Brick Towers macht langfristiges Sparen mit Bitcoin und Blockchain programmierbar
Autor: Coinkurier Redaktion
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Kategorie: Nachrichten
Zusammenfassung: Brick Towers entwickelt mit urble programmierbares Sparen in Bitcoin und ZCHF, bei dem persönliche Ziele, automatische Regeln und Selbstverwahrung im Mittelpunkt stehen.
Brick Towers will das Sparen mit Bitcoin, Stablecoins und Blockchain-Technologie neu denken: Statt Spekulation stehen persönliche Ziele, automatische Regeln und langfristige Vermögensbildung im Mittelpunkt. Wie urble funktioniert, welche Chancen und Risiken das Modell bietet und warum das Schweizer Fintech auf programmierbares Sparen und digitale Selbstverwahrung setzt, zeigt der folgende Pressespiegel.
Brick Towers will langfristiges Sparen programmierbar machen
Das Schweizer Fintech Brick Towers will mit seiner App urble das langfristige Sparen neu organisieren. Wie Swiss-Press.com am 15.10.2026 berichtet, setzt das Unternehmen dabei auf Bitcoin, Stablecoins und Blockchain-Technologie, ohne den Schwerpunkt auf Krypto-Spekulation oder kurzfristigen Handel zu legen.
Vier Finanz- und Technologieexperten bauen dem Bericht zufolge eine Sparplattform, bei der die Kontrolle über das Vermögen beim Sparer bleibt. Die ersten Zahlen bezeichnet Brick Towers als ermutigend: Mehrere hundert Menschen haben die App seit dem Start vor wenigen Monaten heruntergeladen, während das Sparvolumen bereits nach wenigen Wochen im sechsstelligen Frankenbereich liegt.
Bei urble legt der Nutzer zunächst ein persönliches Sparziel fest. Genannt werden unter anderem der Kauf eines Eigenheims, eine Weltreise, die Ausbildung der Kinder oder ein früherer Ruhestand. Anschließend entwickelt ein Assistent einen passenden Sparplan, der weitgehend automatisch abläuft.
„Der Bausparvertrag war der Smart Contract der Wirtschaftswundergeneration“, sagt Ralph Hofacker laut Swiss-Press.com.
Mehr als die Hälfte der Sparpläne ist laut dem Bericht für eine andere Person angelegt. Familie und Freunde können per Einladung direkt auf ein gemeinsames Ziel einzahlen und den Fortschritt live verfolgen. Brick Towers stellt damit nicht Kurse, Trading oder neue Token in den Mittelpunkt, sondern das langfristige Sparverhalten.
Infobox: urble verbindet persönliche Sparziele mit automatisch ausführbaren Regeln. Das Sparvolumen liegt laut Swiss-Press.com nach wenigen Wochen im sechsstelligen Frankenbereich, und mehr als die Hälfte der Sparpläne ist für eine andere Person angelegt.
Blockchain als technische Grundlage für Sparpläne
Brick Towers spricht von „programmierbarem Sparen“. Regeln eines Sparplans sollen nicht nur in Vertragsunterlagen stehen, sondern technisch ausführbar sein. Dazu gehören Fragen wie, wer einzahlt, für wen gespart wird, bis wann der Sparprozess läuft, in welche Anlage investiert wird und unter welchen Bedingungen bestimmte Abläufe stattfinden.
Ein Sparziel für ein Kind kann beispielsweise auf einen bestimmten Zeitpunkt ausgerichtet werden. Andere Sparpläne lassen sich an ein Datum, einen Zielbetrag oder eine bestimmte Anlage koppeln. Eigentum wird digital abgebildet, Transaktionen können programmiert und bestimmte Abläufe über Smart Contracts automatisch ausgeführt werden.
Die Gründer sehen den Nutzen nicht allein in der Technologie. Christian Dick erklärt laut Swiss-Press.com, dass Anleger häufig weniger an fehlenden Anlageprodukten als am eigenen Verhalten scheiterten. Ein Sparplan mit festen Regeln soll dabei helfen, langfristig konsequent zu bleiben.
„Zeit kann man nicht kaufen, aber man kann sie programmieren“, formuliert Ralph Hofacker den Ansatz.
