsident der Vietnamesischen Handelskammer, erklärte, Technologie besitze nur dann einen Wert, wenn sie wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Nutzen schaffe. Nach seiner Einschätzung müsse nicht allein Technologie bereitgestellt werden; vielmehr sollten die Probleme von Unternehmen analysiert und anschließend passende technologische Lösungen entwickelt werden.

Vinh nannte vier Säulen, auf die sich Vietnam konzentrieren müsse: Institutionen, Technologie, Unternehmen und Bevölkerung. Institutionen sollten Innovationen nicht behindern, Investitionen ermöglichen und zugleich die Interessen der Bevölkerung und der Gesellschaft schützen.

Auch die wirtschaftlichen Ziele des Landes wurden bei der Veranstaltung thematisiert. Laut dem Bericht soll die digitale Wirtschaft bis 2030 mindestens 30 % des BIP ausmachen und bis 2045 auf 50 % ansteigen. Für 2025 wurde ein Anteil von etwa 14,02 % des BIP erwartet.

Infobox: Vietnam will technologische Innovation direkt mit Produktivität, Kosten, Produkten, Märkten und Wettbewerbsfähigkeit verbinden. Unternehmen, Institutionen, Technologie und qualifizierte Menschen gelten dabei als gemeinsame Grundlage.

Conviction 2026 stellt Daten und praktische Anwendungen in den Mittelpunkt

Das Technologiefestival wurde am 14. August im Thiskyhall Sala Convention Center im Stadtteil An Khanh von Ho-Chi-Minh-Stadt eröffnet. An der Veranstaltung nahmen unter anderem Vizepremierminister Ho Quoc Dung und der Vorsitzende des Volkskomitees von Ho-Chi-Minh-Stadt, Nguyen Van Duoc, teil.

Nach Angaben von Vietnam.vn bezeichnete Ho Quoc Dung Daten als eine entscheidende Ressource der neuen Entwicklungsphase. KI entwickle sich zu einer intelligenten Infrastruktur, während Blockchain neue Möglichkeiten eröffne, Werte im digitalen Umfeld zu schaffen, zu übertragen und zu verifizieren.

Die Konferenz umfasste Workshops zu politischen Fragen und rechtlichen Rahmenbedingungen für KI, digitale Vermögenswerte und Blockchain-Technologie. Besprochen wurden unter anderem die Regulierung des Kryptowährungsmarktes, Compliance-Anforderungen für Unternehmen, geistiges Eigentum und kontrollierte Testverfahren.

Nguyen Phu Dung, CEO von PILA, hob die Bedeutung verlässlicher Daten für KI, die Bewertung von Vermögenswerten und Investitionsentscheidungen hervor. Er schlug einen strukturierten Kooperationsmechanismus zwischen Unternehmen, Instituten, Universitäten, Forschungseinrichtungen und staatlichen Verwaltungsbehörden vor.

Unternehmen sollen Technologien entwickeln, Produkte herstellen und praxisnahe Geschäftsmodelle schaffen. Institute, Universitäten und Forschungseinrichtungen sollen Referenzarchitekturen und technische Standards erarbeiten. Staatliche Stellen sollen Rechtsrahmen, Überwachungsmechanismen und Testumgebungen für neue Modelle bereitstellen.

Im Rahmen der Veranstaltung unterzeichneten der Verband für elektronische Kommunikation Ho-Chi-Minh-Stadt und der Busan Techno Park eine Absichtserklärung. Außerdem fand eine Podiumsdiskussion über einen „Digitalen Korridor zwischen den beiden Städten“ statt.

Infobox: Conviction 2026 versteht sich als Forum für Regulierungsbehörden, Experten, Unternehmen, Investoren und die Innovationsgemeinschaft. Daten sollen als Grundlage für KI, digitale Vermögenswerte und Investitionsentscheidungen dienen.

„Digitaler Raum“ soll Blockchain-Unternehmen nach Vietnam zurückholen

Vietnam könnte Blockchain-Unternehmen, die derzeit im Ausland ansässig sind, sowie digitale Vermögenswerte durch den Aufbau eines „digitalen Raums“ zurück ins Land bringen. Diese Einschätzung äußerte Nguyen Phu Dung, Generaldirektor der Pila Group Joint Stock Company, beim Ho-Chi-Minh-Stadt-Technologiefestival Conviction 2026.

Nach dem Bericht von Vietnam.vn arbeitet Pila gemeinsam mit dem Ministerium für öffentliche Sicherheit am Aufbau der nationalen Blockchain-Plattform NDAChain. Pila verteidigte die Plattform am 23. Juni erfolgreich vor einem interministeriellen Bewertungsausschuss mit Beteiligung des Ministeriums für öffentliche Sicherheit, des Ministeriums für Wissenschaft und Technologie sowie des Finanzministeriums.

Nguyen Phu Dung erklärte, digitale und Krypto-Assets bewegten sich in einem neuen „digitalen Raum“ und nicht im physischen Raum. Vietnam fehle bislang jedoch eine umfassende Definition des digitalen Raums und der digitalen Nation sowie klare rechtliche Leitlinien für deren Verwaltung.

