China stärkt Blockchain, während Kryptomärkte unter Druck geraten
Autor: Coinkurier Redaktion
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Kategorie: Nachrichten
Zusammenfassung: Der Pressespiegel zeigt Blockchain als Werkzeug für staatliche Infrastruktur, transparentere Lieferketten und KI-Rechenzentren, während Ethereum und Cardano unter Abflüssen, Kursdruck und Governance-Fragen leiden.
Zwischen staatlich kontrollierten Blockchain-Netzen, transparenteren Rohstoff-Lieferketten und milliardenschweren KI-Rechenzentren zeigt der aktuelle Pressespiegel, wie breit sich die Blockchain-Welt entwickelt. Gleichzeitig geraten Ethereum und Cardano durch Kapitalabflüsse, Kursdruck und Governance-Fragen unter Spannung. Die wichtigsten Fakten und Hintergründe im Überblick.
China fördert Blockchain-Infrastruktur, Bitcoin bleibt ausgeschlossen
China plant ein landesweites Blockchain-Netzwerk zur Digitalisierung der Wirtschaft. Wie Börse Global und BTC-ECHO berichten, umfasst der am 9. Oktober vom Zentralkomitee der Kommunistischen Partei und dem Staatsrat vorgelegte Wirtschaftsplan 19 Maßnahmen.
Im Mittelpunkt stehen die engere Verbindung traditioneller Industrien mit digitalen Technologien sowie ein verbesserter Datenaustausch. Das Programm „East Data, West Computing“ soll Daten aus wirtschaftsstarken Regionen im Osten in Rechenzentren im Westen übertragen. Zusätzlich sind Regeln für Eigentum, Handel und Gewinnverteilung bei digitalen Daten vorgesehen.
Die geplante Blockchain-Infrastruktur soll staatlich kontrolliert und auf zugelassene Teilnehmer ausgerichtet sein. Bitcoin bleibt dagegen ausgeschlossen, da das Netzwerk offen, dezentral und ohne Genehmigung funktioniert. Die chinesischen Behörden warnen weiterhin vor Spekulation und virtuellen Geschäftsmodellen zulasten der Realwirtschaft.
China verfügt bereits seit April 2020 über das Blockchain-based Service Network. Nach Angaben des DigiChina-Projekts der Stanford-Universität erlaubt dieses Netzwerk keine unabhängigen Kryptowährungen wie Bitcoin. Ob das neue nationale Netzwerk auf dem bestehenden System aufbaut oder eigenständig entsteht, ist bislang offen.
Am Handelsverbot für Kryptowährungen auf dem chinesischen Festland ändert sich laut den Quellen nichts. Die chinesische Zentralbank und sieben weitere Behörden bestätigten die bestehenden Beschränkungen im Februar erneut. Peking setzt stattdessen auf die Weiterentwicklung und stärkere Integration des digitalen Yuan in das Finanzsystem.
Als Gegenmodell wird in den Berichten Abu Dhabi genannt. Der Krypto-Vermögensverwalter 3iQ erhielt für seine Tochter 3iQ Middle East eine Grundsatzzusage für eine Category-4-Lizenz der Finanzaufsicht des Abu Dhabi Global Market; das Lizenzverfahren läuft jedoch noch.
„China setzt auf kontrollierte Blockchain und das Krypto-Verbot, während Abu Dhabi regulierte Zugänge für institutionelles Kapital schafft.“ – Börse Global
Infobox: Chinas Wirtschaftsplan umfasst 19 Maßnahmen, Bitcoin kommt darin nicht vor. Das Krypto-Handelsverbot bleibt bestehen, während der digitale Yuan und staatlich kontrollierte Blockchain-Infrastruktur gefördert werden.
Blockchain soll Rohstoff-Lieferketten transparenter machen
Blockchain-Rückverfolgbarkeitstools werden zunehmend in mineralischen Lieferketten eingesetzt und sollen die verantwortungsvolle Beschaffung unterstützen. aktien.news beschreibt ein unveränderbares, verteiltes Register, das jeden Besitzwechsel von der Mine bis zum Markt dokumentieren kann.
Die Technologie reagiert auf strengere regulatorische Anforderungen in der Elektronik-, Elektrofahrzeug- und Batterieherstellung. Unternehmen müssen zunehmend nachweisen, dass Kobalt, Zinn, Tantal, Wolfram und Lithium nicht aus Konflikt- oder Hochrisikogebieten stammen und nicht unter Einsatz von Zwangsarbeit produziert wurden.