Die Architektur herkömmlicher Sparprozesse ist nach Darstellung des Unternehmens fragmentiert. Banken, Broker, Verwahrer und Zahlungsdienstleister greifen ineinander, damit aus regelmäßigen Einzahlungen über Jahre Vermögen entsteht. Brick Towers will möglichst viel dieser Struktur in Software abbilden.
Infobox: Beim programmierbaren Sparen werden Ziele, Einzahlungen, Laufzeiten, Anlagen und Bedingungen in digital ausführbare Regeln übertragen. Die Plattform soll dadurch langfristige Sparprozesse automatisieren und transparenter machen.
Gründer mit Erfahrung aus dem Schweizer Finanzsektor
Das Team von Brick Towers kommt laut Swiss-Press.com nicht aus einer klassischen Krypto-Start-up-Welt, sondern aus dem Schweizer Finanzsektor. Christian Dick, Ralph Hofacker, Sergey Kisel und Imants Firsts waren zuvor bei Leonteq tätig und arbeiteten dort gemeinsam an einer Plattform für Spar- und Vorsorgelösungen mit mehr als 60.000 Policen und über einer Milliarde Franken verwaltetem Vermögen.
Dick kam über die Credit Suisse und einen Hedgefonds zu Leonteq und forschte an der Universität St. Gallen zur Tokenisierung. Hofacker beriet sieben Jahre lang bei d-fine Banken und Versicherer. Bei Leonteq verantworteten Dick und Hofacker als Executive Directors gemeinsam die Entwicklung langfristiger Spar- und Vorsorgelösungen.
CTO Sergey Kisel leitete bei Leonteq das IT-Team des Geschäftsbereichs und entwickelt Blockchain-Infrastruktur beim US-Unternehmen Digital Asset. Lead Architect und CISO Imants Firsts verfügt über mehr als zwei Jahrzehnte Erfahrung in der Architektur und Absicherung komplexer Softwaresysteme, unter anderem bei Swiss Re und Noumena Digital.
Brick Towers arbeitete nach eigenen Angaben außerdem an Staking-Infrastruktur, kooperierte beim Aufbau eines Staking-Dienstes mit Google und gewann mehrere Hackathons im Ökosystem der Midnight Foundation. 2024 bestand das Unternehmen für einen Teil des Staking-Geschäfts ein SOC-2-Audit Typ II.
Infobox: Das Gründerteam verbindet Erfahrungen aus Banken, Versicherungen, Vermögensverwaltung, Softwarearchitektur, Cybersicherheit und Blockchain-Infrastruktur. Zu den genannten früheren Stationen gehören Leonteq, Credit Suisse, Swiss Re und Noumena Digital.
Nutzer sollen die Kontrolle über ihre digitalen Vermögenswerte behalten
Bei urble liegen die digitalen Vermögenswerte laut Swiss-Press.com in einer vom Nutzer kontrollierten Wallet. Brick Towers kann demnach nicht eigenmächtig darüber verfügen. Für das Unternehmen ist entscheidend, wer tatsächlich über das Vermögen verfügen kann, und nicht allein, wer einen Schlüssel technisch verwahrt.
Sollte urble eines Tages nicht mehr existieren, sollen Sparer über kompatible Wallet-Anwendungen weiterhin auf ihre Vermögenswerte zugreifen können. Gleichzeitig will Brick Towers die technische Verantwortung für die Nutzer reduzieren. Wiederherstellungsoptionen, Mehrfachsignaturen und weitere Sicherheitsmechanismen sollen das Risiko senken, dass der Verlust eines einzelnen Schlüssels zugleich den Zugang zum Vermögen bedeutet.
Unter entsprechenden regulatorischen Voraussetzungen will das Unternehmen weitere Verwahrmodelle entwickeln. Für alternative Verwahrmodelle bereitet Brick Towers laut dem Bericht außerdem den Anschluss an eine Schweizer Selbstregulierungsorganisation vor.
Mit einer größeren Finanzierungsrunde im Rücken richtet das Unternehmen den Blick auf die regulatorische Erschließung des europäischen Marktes und die Beantragung einer MiCA-Lizenz.
