Wall Street Journal bezichtigt ShapeShift der Geldwäsche, CEO kontert genial

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Erik Voorhees kontert auf den WSJ-Artikel. | © Twitter: Erik Voorhees
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Laut dem Wall Street Journal wurden in den vergangenen zwei Jahren über 88 Millionen Dollar aus kriminellen Machenschaften über Exchanges gewaschen. Der entsprechende Artikel konzentriert sich besonders auf die Kryptobörse ShapeShift. Deren CEO Erik Voorhees übte daraufhin harsche Kritik an den Autoren.

Die amerikanische Tageszeitung Wall Street Journal veröffentlichte am Freitag einen Artikel über Geldwäsche durch Kryptowährungen. Laut eigener Analyse sollen in den vergangenen zwei Jahren 88,6 Millionen Dollar über 46 Exchanges gewaschen worden sein.

Fokus auf ShapeShift

Unter diesen 46 konzentrieren sich die Autoren ganz besonders auf ShapeShift. Diese Exchange hat ihren offiziellen Hauptsitz in der Schweiz, wird aber aus Denver im US-Bundesstaat Colorado geleitet. Bislang ermöglicht das Unternehmen den anonymen Handel mit Kryptowährungen.

Das Wall Street Journal hat nach eigenen Angaben ShapeShift analysiert, indem es alle 15 Sekunden eine Liste der letzen 50 Transaktionen von der Plattform herunterlud. Die Untersuchungen ergaben, dass kriminelle Gelder in Höhe von neun Millionen Dollar über die Börse gewaschen worden seien.

Die Verbrecher hätten die Herkunft ihrer Beute durch eine Umwandlung in Monero (XMR) erreicht. Im Gegensatz zu Bitcoin- lassen sich Monero-Transaktionen nachträglich nicht nachvollziehen, man spricht in diesem Zusammenhang auch von einem Privacy-Coin. Als Quelle der Gelder werden die WannaCry-Erpressersoftware, sowie betrügerische ICOs genannt.

Voorhees kritisiert den Artikel scharf

Erik Voorhees, Mitgründer und CEO von ShapeShift, nahm die Vorwürfe nicht kommentarlos hin. Auf Twitter nannte er den Artikel „armselig recherchiert“. Die Schlussfolgerungen seinen „unehrlich und irreführend“.

Voorhees demonstriert die geringe Bedeutung der Vorwürfe, indem er eine Schätzung der Vereinten Nationen zitiert. Laut dieser findet jährlich Geldwäsche in Höhe von 800 Milliarden bis 2 Billionen Dollar statt. Vor diesem Hintergrund erscheinen die angeblich über ShapeShift gewaschenen Beträge geradezu lächerlich gering.

Auch ShapeShift will die Daten seiner Nutzer

Trotzdem soll es mit dem anonymen Handel auf der Exchange bald vorbei sein. Anfang September verkündete ShapeShift die Einführung von Mitgliedschaften, für die „grundlegende persönliche Informationen“ verlangt werden. Vorerst handelt es sich um eine freiwillige Aktion zum Sammeln von Treuepunkten. Allerdings sollen Mitgliedschaften schon bald verpflichtend werden. Grund ist der zunehmende internationale Fokus von Regierungen auf Transparenz im Krypto-Markt.

Damit tritt ShapeShift in die Fußstapfen von LocalBitcoins. Diese Exchange hatte seit 2012 den anonymen Handel zwischen Bitcoin-Nutzern ermöglicht. Im vergangenen April wurden Trader mit „signifikantem“ Handelsvolumen dann allerdings zur Preisgabe persönlicher Informationen gezwungen.

Ist es zur Verbrechensbekämpfung notwendig, dass Exchanges die Daten ihrer Kunden kennen? Oder geht bei Aufgabe der Anonymität der eigentliche Sinn von Kryptowährungen verloren? Schreib uns deine Gedanken in die Kommentarspalte!

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