Bundesbank und Deutsche Börse schließen Blockchain-Tests erfolgreich ab

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Deutsche Börse | © Depositphotos

Bundesbank und Deutsche Börse haben ihr Gemeinschaftsprojekt BLOCKBASTER abgeschlossen. Im Rahmen dessen waren zwei Prototypen zur Wertpapierabwicklung auf Blockchain-Basis getestet worden. Ergebnis: Beide seien „für den Produktivbetrieb einer Finanzmarktinfrastruktur geeignet“.

Eine gut zweijährige Zusammenarbeit zwischen der Bundesbank (Deutschlands Zentralbank) und der Deutschen Börse ist offenbar erfolgreich abgeschlossen worden. Die beiden Organisationen veröffentlichten am Donnerstag eine gemeinsame Presseerklärung und den Abschlussbericht ihres Blockchain-Projekts BLOCKBASTER. 

Wertpapierabwicklung über die Blockchain

Das Akronym steht für „blockchain based settlement technology research” und dementsprechend ging es darum, mit Hilfe der Blockchain Wertpapiergeschäfte abzuwickeln. Zu diesem Zweck wurden seit März 2016 zwei Prototypen entwickelt. Einer der beiden nutzte die Technologie des Open-Source-Projekts Hyperledger Fabric und der andere wurde über die Plattform des US-Startups Digital Asset implementiert.

Nach „intensiven Performancetests“ kam man zu dem Ergebnis, dass beide „für den Produktivbetrieb einer Finanzmarktinfrastruktur geeignet“ seien. Man habe erfolgreich „Wertpapiertransaktionen, Zahlungen, Zinszahlungen und Rückzahlungen bei Fälligkeit einer Anleihe“ abwickeln können, so die Pressemitteilung. Da sich die zugrundeliegenden Technologien inzwischen weiterentwickelt hätten, sei inzwischen wahrscheinlich sogar eine deutlich bessere Leistung möglich.

Geschlossenes System

Im Gegensatz zu Bitcoin kam bei BLOCKBASTER eine geschlossene Blockchain zum Einsatz. Es können also nur im Vorhinein zugelassene Teilnehmer partizipieren. Es dürfen auch ausdrücklich keine Transaktionen anonym ausgeführt werden, wie es beispielsweise der Privacy Coin Monero ermöglicht. „Die Blockchain muss an die vorherrschenden Prozeduren der Finanzmärkte angepasst werden und nicht umgekehrt“, heißt es im Abschlussbericht.

Ein praktischer Einsatz der Prototypen wurde noch nicht angekündigt. Bislang sei noch unklar, ob die Blockchain-Lösungen den bisherigen zentralisierten Systemen überlegen seien. Gegen die Blockchain spräche unter anderem eine höhere Latenz (Verzögerung) und stärkere CPU-Auslastung. Dafür sei sie widerstandsfähiger und ermögliche eine bessere Kontenabstimmung dank der geteilten Datenbank.

Bisherige Entwicklungen

Anfang September hatte die Deutsche Börse eine eigene Abteilung für Blockchain und Kryptowährungen ins Leben gerufen. Durch diese soll die Erkundung von Möglichkeiten der Technologie zentral koordiniert werden.

Die Bundesbank hatte in ihrem Monatsbericht vom September vergangenen Jahres die Vorteile der Blockchain-Technologie anerkannt. Von Kryptowährungen dagegen scheint Zentralbankpräsident Jens Weidmann allerdings wenig zu halten. Bei einer Rede im Februar nannte er sie „ökonomisch und ökologisch ineffizient“.

Werden aus dem BLOCKBASTER-Projekt praktische Anwendungen entstehen oder war das Ganze eher ein Experiment ohne konkrete Folgen? Schreib uns deine Gedanken dazu in die Kommentarspalte!

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