Auktionshaus Christie’s stellt erstmals Blockchain-Zertifikate aus

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Chop Suey-Gemälde | © Wikipedia

Christie’s, das weltweit führende Auktionshaus für Kunst und Antiquitäten, wird bei einer Auktion im November erstmalig Blockchain-Verkaufszertifikate ausstellen. Das Pilotprojekt wird in Zusammenarbeit mit dem Blockchain-Startup Artory umgesetzt, welches laut eigenen Angaben die „sicherste Kunst-zentrische Datenbank der Welt“ betreibt.

Das traditionsreiche Auktionshaus Christie’s (gegründet 1766) will bei einer Versteigerung im kommenden Monat erstmals Blockchain-Technologie zum Einsatz bringen. Das verkündete der weltweit führende Kunst- und Antiquitätenhändler in einer Pressemitteilung am 11. Oktober.

Versteigerung einer bedeutenden Privatsammlung

Am 13. und 14. November kommen in New York die Besitztümer des im April verstorbenen Kunstsammlers Barney A. Ebsworth unter den Hammer. Dabei handelt es sich um die wohl wertvollste Sammlung amerikanischer Kunst aus dem 20. Jahrhundert in Privatbesitz.

Christie’s erwartet für die kommende Auktion einen Umsatz von insgesamt über 300 Millionen Dollar. Das wertvollste zu erwerbende Gemälde ist Chop Suey, welches der Künstler Edward Hopper 1929 schuf. Sein Wert wird auf 70 Millionen Dollar geschätzt.

Zertifiziert durch die Blockchain

Doch die Meistbietenden erhalten bei dieser Auktion nicht nur große Kunst, sondern zu jedem Kauf auch ein Blockchain-Zertifikat. Darin werden der Titel und eine Beschreibung des Werkes, sowie der Kaufpreis und das Datum des Erwerbs festgehalten. Ein Sammler kann sich dadurch als rechtmäßiger Besitzer eines Kunstwerkes ausweisen und gleichzeitig seine Anonymität wahren.

Dieses Pilotprojekt wird durch eine Zusammenarbeit zwischen Christie’s und Artory möglich. Letzteres ist ein Unternehmen mit Sitz in New York und Berlin, welches ein Blockchain-Register für Wertsachen geschaffen hat. Laut eigenen Angaben handelt es sich um die „sicherste Kunst-zentrische Datenbank der Welt“.

Bislang ist das Artory-Register nur geprüften Partnern des Unternehmens vorbehalten. Nach der Ebsworth-Auktion im November soll es aber auch für die Öffentlichkeit zugänglich werden, wie das Unternehmen in einem Medium-Artikel vom 11. Oktober mitteilte.

Christie’s eigene Blockchain-Konferenz

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Christie’s intensiv mit der Blockchain auseinandersetzt. Am 17. Juli dieses Jahres richtete das Auktionshaus erstmals den Art+Tech Summit in London aus. Diese Konferenz soll von nun an jährlich stattfinden und sich mit jeweils einer wichtigen neuen Technologie und ihren Möglichkeiten für den Kunstmarkt befassen.

Diesjähriges Thema lautete „Blockchain entdecken – Ist die Kunstwelt bereit für Consensus?“. Teilnehmer waren unter anderem die Blockchain-Entwicklerfirma ConsenSys und das große Wirtschaftsprüfungsunternehmen Deloitte. Auch Artory-Gründer und CEO Nanne Dekking nahm an einer Podiumsdiskussion teil.

Wird die Blockchain Kunstfälschern endgültig den Garaus machen? Schreib uns deine Gedanken dazu in die Kommentarspalte!

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