Blackrock als Bitcoin-Retter? CEO: „Kein einziger Kunde ist interessiert“

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Institutionelles Geld könnte den Krypto-Markt fluten. Ob das ein positives oder negatives Signal ist, bleibt strittig. | © Depositphotos

BlackRock, der größte Vermögensverwalter der Welt, hat eine Arbeitsgruppe für Kryptowährungen eingerichtet. CEO Larry Fink zufolge habe allerdings noch kein einziger Kunde Interesse gezeigt. Trotzdem machten die Kurse einen Sprung nach oben.

BlackRock wird oft als größte Schattenbank der Welt bezeichnet. Der Konzern verwaltet Vermögen im Wert von über 5 Billionen Euro. Hier könnte das institutionelle Geld herkommen, das in den Träumen von Krypto-Optimisten die nächste Kurs-Rally bringen wird.

Bislang war das Unternehmen allerdings nicht gerade als Freund des dezentralen Geldes aufgefallen. Larry Fink, der Blackrock 1988 gründete und noch immer als CEO an der Spitze der Firma steht, nannte Bitcoin noch letztes Jahr einen „Index für Geldwäsche und nichts weiter“. Allerdings unterhält der Konzern seit 2015 eine Blockchain-Arbeitsgruppe. Es scheint fast, als würde Fink seinen Anschuldigungen gegenüber Digitalwährungen selber nicht recht glauben.

Heute schlug nun die Nachricht ein, dass Blackrock eine weitere Arbeitsgruppe eingerichtet  hat, die sich im Speziellen mit Kryptowährungen beschäftigen wird. Zum Beispiel mit der Frage, ob das Unternehmen in Bitcoin Futures investieren soll oder nicht.

Die Neuigkeit euphorisierte den Markt. Nach den Verlusten der letzten Wochen konnten heute alle Top Zehn Kryptowährungen (außer Tether) einen starken Wertzuwachs verbuchen – Bitcoin Cash (BCH) sogar zweistellig.

Larry Fink selbst wiegelte dagegen ab. Es würde erstmal nur um Beobachtung gehen, so der Blackrock-Chef. Im Bloomberg-Interview behauptete er, noch kein einziger seiner Kunden habe den Wunsch, in die verschlüsselten Währungen zu investieren, an ihn herangetragen.

https://www.youtube.com/watch?v=Lyh4046MwEQ

Bewegung im Bankensektor

Auch andere mächtige Finanzinstitute haben kürzlich eine Wende in ihrer Haltung zu Kryptowährungen eingeleitet. Die Investmentbank und Kaderschmiede Goldman Sachs erforscht inzwischen die Möglichkeiten von Krypto-Derivaten. Auch JPMorgen hat seine Position gewandelt. Für CEO Jamie Dimon galt Bitcoin letztes Jahr noch als „Betrug“. Im Mai 2018 führte das Finanzunternehmen dann das neue Amt des „Leiters für Krypto-Anlagen-Strategie“ ein.

Ob aber großflächige Investments durch den Bankensektor überhaupt gewünscht sind, steht noch einmal auf einem ganz anderen Blatt. Wer endlich wieder einen Kursanstieg herbeisehnt, den könnte die Nachricht des Ansturms institutionellen Geldes positiv stimmen. Krypto-Idealisten sind hingegen skeptisch. Je mehr Spielern es im Blockchain-Ökosystem primär um Profit geht, desto weniger Nutzer werden noch von dem Grundgedanken eines dezentralen Geldsystems getrieben. Eine Entwicklung, die uns zu denken geben sollte. Höhlt institutionelles Geld womöglich Bitcoins Kerngedanken aus?

Glaubst du an einen neuen Aufschwung durch institutionelles Geld oder geht dabei der Geist von Bitcoin verloren? Schreibe uns deine Gedanken dazu in die Kommentarspalte.

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