Wichtige rechtliche Grundlagen seien bereits vorhanden. Dazu zählt laut dem Bericht das Gesetz über elektronische Transaktionen. Außerdem gibt es den Entwurf eines Gesetzes über die elektronische Identifizierung und Authentifizierung, der die Erfassung der Identität von Personen, Objekten, Vermögenswerten und Organisationen im Online-Umfeld ermöglichen soll.

Die NDAChain-Plattform soll als vertrauenswürdige nationale Infrastruktur dienen. Auf dieser grundlegenden Ebene könnten weitere Bereiche wie Finanzen, Vermögenswerte, Transaktionen und Aktivitäten der digitalen Wirtschaft in einem sicheren, zuverlässigen und transparenten Umfeld aufgebaut werden.

Nguyen Phu Dung beschrieb die Wertschöpfungskette der digitalen Wirtschaft mit drei Ebenen:

  1. Zuverlässige Daten
  2. Zuverlässige Finanzierung
  3. Zuverlässige Wirtschaft

Vietnam müsse vermeiden, dass jede Organisation eine eigene „Vertrauensinsel“ mit eigenen Standards und eigener Infrastruktur errichte. Stattdessen sei eine vernetzte Infrastruktur erforderlich, die Dateninteroperabilität ermöglicht und einen Netzwerkeffekt für die gesamte Wirtschaft erzeugt.

Auch die regionale Zusammenarbeit wurde angesprochen. Der Entwurf des ASEAN-Abkommens zur digitalen Wirtschaft, dessen Unterzeichnung für November dieses Jahres erwartet wird, eröffne Perspektiven für eine digitale Wirtschaft im Wert von über 2 Billionen US-Dollar in Südostasien. Dafür müssten Länder grenzüberschreitend kommunizieren sowie digitale Identitäten und digitale Beweismittel verifizieren können.

„Digitale Assets haben letztlich nur dann einen echten Wert, wenn sie auf einer Grundlage verlässlicher Daten basieren.“

Infobox: NDAChain soll eine gemeinsame Vertrauens- und Infrastrukturebene für Finanzen, Vermögenswerte, Transaktionen und die digitale Wirtschaft schaffen. Verlässliche Daten gelten als Voraussetzung für den Wert digitaler Vermögenswerte.

SEC erlaubt Franklin Templeton die direkte Verwahrung tokenisierter Fondsanteile

Die US-Börsenaufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission hat am 13. August 2026 eine Entscheidung zur Nutzung von Blockchain-Technologie im regulierten Kapitalmarkt getroffen. Nach Angaben von ad-hoc-news.de gestattete die SEC registrierten Investmentfonds von Franklin Templeton, Anteile am tokenisierten Geldmarktfonds OnChain U.S. Government Money Fund direkt zu halten.

Der Fonds ist unter dem Namen FOBXX und auch unter der Bezeichnung BENJI bekannt. Die Freigabe erfolgte in Form einer sogenannten No-Action-Letter und ermöglicht den Einsatz des tokenisierten Fonds für Cash-Management und als Sicherheiten.

Die SEC passte damit die Anforderungen der Rule 17f-2 des Investment Company Act von 1940 an digitale Aufzeichnungen an. Anstelle der bisherigen vorrangig physischen Verwahrung gelten insgesamt 12 spezifische Bedingungen, unter denen Blockchain-Register als offizielle Nachweise eingesetzt werden dürfen.

Die Verwahrung erfolgt über Wallets im Stellar-Netzwerk. Franklin Templeton Institutional Services fungiert als Verwahrer und Transferstelle, behält die Kontrolle über die privaten Schlüssel und führt die offiziellen Aufzeichnungen.

MerkmalAngabe
Entscheidung der SEC13. August 2026
FondsOnChain U.S. Government Money Fund
BezeichnungFOBXX beziehungsweise BENJI
VerwahrungsnetzwerkStellar
Vermögen laut Daten vom 13. August 2026rund 726 Millionen US-Dollar
Anteil in US-Staatsanleihen, Bargeld und ReposMindestens 99,5 %
Anzahl der Blockchainsacht

Zu den Auflagen gehören eine tägliche Abstimmung der Bestände, die Aufsicht durch den Fondsvorstand und drei unabhängige Verifikationen pro Jahr. Außerdem wurde festgelegt, dass SEC-Mitarbeiter keine Durchsetzungsmaßnahmen gegen Fonds empfehlen werden, die FTIS unter diesen Bedingungen als Verwahrer nutzen.

BENJI wurde im Jahr 2021 als erster in den USA registrierter Investmentfonds auf einer öffentlichen Blockchain aufgelegt. Der Fonds startete auf der Stellar-Blockchain und wurde später auf insgesamt acht Blockchains ausgeweitet, darunter Ethereum und Polygon.