Infobox: Das Modell setzt auf eine vom Nutzer kontrollierte Wallet. Brick Towers plant zugleich Wiederherstellungsoptionen, Mehrfachsignaturen und weitere Verwahrmodelle, wobei für den europäischen Markt eine MiCA-Lizenz beantragt werden soll.
Bitcoin und ZCHF bilden das aktuelle Angebot
Das derzeitige Angebot von urble konzentriert sich auf Bitcoin und den Schweizer Franken-Stablecoin ZCHF. Bitcoin beschreibt Ralph Hofacker als „modernes Gold“. Bei urble soll die Kryptowährung nicht primär kurzfristig gehandelt, sondern über einen längeren Zeitraum regelmäßig angespart und gehalten werden.
Der zweite Anlagebaustein ist ZCHF, ein Stablecoin des Frankencoin-Protokolls, der den Schweizer Franken abbildet. Für das Franken-Sparen weist urble laut Swiss-Press.com derzeit variable jährliche Renditen von 2,80 Prozent bei einem Jahr, 3,15 Prozent bei drei Jahren und 3,33 Prozent bei vier Jahren oder länger aus.
| Anlagebaustein | Angabe |
|---|---|
| Bitcoin | Langfristiger Vermögenswert, von Brick Towers als „modernes Gold“ bezeichnet |
| ZCHF bei einem Jahr | 2,80 Prozent variable jährliche Rendite |
| ZCHF bei drei Jahren | 3,15 Prozent variable jährliche Rendite |
| ZCHF bei vier Jahren oder länger | 3,33 Prozent variable jährliche Rendite |
Die genannten Erträge sind nicht garantiert. Sie entstehen nicht als klassischer Bankzins, sondern innerhalb des Protokolls über dezentrale Finanzanwendungen. Bitcoin unterliegt starken Kursschwankungen, die ZCHF-Erträge sind variabel und nicht garantiert. Eine klassische Einlagensicherung wie bei einem Bankkonto gibt es laut dem Bericht nicht.
ZCHF kann direkt in einer digitalen Wallet gehalten und über die Blockchain übertragen werden. Dadurch könnte der digitale Franken grundsätzlich auch für Nutzer außerhalb der Schweiz interessant sein, die Vermögen in Schweizer Franken halten möchten, ohne zwingend ein Schweizer Bankkonto zu benötigen. Welche Möglichkeiten bestehen, hängt laut Swiss-Press.com vom jeweiligen Land und den regulatorischen Vorgaben der beteiligten Anbieter ab.
„Der Franken war immer der sichere Hafen der Welt. Jetzt bekommt er einen Internetanschluss“, sagt Christian Dick laut Swiss-Press.com.
Infobox: urble bietet derzeit Bitcoin und ZCHF an. Für ZCHF werden variable jährliche Renditen von 2,80 Prozent bei einem Jahr, 3,15 Prozent bei drei Jahren und 3,33 Prozent bei vier Jahren oder länger ausgewiesen; diese Erträge sind nicht garantiert.
Tokenisierung soll digitale und klassische Finanzwelt verbinden
Brick Towers sieht die zunehmende Tokenisierung als Signal für eine neue Finanzinfrastruktur. Internationale Börsen, Banken und Finanzinfrastrukturanbieter arbeiten laut dem Bericht daran, Wertpapiere und andere Vermögenswerte auf eine digitale Infrastruktur zu übertragen.
Nach Einschätzung der Gründer könnten verschiedene Anlageklassen künftig stärker über eine gemeinsame digitale Infrastruktur zugänglich werden. Während heute für Aktien ein Depot, für Gold ein Schließfach und für Bitcoin eine Börse benötigt wird, könnten diese Vermögenswerte perspektivisch in einer einzigen Wallet zusammengeführt werden.
„Die eigentliche Frage ist, wem sie gehört: der Bank oder dem Sparer“, sagt Christian Dick laut Swiss-Press.com.
Auch etablierte Anbieter nähern sich dem Thema. Sparkassen erweitern dem Bericht zufolge ihr Angebot um den Kryptohandel. Für Brick Towers zeigt dies, dass digitale Vermögenswerte zunehmend Teil der klassischen Finanzwelt werden und nicht mehr nur eine Nischenerscheinung sind.