Ein von mehreren Parteien genutztes Register kann die einseitige Änderung oder Rückdatierung von Aufzeichnungen erschweren. Minenbetreiber, Händler, Schmelzhütten, Raffinerien und Hersteller können Transaktionen mit Zeitstempeln dokumentieren und kryptografisch mit vorherigen Einträgen verknüpfen.
Plattformen markieren Erzchargen teilweise bereits am Ort der Gewinnung und verfolgen sie über mehrere Verarbeitungsstufen. Ergänzend kommen QR-Codes, RFID-Tags oder Isotopen-Fingerabdrücke zum Einsatz, um digitale Einträge physisch zu verankern.
- Die Chain-of-Custody dokumentiert Materialübertragungen mit manipulationssicheren, zeitgestempelten Einträgen.
- Auditergebnisse können mit bestimmten Minenstandorten verknüpft werden.
- Nachgelagerte Abnehmer erhalten Zugriff auf vorgelagerte Daten.
- Smart Contracts können Zahlungen oder Warnmeldungen auf Basis verifizierter Compliance-Meilensteine auslösen.
- Die Systeme können mit OECD-Leitsätzen und Branchenzertifizierungen abgeglichen werden.
Die Technologie kann jedoch nicht selbst überprüfen, ob eine physische Erzlieferung tatsächlich einem digitalen Eintrag entspricht. Falsche Eingaben am Ursprung bleiben insbesondere im kleingewerblichen Bergbau ein Risiko. Hinzu kommen konkurrierende Plattformen, fehlende Standards für Datenformate und die Gefahr paralleler Datensysteme.
Für kleinere Produzenten stellen Hardware, Konnektivität und Schulungen erhebliche Hürden dar. Systeme, die zum Schutz gefährdeter Bergbaugemeinden entwickelt wurden, könnten diese dadurch in der Praxis ausschließen. Initiativen mit Formalisierungsunterstützung, Finanzierung und Kapazitätsaufbau gelten daher als aussichtsreicher als isolierte Technologieeinführungen.
Verpflichtende Lieferkettensorgfaltspflichten erhöhen den Druck auf Unternehmen. Besonders Schmelzhütten und Raffinerien gelten als kritische Schnittstellen, weil dort verschiedene vorgelagerte Quellen zusammengeführt werden. Blockchain-Plattformen sollen Audit- und Zertifizierungsrahmen ergänzen, nicht ersetzen.
Infobox: Blockchain kann Herkunfts- und Besitzdaten strukturierter und schwerer manipulierbar dokumentieren. Die Glaubwürdigkeit bleibt jedoch vom Verifizierungssystem, von gemeinsamen Standards und der Qualität der eingegebenen Daten abhängig.
Nebius: Rechenzentrum soll durch Kundenvorauszahlungen mitfinanziert werden
Bei Nebius rückt neben der technischen Leistungsfähigkeit die Finanzierung geplanter Rechenkapazität in den Mittelpunkt. ad-hoc-news.de berichtet über ein geschätztes Budget von $800 Millionen für ein geplantes Rechenzentrum von BlockchAIn Digital Infrastructure für Nebius.
Nach Angaben von BlockchAIn sollen Kundenvorauszahlungen dessen Eigenkapitalbeitrag decken. Medienberichten zufolge soll das Rechenzentrum eine Kapazität von 50 MW und einen Vertrag über zwölf Jahre umfassen.
Die Formulierung beschreibt allerdings eine erwartete Finanzierung und keinen bereits vollzogenen Beitrag. Aus „sollen decken“ lässt sich laut der Quelle weder ableiten, dass die Vorauszahlungen bereits eingegangen sind, noch dass die vollständige Projektfinanzierung gesichert ist.
Nebius berichtete außerdem über führende Ergebnisse auf einem einzelnen HGX-B300-Knoten für zwei Modelle im Benchmark MLPerf Training 6.0. Diese Ergebnisse betreffen die technische Leistungsfähigkeit, während das geplante Rechenzentrum für Kapazitätsaufbau und Finanzierung steht.
Zusätzlich übernahm Nebius vor rund zwei Wochen Inferize. Die Technologie und das Entwicklungsteam des auf Inferenzoptimierung spezialisierten Unternehmens wurden in Nebius Token Factory integriert.
