Über 40 Zentralbanken weltweit forschen an staatlichen Kryptowährungen

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Laut einem Bericht des Weltwirtschaftsforums beschäftigen sich mehr als 40 Zentralbanken mit staatlichen Digitalwährungen. Auch die Bundesbank hat bereits ein Blockchain-Experiment namens BLOCKBASTER durchgeführt.

Das Weltwirtschaftsforum, eine Schweizer Stiftung, die am besten für ihre gleichnamige jährliche Konferenz in Davos bekannt ist, hat am Mittwoch einen Bericht über die Blockchain-Forschung von Zentralbanken veröffentlicht.

Laut dem Report beschäftigen sich mehr als 40 Zentralbanken überall auf der Welt mit der Frage staatlicher Digitalwährungen (CBDC) oder wollen in naher Zukunft mit ihren Untersuchungen beginnen. Diese Forschungsbewegung sei 2014 durch die Bank of England angestoßen worden und habe inzwischen mehr als 60 akademische Berichte hervorgebracht.

Ein wichtiges Projekt bleibt unbenannt

Der Report des Weltwirtschaftsforums benennt unter anderem das e-KronaProjekt der Schwedischen Reichsbank. Das skandinavische Land ist wegen seiner stark gesunkenen Bargeldnutzung für eine staatliche Digitalwährung besonders prädestiniert.

Auch die Deutsche Bundesbank hat bereits die Nutzung der Blockchain erprobt. Die Zentralbank führte im vergangenen Jahr ein Projekt namens BLOCKBASTER zu einem erfolgreichen Abschluss. Dabei wurde in Zusammenarbeit mit der Deutschen Börse die Abwicklung von Wertpapiergeschäften über die Blockchain getestet.

Ein bedeutendes Vorhaben fand in dem Bericht aus irgendeinem Grund jedoch keine Erwähnung: Die im Pazifik gelegene Republik der Marshallinseln arbeitet an einer staatlichen Digitalwährung namens Souvereign (SOV). Trotz Kritik seitens des Internationalen Währungsfonds‘ (IWF) soll der SOV noch in diesem Jahr mit Hilfe des israelischen Startups Neema eingeführt werden. Bislang gilt auf den Marshallinseln nur der US-Dollar als gesetzliches Zahlungsmittel.

Staatliche Digitalwährungen nicht unumstritten

Die Idee der staatlichen Digitalwährungen wird nicht von allen begrüßt: Besonders Freunde des Bargelds befürchten, dass eine SBDC die Abschaffung von Scheinen und Münzen besiegeln werde. Dann hätten Zentralbanken freie Hand, den Leitzins weit unter null Prozent zu drücken, ohne dass die Bürger sich durch Abheben ihrer Einlagen davor schützen könnten.

Der IWF schmiedet sogar schon Pläne, wie sich Bargeld gegenüber einer möglichen SBDC abwerten lassen könnte. Somit könnte man der Bevölkerung Negativzinsen aufzwingen und gleichzeitig den Widerstand der Bargeld-Unterstützer untergraben. Diese könnten dann ihre Münzen behalten, nur würden sie unmerklich immer weiter an Wert verlieren.

Was hältst Du von der Idee einer staatlichen Digitalwährung? Schreib uns Deine Gedanken dazu in die Kommentarspalte!

© Bild via Fam ZooStaff, Flickr.com, Lizenz

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