Winklevoss-Brüder starten eigenen Stablecoin, den Gemini Dollar (GUSD)

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Der Gemini Dollar soll dem Tether Konkurrenz machen. | © Medium: Cameron Winklevoss

Gemini, die Exchange der Winklevoss-Brüder, bringt ihren eigenen Stablecoin heraus. Der Gemini Dollar (GUSD) ist ein ERC20-Token, der den Preis des US-Dollars eins zu eins nachbildet. Der GUSD wirbt damit, der „weltweit erste regulierte Stablecoin“ zu sein.

Nicht viele Top-Unternehmer haben von der herkömmlichen Investment-Welt den Absprung in die Blockchain-Branche geschafft. Cameron und Tyler Winklevoss hingegen sind schon früh auf Bitcoin umgeschwenkt. Die Zwillinge aus New York investierten bereits 2013 große Summen in die Digitalwährung. Im Jahr darauf gründeten sie die Exchange Gemini (lateinisch für Zwillinge). Zweimal, 2017 und 2018, wurden ihre Pläne für einen Bitcoin-Exchange Traded Fund (ETF) von der Aufsichtsbehörde SEC abgelehnt.

Neuer Stablecoin GUSD

Aber die beiden lassen sich von Rückschlägen offenbar nicht aus der Ruhe bringen und haben stattdessen schon das nächste Projekt am Start: Einen eigenen Stablecoin namens Gemini Dollar (GUSD).

Dieser folgt dem ERC20-Standard, wird also über einen Smart Contract auf der Ethereum-Blockchain betrieben. Die Entwicklung des Tokens war nicht groß im Voraus angekündigt worden. Heute wurde seine Existenz auf der Online-Veröffentlichungsplattform Medium bekannt gegeben und sogleich der Verkauf über Gemini gestartet.

Ein Stabilitätsanker im Sturm der Krypto-Kurse

Das Konzept eines Stablecoins, eines Tokens, der an einen festen Wert wie eine Fiatwährung gekoppelt wird, ist nicht neu. Das bekannteste Exemplar dieser Art ist der Tether (USDT). Seit 2015 von der Exchange Bitfinex herausgegeben, bildet er den Dollar eins zu eins nach und hat es in die Top-Zehn der Kryptowährungen auf CoinMarketCap geschafft.

Ein solcher Coin soll – wer hätte es gedacht – ein stabiles Preisniveau halten. Ein Anleger kann sich so vor drohenden Kurseinstürzen von Bitcoin & Co. schützen, indem er sein Kapital vorübergehend in dem (augenscheinlich) sicheren USDT parkt. Der Vorteil eines Krypto-Dollars ist nämlich, dass dieser auch von Exchanges genutzt werden können, die keinen Fiat-Zugang haben – d.h., nicht mit Nationalwährungen, sondern ausschließlich mit Kryptowährungen hantieren. Der Handel mit Fiatgeld setz nämlich eine Kooperation mit einer Bank voraus. Banken wiederum sehen ihre Reputation gefährdet, wenn sie Partnerschaften mit Krypto-Exchanges eingehen.

Wirklich der „weltweit erste regulierte Stablecoin“?

Auch der GUSD will den US-Dollar kryptographisch abbilden. Was ihn von seinen älteren Brüdern abheben soll, sei seine regulatorische Absicherung durch die Abteilung für Finanzdienstleistungen des Staates New York (NYDFS).

Dies und eine monatliche Inspektion durch unabhängige Wirtschaftsprüfer bringen sicherlich einen Vertrauensvorteil gegenüber dem Tether, der immer wieder Gegenstand von Verdächtigungen war. So erhoben Wissenschaftler der University of Texas den Vorwurf, der Bitcoin-Kurs werde durch den USDT stark manipuliert.

Aber auch andere Stablecoins legen Wert auf einen transparenten regulatorischen Rahmen. Der STASIS EURS (EURS) zum Beispiel wurde diesen Juli gestartet und bildet den Euro nach. Er unterzieht sich ebenfalls regelmäßigen Prüfungen und hat den Segen der Regierung Maltas.

Selbst wenn man nur die USA in Betracht zieht, bleibt Geminis Pionier-Anspruch nicht unangefochten. Die Firma Paxos brachte nämlich geradezu zeitgleich ein sehr ähnliches Produkt, den Paxos Standart, auf den Markt, welcher der „weltweit erste regulierte Krypto-Vermögenswert“ sein soll. Maria Vullo, Behördenchefin der New Yorker Finanzaufsicht, teilte am Montag mit, dass beide Devisen den gesetzlichen Vorgaben entsprächen.

Was haltet ihr von Stablecoins? Werden die Winklevoss-Brüder es schaffen, dem Krypto-Segment der Stablecoins mehr Seriosität zu verleihen? Schreib uns deine Gedanken dazu in die Kommentarspalte!

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