Damit stehen bei Nebius mehrere Aspekte nebeneinander: bestätigte technische Leistungsdaten, geplante zusätzliche Rechenkapazität und die Optimierung ihrer Nutzung. Die Quelle weist darauf hin, dass keine dieser Meldungen allein beantwortet, wie wirtschaftlich der Ausbau am Ende ausfällt.
Die Aktie verzeichnete laut dem Bericht seit Jahresanfang ein Kursplus von 169%. Vor diesem Hintergrund sei die Unterscheidung zwischen bestätigter Leistung und erwarteter Finanzierung besonders relevant.
Infobox: Das geplante Rechenzentrum wird mit einem Budget von $800 Millionen, 50 MW und einem Vertrag über zwölf Jahre beschrieben. Kundenvorauszahlungen sollen den Eigenkapitalbeitrag von BlockchAIn decken; eine vollständig gesicherte Finanzierung ist damit laut Quelle nicht bestätigt.
Ethereum: Abflüsse bei US-ETFs treffen auf Thailand-Regeln und Glamsterdam-Test
Bei Ethereum stehen Kapitalbewegungen, regulatorische Zugänge und technische Entwicklung gleichzeitig im Fokus. Börse Express berichtet, dass in den fünf Handelssitzungen bis Freitag netto 542,1 Millionen US-Dollar aus US-Spot-Ether-ETFs abflossen.
Die Produkte verzeichneten damit ihre schwächste Woche seit Januar. Die Abflüsse erstreckten sich über neun aufeinanderfolgende Handelssitzungen. Auf BlackRocks iShares Ethereum Trust entfielen allein 477,1 Millionen US-Dollar der wöchentlichen Nettoabflüsse.
Die Zahlen beziehen sich auf US-Spot-Produkte und bilden laut Quelle nicht die gesamte Nachfrage nach Ether ab. Sie zeigen jedoch, dass Anleger diesem Anlagekanal zuletzt Kapital entzogen haben.
Thailand schuf gleichzeitig einen regulatorischen Rahmen für lokal gelistete Bitcoin- und Ether-ETFs, die jeweils nur einen Kryptowert abbilden. Die Regeln der thailändischen Wertpapieraufsicht SEC treten am 16. Oktober in Kraft.
Die Fonds müssen im Durchschnitt mindestens 80 Prozent ihres Nettoinventarwerts im jeweiligen Basiswert engagiert sein. Außerdem müssen sie von der SEC regulierte Verwahrer für digitale Vermögenswerte nutzen; der Handel soll an der Stock Exchange of Thailand stattfinden.
Ein Emittent oder ein erster Handelstag wurde laut Bericht noch nicht genannt. Der neue Rahmen stellt daher einen möglichen künftigen Zugang zu Ether dar, ist aber nicht mit einem konkreten Fondsstart oder einem unmittelbaren Kapitalzufluss gleichzusetzen.
Auf technischer Ebene wurde das Glamsterdam-Upgrade am 6. Oktober im Sepolia-Testnetz aktiviert. Zu den getesteten Änderungen gehören eine im Protokoll verankerte Trennung von Blockvorschlag und Blockerstellung sowie Zugriffslisten auf Blockebene.
Parallel lief ein Gaslimit-Test von bis zu 200 Millionen. Die Aktivierung betrifft ausdrücklich das Testnetz; ein Termin für die Einführung im Hauptnetz wurde nicht bestätigt.
Infobox: US-Spot-Ether-ETFs verzeichneten Nettoabflüsse von 542,1 Millionen US-Dollar über fünf Handelssitzungen. Thailand schafft ab dem 16. Oktober Regeln für Bitcoin- und Ether-ETFs, während Glamsterdam zunächst nur im Sepolia-Testnetz läuft.
Cardano: ADA unter Druck, Gebührensenkung verfehlt Mehrheit
Cardano ist nach einem dynamischen Monatsauftakt in eine Konsolidierungsphase übergegangen. Laut Börse Express setzte nach dem Anstieg der ersten Oktobertage eine Gewinnmitnahme ein; ADA gab auf Wochensicht um 7,4 Prozent nach und notierte bei 0,2505 US-Dollar.
Der vorherige Preisanstieg wurde von einem Aufbau spekulativer Positionen im Derivatemarkt begleitet. Zwischen dem 3. und 5. Oktober stieg das offene Interesse bei ADA-Kontrakten um 25 Prozent auf 304 Millionen US-Dollar.