Das Unternehmen will digitale Vermögenswerte jedoch nicht nur handelbar machen, sondern sie in langfristige Spar- und Anlagekonzepte integrieren. Die Technologie hinter urble könnte perspektivisch auch anderen Finanzinstituten als Infrastruktur dienen.
Infobox: Brick Towers erwartet, dass digitale Vermögenswerte und klassische Finanzprodukte stärker über gemeinsame digitale Infrastrukturen zugänglich werden. Die Wallet soll dabei nach der Vision des Unternehmens eine zentrale Rolle übernehmen.
Geplante Erweiterung um ETFs, Gold und Silber
In der nächsten Phase will Brick Towers urble schrittweise um weitere Anlageklassen erweitern. Geplant sind unter anderem tokenisierte ETFs auf den MSCI World oder den S&P 500 sowie Sparpläne auf Gold und Silber.
Für diese Erweiterungen nennt Ralph Hofacker laut Swiss-Press.com einen Zeithorizont von sechs bis 18 Monaten. Das Unternehmen will sich von einer Plattform für einzelne Sparpläne zu einer Infrastruktur für programmierbaren Vermögensaufbau entwickeln.
Das größere Potenzial sieht Brick Towers außerhalb der eigenen App. Mittelfristig soll die Technologie hinter urble als White-Label-Lösung Banken und Versicherern zur Verfügung stehen. Diese könnten eigene Spar- und Anlageprodukte entwickeln, während Brick Towers die technische Infrastruktur bereitstellt.
Darüber hinaus denkt Christian Dick an Portfolios, die mehrere Anlageklassen verbinden und sich innerhalb festgelegter Regeln automatisch steuern lassen. KI-Agenten könnten künftig vorgegebene Quoten für Aktien, Anleihen oder Gold überwachen und innerhalb definierter Risiko- und Anlagegrenzen ein Rebalancing auslösen.
„Nicht nur die Ausführung wird automatisiert, sondern auch die Einhaltung von Anlagerichtlinien“, sagt Christian Dick laut Swiss-Press.com.
Noch handelt es sich dabei um ein Zukunftsszenario. Die dafür notwendigen technischen Bausteine entstehen nach Darstellung des Unternehmens jedoch bereits heute: digitale Vermögenswerte, programmierbare Regeln und klar definierte Berechtigungen.
Infobox: Brick Towers plant tokenisierte ETFs auf den MSCI World oder den S&P 500 sowie Sparpläne auf Gold und Silber. Der genannte Zeithorizont für diese Erweiterungen beträgt sechs bis 18 Monate; zusätzlich ist eine White-Label-Lösung für Banken und Versicherer vorgesehen.
Einschätzung der Redaktion
Der Ansatz ist relevant, weil er Blockchain-Technologie auf ein konkretes Alltagsproblem richtet: langfristige finanzielle Disziplin. Entscheidend wird jedoch nicht die technische Programmierbarkeit sein, sondern ob Nutzer die damit verbundenen Risiken verstehen und die Anwendung dauerhaft akzeptieren.
Besonders überzeugend ist die Verbindung aus persönlichen Zielen, gemeinschaftlichem Sparen und automatisierten Abläufen. Gleichzeitig bleiben Bitcoin-Volatilität, variable Erträge, fehlende klassische Einlagensicherung und regulatorische Anforderungen zentrale Hürden. Die geplante Erweiterung um weitere Anlageklassen könnte das Modell deutlich attraktiver machen, erhöht aber auch die Komplexität und den Aufklärungsbedarf.
Das größte Potenzial liegt daher weniger in einer weiteren Krypto-App als in einer möglichen Infrastruktur für digitale, regelbasierte Sparprodukte. Ob daraus ein breiter Finanzstandard entsteht, hängt maßgeblich von Sicherheit, Transparenz, Nutzerfreundlichkeit und regulatorischer Verlässlichkeit ab.
Kurzfazit: Ein technologisch ambitionierter Ansatz mit erkennbarem Nutzen für diszipliniertes Sparen – aber mit erheblichen Anforderungen an Vertrauen, Risikokommunikation und Regulierung.
Quellen: