Bitcoin sinkt unter wichtige 6.000 Dollar-Marke. Das hat die BCH-Fork damit zu tun

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Der Markt bricht ein. | © Depositphotos

Die beliebtesten Kryptowährungen haben in den vergangenen 24 Stunden stark an Wert verloren. Der Bitcoin (BTC)-Preis liegt erstmals seit Langem deutlich unter 6.000 US-Dollar, die Marktkapitalisierung aller Kryptowährungen sank unter 200 Milliarden US-Dollar. Viele Beobachter sehen einen Zusammenhang mit der für heute geplanten Bitcoin Cash-Hard Fork.

Der Kryptomarkt erlebt aktuell ein regelrechtes Preis-Massaker. Die Mehrheit der Top-Zehn-Coins hat in den vergangenen 24 Stunden um über zehn Prozent ihres Wertes eingebüßt. Der Bitcoin (BTC)-Preis liegt aktuell bei rund 5.500 US-Dollar, nachdem er sich zuvor für rund zwei Monate bei etwa 6.500 US-Dollar eingependelt hatte. Damit wurde die psychologisch wichtige Linie von 6.000 US-Dollar gebrochen. Seit dem November vergangenen Jahres war BTC nie für längere Zeit unter diesen Wert gefallen.

Auch die Marktkapitalisierung aller Kryptowährungen zusammengerechnet steckte einen schweren Schlag ein und sank von etwa 210 auf rund 180 Milliarden US-Dollar. Die aktuell nach Marktkapitalisierung zweitgrößte Kryptowährung ist nun XRP, trotz Einbußen von rund neun Prozent ihres Wertes. Ether (ETH) verlor sogar knapp 13 Prozent und sank dadurch vom zweiten auf den dritten Platz ab.

Möglicher Zusammenhang mit BCH-Hard Fork

Für viele Beobachter ist es kein Zufall, dass der Crash nur wenige Stunden vor der für heute Nachmittag geplanten Hard Fork der viertgrößten Kryptowährung Bitcoin Cash (BCH) erfolgte. Viele Miner könnten z.B. aufhören, BTC zu schürfen, um stattdessen eine der konkurrierenden BCH-Implementierungen Bitcoin ABC oder Bitcoin SV mit ihrer Hashpower zu unterstützen.

“Es gibt die Möglichkeit, dass wenn die Hashrate sinkt, das Netzwerk von Natur aus weniger sicher ist. Und das macht Bitcoin weniger wertvoll“, erklärte Travis King, Gründer des auf Kryptowährungen ausgerichteten Ikigai-Hedgefonds, gegenüber Bloomberg.

Da der Kryptomarkt verglichen mit dem etablierten Finanzsystem immer noch sehr klein und illiquide ist, können derartige Kursbewegungen auch stets durch das Wirken sogenannter „Wale“ ausgelöst werden. Dabei handelt es sich um Besitzer großer Kryptovermögen, die in der Regel schon früh in Bitcoin investiert haben. Verkauft ein solcher „Wal“ eine hohe Menge Digitalgeld über Exchanges, finden sich meist nicht genug Käufer und der Preis bricht ein.

Besserung für Bitcoin in Sicht

Zumindest was BTC betrifft, bleibt Meltem Demirors, Chief Strategy Officer (CSO) des Krypto-Investmentanbieters CoinShares, allerdings optimistisch. Sie erklärte den aktuellen Preisrutsch in der CNBC-Sendung Fast Money folgendermaßen: „Immer wenn es Hard Forks gibt, tendiert der Handel dazu komisch zu werden, also denke ich, die Leute versuchen, etwas Risiko vom Tisch zu nehmen“.

Allerdings könne sich die Lage für Bitcoin schon bald verbessern, so Demirors, z.B. wenn die institutionell gestützte Handelsplattform Bakkt am 12. Dezember an den Start ginge. Viele Altcoins dagegen hätten ein zu schwaches Handelsvolumen und befänden sich entsprechend in einer „Liquiditätskrise“. Wir befänden uns nun an einem Punkt, an dem „Blockchain-Projekten das Geld ausgeht“ und viele Coins würden unvermeidlich auf Null fallen, betont der Markt-Analyst.

Werden die Verluste des Crashs schon bald wieder durch einen neuen Aufschwung wettgemacht oder steht uns noch ein langer Bärenmarkt bevor? Schreib uns Deine Gedanken dazu in die Kommentarspalte!

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