Die technische Infrastruktur ermöglicht eine stündliche Berechnung des Nettoinventarwerts und den Intraday-Handel der Anteile. Franklin Templeton verfügt zudem über eine Admin-Override-Funktion, mit der das Unternehmen im Bedarfsfall steuernd in Blockchain-Transaktionen eingreifen kann.

Branchenanalysten bewerten die Entscheidung als Präzedenzfall für die weitere Integration tokenisierter Vermögenswerte in den regulierten Markt. Die No-Action-Letter schafft laut dem Bericht eine rechtliche Brücke zu den Verwahrungsregeln des Investment Company Act von 1940 und könnte weitere Vermögensverwalter zu On-Chain-Strukturen für Liquiditätsmanagement und Sicherheiten bewegen.

Infobox: Die SEC erlaubt unter 12 Bedingungen die direkte Verwahrung tokenisierter Fondsanteile. BENJI verwaltet laut den genannten Daten rund 726 Millionen US-Dollar und investiert mindestens 99,5 % in US-Staatsanleihen, Bargeld und Repos.

Aeternum-Malware nutzt Polygon-Blockchain zur Steuerung

Sicherheitsanalysten haben einen Malware-Stamm namens „Aeternum“ identifiziert, der die Polygon-Blockchain als Command-and-Control-Infrastruktur verwendet. Nach dem Bericht von ad-hoc-news.de werden Befehle in Smart Contracts verborgen, um die Kommunikation zwischen infizierten Systemen und den Hintermännern vor Abschaltversuchen zu schützen.

Die Schadsoftware wird unter anderem über manipulierte Installationsprogramme für die Datenbank-Software DBeaver verbreitet. Wer einen gefälschten Installer ausführt, installiert einen Loader, der anschließend weitere Schadsoftware bereitstellen kann.

Der Loader führt vor seiner Aktivierung Prüfungen auf virtuelle Maschinen durch. Dadurch soll die Analyse in geschlossenen Sicherheitsumgebungen erschwert werden. Für die dauerhafte Präsenz auf dem Zielsystem nutzt die Malware den Windows-Startup-Ordner.

Die Analyse ergab, dass ausführbare Dateien wie Build.exe mit dem UPX-Packer komprimiert wurden. Die Komprimierung soll die Erkennung durch einfache Signatur-Scanner erschweren.

Der Loader fragt Anweisungen direkt von Smart Contracts im Polygon-Netzwerk ab. Dafür nutzt er die Funktion „eth_call“ mit dem Selektor 0xb68d1809. Durch die dezentrale Steuerung wird die Infrastruktur widerstandsfähiger gegen klassische Maßnahmen wie die Beschlagnahmung von Domains oder das Abschalten zentraler Server.

Als mögliche Payloads wurden der Fernzugriffstrojaner XWorm und die Mining-Software XMRig beobachtet. Zudem verfügt die Malware über Funktionen zur Datenexfiltration über den Messengerdienst Telegram.

Die Datenübertragung wird laut dem Bericht mit einer Kombination aus PBKDF2-HMAC und AES-GCM verschlüsselt. Die Umsetzung sei jedoch vorhersehbar, wodurch Sicherheitsexperten die Kommunikation des Botnets entschlüsseln und die Befehlskette nachvollziehen könnten.

Das Auftauchen von Aeternum zeigt nach Einschätzung des Berichts, dass dezentrale Technologien auch für kriminelle Infrastrukturen missbraucht werden. Als Schutzmaßnahme wird empfohlen, Software ausschließlich aus offiziellen Quellen zu beziehen.

Infobox: Aeternum nutzt Smart Contracts auf Polygon zur C2-Kommunikation. Die Malware kann unter anderem XWorm und XMRig nachladen, weist bei der Verschlüsselung jedoch eine laut Bericht ausnutzbare Schwachstelle auf.

Einschätzung der Redaktion

Vietnam verfolgt mit der Verbindung von Blockchain, KI, digitalen Vermögenswerten und staatlicher Infrastruktur einen strategisch schlüssigen Ansatz. Entscheidend wird jedoch nicht die Zahl politischer Initiativen, sondern die Qualität ihrer Umsetzung sein: klare Zuständigkeiten, interoperable Standards, belastbarer Datenschutz und wirksame Aufsicht müssen gleichzeitig entstehen.

Die Entwicklung tokenisierter Fondsanteile in den USA zeigt, dass Blockchain zunehmend in regulierte Finanzprozesse vordringt. Das stärkt die institutionelle Glaubwürdigkeit digitaler Vermögenswerte, beseitigt aber weder Verwahrungs- noch Sicherheitsrisiken. Der Missbrauch öffentlicher Blockchains für Malware verdeutlicht, dass Dezentralisierung auch kriminelle Infrastrukturen widerstandsfähiger machen kann.

Kernaussage: Der Wettbewerb entscheidet sich nicht allein an technologischer Innovation, sondern an Vertrauen, Regulierung, Sicherheit und messbarem wirtschaftlichem Nutzen.

Quellen: