Bitmain-IPO in Gefahr? Chef der Hongkonger Börse säht Zweifel

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Aussagen den HKEX-Chefs werfen ein noch schlechteres Bild auf die Bitmain-IPO als ohnehin schon. | © Bitcoinist.com

Charles Li Xiaojia, CEO der Hongkonger Börse HKEX, hat indirekte Kritik an den chinesischen Mining-Unternehmen Bitmain, Canaan und Ebang geübt, welche einen IPO-Antrag an seinem Handelsplatz gestellt hatten. Er mahnte ein nachhaltiges Geschäftsmodell an.

Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos wurde Charles Li Xiaojia, CEO der Hongkong Stock Exchange (HKEX), von Journalisten zu den möglichen Börsengängen (IPOs) der Krypto-Mining-Firmen Bitmain, Canaan und Ebang befragt, wie die South China Morning Post heute berichtete. Alle drei chinesischen Konzerne haben vergangenes Jahr ein IPO an der HKEX beantragt.

Auf das Geschäftsmodell kommt es an

Li antwortete darauf indirekt, dass die Listung eines Unternehmens an der HKEX davon abhänge, ob das Geschäftsmodell geeignet sei. „Wenn eine Firma Milliarden von US-Dollar durch Geschäft A gemacht hat, aber plötzlich Geschäft B betreiben will, ohne irgendwelche Leistungen zu zeigen, oder sagt, Geschäft B sei besser, dann glaube ich nicht, das Geschäft A nachhaltig sein wird.“

Damit scheint Li darauf anzuspielen, dass die drei chinesischen Unternehmen sich zwar im Rahmen der letzten Krypto-Blase durch Mining-Geschäfte eine goldene Nase verdienten, angesichts schwindender Gewinne im Bärenmarkt aber inzwischen eher ihre Künstliche Intelligenz (KI)-Sparte in den Vordergrund stellten.

Bitmain behauptete beispielsweise in seinem IPO-Antrag, ein „starker Herausforderer in der KI-Chip-Industrie“ zu sein. 2017 stellte der Konzern seine KI-Chipreihe namens Sophon vor. Allerdings scheint diese noch kein Geld einzubringen. Laut Bitmains IPO-Antrag stammten 99,9 Prozent aller Gewinne im ersten Halbjahr 2018 aus Mining-Produkten und -Dienstleistungen.

Weiterhin wies Li darauf hin, dass ein Geschäftsmodell, welches in der Vergangenheit kaum reguliert wurde und lukrativ war, in der Zukunft weniger erfolgreich sein könnte, wenn die Regulation zunimmt. Gerade China, das Land, in dem alle drei großen Mining-Unternehmen ihren Hauptsitz haben, ist für extreme Anti-Krypto-Maßnahmen bekannt. Im September 2017 mussten beispielsweise alle Exchanges des Landes den Betrieb einstellen.   

IPO-Zulassung zweifelhaft

Schon vor Lis Aussagen in Davos standen die IPOs der Mining-Firmen auf wackligen Beinen. Ein Eingeweihter erklärte im Dezember gegenüber Coindesk, die HKEX

zögere mit einer Zulassung, da die Branche so volatil sei und man nicht ausschließen könne, dass die Unternehmen nach ein oder zwei Jahren bankrott gingen.

Kürzlich berichtete Bloomberg zudem unter Berufung auf anonyme Quellen, dass Canaan seine Pläne in Hongkong aufgegeben habe und nun stattdessen ein IPO in New York anstrebe.

Glaubst Du, dass Bitmain sein IPO schließlich gelingt? Schreib uns Deine Gedanken dazu in die Kommentarspalte!

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