Weitere Anti-Krypto-Maßnahmen in China: Zensur im Netz und in Sonderwirtschaftszone

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Die Chinesische Mauer als Symbol für Chinas Abschottung | © Depositphotos
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Die drei größten chinesischen Technologie-Konzerne haben weitere Maßnahmen gegen den Krypto-Handel und den Informationsaustausch über Kryptowährungen ergriffen. Derweil warnen Regierungsvertreter vor dem Investieren in kriminelle Coin-Projekte und ein weiterer Distrikt verbietet Veranstaltungen zum Blockchain-Geld. 

Die Meldungen über weitere Repressionen der chinesischen Behörden und Tech-Konzerne gegen Kryptowährungen reißen nicht ab. Angefangen hatte die neue Welle mit einer Sperrung von Blockchain-Nachrichtenportalen durch den Social-Media-Riesen WeChat und ein offizielles Verbot aller Werbeaktionen für Krypto-Projekt im Pekinger Innenstadtbezirk Chaoyang.

Neue Gängelungen durch Internet-Konzerne…

Doch dabei sollte es nicht bleiben. Befürchtungen, die chinesische Regierung wolle zum ersten Jahrestag des landesweiten ICO-Verbots am 4. September noch einmal deutlich härter gegen die Reste der örtlichen Krypto-Gemeinde vorgehen, scheinen sich zu bewahrheiten.

Inzwischen haben alle drei großen Internet-Konzerne des Landes neue Repressionen eingeführt. Baidu schloss zwei beliebte Chatrooms mit Krypto-Bezug. Und gleichzeitig wollen sowohl der WeChat-Mutterkonzern Tencent als auch Alibaba Transaktionen ihrer Zahlungsdienste genau unter die Lupe nehmen um jeglichen Handel mit Kryptowährungen zu beenden.

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Die drei oft mit BAT abgekürzten Großunternehmen werden gerne als die chinesischen Entsprechungen von Google, Amazon und Facebook dargestellt. Bei ihnen handelt es sich aber mitnichten nur um minderwertige Kopien der amerikanischen Originale. Alibaba und Tencent haben bereits eine Marktkapitalisierung von mehreren hundert Milliarden Dollar erreicht.

Die Maßnahmen mögen von den Internet-Unternehmen umgesetzt werden, aber man darf dabei auch nicht vergessen, dass China bis heute ein diktatorischer Ein-Parteien-Staat ist. Die Konzerne müssen jeder Forderung der regierenden Kommunisten nachkommen, um nicht vom Markt und dem Internet ausgeschlossen zu werden.

…und Behörden

Die chinesischen Behörden lassen nicht nur Firmen ihre Agenda umsetzen, sondern werden auch selbst aktiv. So gaben Vertreter von Zentralbank, Bankenaufsicht und dem Ministerium für öffentliche Sicherheit am Freitag eine Warnung vor Kriminellen Krypto-Händlern aus, die unter Verweis auf Blockchain und finanzielle Innovation „sogenannte ‘virtuelle Währungen’, ‘virtuelle Anlagen’ und ‘digitale Anlagen’“ verteilen würden.

Zudem wurden in einer weiteren Region alle Krypto-Werbeveranstaltungen untersagt. Diesmal traf es den „Guangzhou Entwicklungsdistrikt“, ironischerweise eine Sonderwirtschaftszone, die in den 1980er Jahren zur Förderung einer freieren Wirtschaft eingerichtet worden war.

Die Behörden begründeten das Verbot mit der „Aufrechterhaltung der Sicherheit und Stabilität des Finanzsystems“. Die südchinesische Stadt Guangzhou, auch unter dem Namen Kanton bekannt, ist ein wichtiges wirtschaftliches Zentrum.

Wie weit wird China mit seinen Krypto-feindlichen Maßnahmen noch gehen? Wird das Blockchain-Geld eines Tages so erfolgreich, dass sie ihren Kurs überdenken müssen? Schreib uns deine Gedanken dazu in die Kommentarspalte!

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