Bitreon: Krypto-Crowdfunding-Alternative startet noch diesen Sommer

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Crowdfunding ist für Kreativ-Arbeiter eine attraktive Möglichkeit ein regelmäßiges Einkommen zu generieren. | © Depositphotos

Eine neue Crowdfunding-Plattform namens Bitreon soll am 1. August als Beta gestartet werden. Die Entwickler planen, ausschließlich Bitcoin Cash als Zahlungsmittel zu verwenden und freie Meinungsäußerung explizit zu unterstützen. Aktuell werden Mittel für eine Marketing-Kampagne gesammelt.

Gerade in den kreativen Berufen ist es oft schwer, seine Arbeit zu monetarisieren. Der Musiker Jack Conte schuf 2013 mit seiner Crowdfunding-Plattform Patreon Abhilfe. Eine Projektfinanzierung durch eine große Anzahl kleiner Beiträge war auch schon vorher bekannt. Man denke an den großteilig Massen-finanzierten Science-Fiction Film Iron Sky aus 2012. Auch das Konzept von Patreon zielt darauf ab, Finanzierung durch Crowdfunding zu ermöglichen. Während man bei beliebten Crowdfunding-Plattformen wie Kickstarter einmalig Projekte unterstützt, kann man bei Patreon einen Dauerauftrag abschließen, um vor allem Internetpersönlichkeiten wie YouTubern, Instagrammern etc. ein stetiges monatliches Einkommen zu ermöglichen. Im Gegenzug erhalten die Gönner dann Zugang zu exklusiven Inhalten wie etwa Livestreams.

Patreon hat sicherlich einen großen Beitrag geleistet hat, Kunst- und Kulturschaffende aus der Abhängigkeit von staatlichen Programmen oder mächtigen Medienunternehmen zu befreien. Allerdings behält sich die Plattform das Recht vor, missliebige Inhalte zu zensieren und unerwünschte Nutzer auszuschließen. Im Übrigen können Kreativarbeiter über Patreon nicht mit Kryptowährungen unterstützt werden.

Genau an diesem Punkt setzt das Projekt Bitreon ein. Es verbindet das bewährte Konzept von Patreon mit der Kryptowährung Bitcoin Cash (BCH) und bekennt sich ausdrücklich zu dem Recht auf freie Rede. Weitere Vorteile seien Anonymität und verschlüsselte Kommunikation zwischen den Kreativen und ihren Fans. Sicherlich wurde das recht knapp gehaltene Whitepaper nicht zufällig auf den 4. Juli datiert, den Amerikanischen Unabhängigkeitstag.

Momentan sammelt das Bitreon-Projekt Mittel für eine umfassende Marketing-Kampagne. Das Ziel liegt bei 100 BCH (bei momentanem Wechselkurz rund 58 000 €) zum Stichtag, dem 1. August. Zum jetzigen Zeitpunkt sind knapp die Hälfte geschafft.

Laut Whitepaper findet diesen Monat die geschlossene Testphase statt. Am 1. August soll dann eine Beta-Version der Plattform ans Netz gehen. Der offizielle Start ist auf den 1. September angesetzt und Anfang des nächsten Jahres soll dann eine „Bitreon 2.0 Beta“ veröffentlicht werden.

Das Plattform-Problem

Bekanntlich gilt besonders in der Plattform-Ökonomie das alte Sprichwort „wer hat, dem wird gegeben“. Eine Plattform wird um so attraktiver und wertvoller, je mehr Mitglieder sie nutzen. Wer ganz von vorne beginnt, hat es erst einmal schwer, Reichweite aufzubauen. Aber genau dessen scheinen sich die Bitreon-Entwickler bewusst zu sein, da sie schon früh den Fokus auf Marketing richten.

Bis jetzt stellen Kryto-basierte Plattformen wie die YouTube-Alternative DTube im Vergleich mit den Platzhirschen noch einen verschwindend geringen Marktanteil. Aber die Googles und Amazons dieser Welt sind nicht so unbesiegbar, wie es für den Moment scheinen mag. Man denke nur an das soziale Netzwerk MySpace. Bis 2008 hatte es mehr Mitglieder als Facebook, inzwischen aber ist es in der Bedeutungslosigkeit versunken.

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