XRP geht durch die Decke – überholt vorübergehend sogar Ethereum

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XRP verzeichnet einen starken Kursanstieg. Grund ist eine Äußerung des Pressesprechers zur Zukunft von xRapid. | © RippleCoinNews

Die Kryptowährung XRP hat in den vergangenen Tagen einen kometenhaften Aufstieg erlebt. Am Freitag wurde sogar die Marktkapitalisierung von Ethereum überschritten und konnte sich damit kurzzeitig hinterm Bitcoin platzieren. Dem Hype vorangegangen war eine Ankündigung, dass das Ripple-Produkt xRapid schon nächsten Monat in Betrieb genommen werden könnte.

Die vergangene Woche hätte für XRP, die Kryptowährung von Ripple Labs, kaum besser laufen können. Lag der Preis des Tokens am Dienstag noch bei unter 0,30 US-Dollar, so wird er aktuell bei über 58 Cent gehandelt. Auslöser des Bull-Runs war offenbar ein Interview, welches ein Ripple-Sprecher dem Sender CNBC am Montag gab.

xRapid könnte XRP zum Durchbruch verhelfen

Sagar Sarbhai, bei Ripple für die Beziehungen zu den staatlichen Regulatoren in Asien und im Nahen Osten zuständig, zeigte sich in dem Interview sehr zuversichtlich für die Zukunft von Kryptowährungen. Das allgemeine Narrativ sei nicht mehr „Blockchain gut, Krypto böse“ und Regulatoren weltweit seien dem Digitalgeld weit weniger feindlich gesinnt als noch vor wenigen Jahren.

Dieser Lageeinschätzung ließ Sabhai eine bedeutsame Ankündigung folgen: Er sei sehr zuversichtlich, dass xRapid, ein Produkt zur Bereitstellung von Liquidität, schon nächsten Monat zur Anwendung kommen werde. Es soll blitzschnelle Transaktionen über Währungsgrenzen hinweg ermöglichen – XRP soll dabei als Mittler auftreten.

Auch xCurrent, ein anderes wichtiges Ripple-Produkt, soll den internationalen Zahlungsverkehr verbessern. Erst am Mittwoch wurde bekannt, dass die amerikanische Großbank PNC das System implementieren werde. Dieses Produkt kommt im Gegensatz zu xRapid allerdings ganz ohne XRP aus. Es ist also fraglich, inwiefern sich die Verbreitung von xCurrent auf den Kurs des Tokens auswirkt.

Ripple-Fans sind begeistert von XRP’s schnellem Anstieg. | © Depositphotos

Ethereum-Killer vom Ripple-CTO

Der XRP-Preis schoss am Freitag so stark in die Höhe, dass die Marktkapitalisierung des Tokens kurzzeitig sogar die von Ethereum (ETH) überstieg. Somit war XRP zwischenzeitlich die zweitgrößte Kryptowährung, nur noch getoppt von Bitcoin (BTC). Schon im Januar dieses Jahres hatte XRP den zweiten Rang erobert. Auf den Hype folgte aber ein beispielloser Tiefflug. Anhänger der Digitalwährung glauben nun, dass die Implementierung von xRapid den Pfad zu einem Dauerhafte Anstieg von XRP pflastern könnte.

Ripple will Ethereum Konkurrenz machen

Ripple und Ethereum haben auf den ersten Blick eher wenig gemeinsam. Ersteres ist ein Unternehmen, das mit seinem „Bankencoin“ XRP das internationale Finanzsystem umstülpen will. Letzteres wird dagegen oft als „Weltcomputer“ beschrieben, eine Plattform, auf der durch Smart Contracts dezentrale Applikationen (dApps) betrieben werden können.

Tatsächlich bekommt Ethereum aber nicht nur in Sachen Marktwert Konkurrenz aus dem Hause Ripple: Stefan Thomas, langjähriger Chief Technology Officer (CTO) bei Ripple, hat im Juni eine eigene Firma namens Coil gegründet und über diese die Smart Contract-Plattform Codius ans Netz gebracht.

Codius wirbt mit seiner Flexibilität. Nicht nur kann man auf der Plattform “schlaue Verträge” in jeder gängigen Programmiersprache schreiben. Man ist außerdem an keinen speziellen Token gebunden, denn das ebenfalls von Thomas entwickelte Interledger-Protokoll soll die Nutzung jeder beliebigen Blockchain ermöglichen.

Thomas gibt an, schon vor über fünf Jahren an Smart Contracts gearbeitet zu haben. 2013 habe er sogar Vitalik Buterin bei der Entwicklung von Ethereum vorangebracht, wie er auf der Blogging-Plattform Medium schrieb.

Diese langjährige Erfahrung ist beachtlich, doch die Konkurrenz ist es ebenso. Zahlreiche Projekte wollen ebenfalls ein „Ethereum-Killer“ und damit die weltweit führende Smart Contract-Plattform werden, zum Beispiel EOS und Cardano. Codius wird es also nicht leicht haben.

Ist Ripples Aufstieg unaufhaltsam oder wird der „Bankencoin“ Ethereum niemals das Wasser reichen können? Schreib uns deine Gedanken dazu in die Kommentarspalte!

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