Blockchain: Die Lösung in Zeiten von Corona?

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Das Ausmaß der Corona-Krise stellt die Welt vor völlig neue Herausforderungen. Eine Chance für Blockchain und Kryptowährungen?

Bereits wenige Wochen nach Ausbruch des Coronavirus wurde offensichtlich, dass nicht nur die Gesundheitssysteme in den betroffenen Staaten mit großen Problemen zu kämpfen hatten. Auch Wirtschaft, Finanzwesen und öffentliches Leben wurden von den Auswirkungen der Pandemie überrollt. Ausgangssperren, Arbeiten im Homeoffice und Online-Veranstaltungen jeglicher Art führten zu einem weltweiten Digitalisierungsschub. Dieser sorgte unter anderem für eine steigende Akzeptanz des bargeldlosen Bezahlens. Nicht zuletzt profitieren davon auch Bitcoin und andere Kryptowährungen.

Ebenso richtet sich das Interesse von Institutionen und Behörden zunehmend auf Blockchain-Anwendungen. Die bekannten Attribute dezentraler Blockchain-Technologie – schnell, sicher, transparent – gewinnen in der Coronakrise noch mehr an Relevanz. So lässt sich die schnelle Beschaffung und Verteilung dringend benötigter Hygieneprodukte oder medizinischer Ausrüstung optimieren. Vor allem für komplexe Lieferketten bietet sich der Einsatz von Blockchain bzw. Distributed Ledger Technologien (DLT) an. Hier kann viel wertvolle Zeit gewonnen werden. Komplette Produktions- und Lieferketten lassen sich auf der Blockchain darstellen. So können alle Beteiligten auf die gleichen Informationen zugreifen und diese teilen.

China setzt auf Blockchain

Bereits im Februar 2020 startete China Blockchain-basierte Anwendungen für COVID-19. Diese umfassten unter anderem Online-Screenings zur sicheren Verwaltung von Patientenakten und eine Plattform zur Unterstützung der ordnungsgemäßen Verwaltung und Zuordnung von Hilfsgütern in die am stärksten betroffenen Gebiete. Mithilfe von Blockchain können sich außerdem Transportunternehmen gegenseitig über logistische Besonderheiten, beispielsweise die Temperatur in ihren Fahrzeugen, informieren und diese Daten weiterleiten. Darüber hinaus können Behörden die Daten für Überwachung und Zertifizierungen nutzen.

Zudem lassen sich über APIs (application programming interfaces, also Programmierschnittstellen) Teilnehmer integrieren, die sich nicht aktiv am DLT-Netzwerk beteiligen sollen. Dies können zum Beispiel Drittparteien sein, die die Verteilung von medizinischen Hilfsgütern verfolgen.

Blockchain: Schutz sensibler Daten

Transparenz und Nachverfolgbarkeit spielen auch im Zusammenhang mit Coronainfizierten eine große Rolle, etwa um Kontaktketten nachzuvollziehen und Quarantäneprogramme zu überwachen. Auch hier kann die Blockchain-Technologie punkten. Durch das Bereitstellen von Echtzeitinformationen lässt sich die Ausbreitung des Virus besser verfolgen und medizinische sowie logistische Maßnahmen beschleunigen. Nicht zuletzt können Blockchain-Anwendungen die Anforderungen an die Arzneimittelsicherheit gewährleisten, wenn ein Impfstoff für Studien und schließlich für die breite Versorgung verfügbar ist.

Ein weiteres aktuelles Thema im Jahr der Corona-Krise und der US-Präsidentschaftswahl sind Blockchain-Wahlen. Durch Corona ist mit einer großen Anzahl an Briefwählern zu rechnen, was für Bedenken hinsichtlich Wahlmanipulation sorgt. Als mögliche Lösung hat die US-Post ein Patent für ein Blockchain-basiertes Briefwahlsystem angemeldet. Um das enorme Potenzial der Blockchain-Technologie aufzuzeigen könnte man sich kaum ein öffentlich wirksameres Szenario denken.

©Bild via depositphotos.com

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