Nachdem der Markt diese Hebelwirkung wieder abbaute, ließ die Dynamik nach. Trotz des Rücksetzers lag ADA laut Bericht weiterhin 18 Prozent über seinem 200-Tage-Durchschnitt.
Bei der Netzwerkinfrastruktur bleibt Node-Version 11.1.3 die empfohlene Software für Stake-Pool-Betreiber, während Version 11.1.2 das Minimum darstellt. Drei Wochen nach der Veröffentlichung von 11.1.2 entfielen noch 30 Prozent der Blockproduktion im Mainnet auf ältere Versionen.
Die Entwickler bereiten außerdem das Dijkstra-Upgrade vor. Als nächste Meilensteine nennt Intersect die Bereitstellung von Node-Version 11.2 und die Inbetriebnahme eines öffentlichen DijkstraNet-Testnetzwerks. Beide Komponenten befinden sich noch in der Entwicklung und sind nicht für die breite Nutzung freigegeben.
In der On-Chain-Governance scheiterte ein Vorschlag zur Senkung der Mindestgebühr für Staking-Pools von 170 ADA auf 75 ADA. Am 10. Oktober lag die Zustimmung bei lediglich 34,45 Prozent und damit deutlich unter der erforderlichen Schwelle von 67 Prozent.
Zusätzlich stand eine Treasury-Auszahlung von 11.787.063 ADA zur Abstimmung. Damit sollen Entwicklungswerkzeuge von OpenZeppelin finanziert werden; die Abstimmungsfrist endete am Montag.
Infobox: ADA fiel binnen einer Woche um 7,4 Prozent auf 0,2505 US-Dollar. Die geplante Senkung der Mindestgebühr von 170 ADA auf 75 ADA verfehlte mit 34,45 Prozent die erforderliche Zustimmung von 67 Prozent.
Einschätzung der Redaktion
Die Entwicklungen zeigen eine zunehmende institutionelle und staatliche Einhegung digitaler Infrastrukturen. Entscheidend wird weniger die technische Verfügbarkeit als die Frage sein, wer Zugang, Datenqualität, Kapitalflüsse und Nutzung kontrolliert. Für Anleger und Unternehmen steigt damit die Bedeutung belastbarer Geschäftsmodelle, regulatorischer Klarheit und nachweisbarer operativer Umsetzung.
Kernaussage: Technologischer Fortschritt allein schafft noch keinen nachhaltigen wirtschaftlichen Wert; maßgeblich sind Vertrauen, Kontrolle und tatsächliche Nutzung.
Einschätzung der Redaktion
Blockchain kann die Nachverfolgbarkeit von Rohstoffen deutlich verbessern, ersetzt aber weder Kontrollen vor Ort noch glaubwürdige Standards. Der größte Nutzen entsteht dort, wo digitale Einträge mit physischen Prüfungen, unabhängigen Audits und Unterstützung kleiner Produzenten verbunden werden. Ohne diese Voraussetzungen droht die Technologie vor allem zusätzliche Dokumentation statt verlässlicher Transparenz zu erzeugen.
Kernaussage: Blockchain stärkt Lieferketten nur dann, wenn die Daten am Ursprung verlässlich erhoben und branchenweit vergleichbar gemacht werden.
Einschätzung der Redaktion
Das Finanzierungsmodell verlagert einen wesentlichen Teil des Projektrisikos auf die Nachfrage der Kunden. Vorauszahlungen können den Ausbau beschleunigen, erhöhen aber die Abhängigkeit von langfristig belastbaren Abnahmeverträgen und tatsächlicher Auslastung. Die technische Leistungsfähigkeit ist daher positiv zu bewerten, reicht allein jedoch nicht aus, um die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Vorhabens zu belegen.
Kernaussage: Bei kapitalintensiver KI-Infrastruktur entscheidet die gesicherte Auslastung ebenso stark wie die technische Leistung.
Einschätzung der Redaktion
Die gegenläufigen Signale unterstreichen die Unsicherheit rund um institutionelle Ether-Nachfrage: Kapitalabflüsse in den USA belasten kurzfristig die Marktstimmung, während neue regulierte Zugänge in Thailand langfristig die Anlegerbasis verbreitern könnten. Technische Fortschritte bleiben zunächst unterstützend, solange sie nicht im Hauptnetz umgesetzt und von einer stärkeren Nachfrage begleitet werden.
Kernaussage: Ethereums Perspektive hängt derzeit stärker von nachhaltigen Kapitalzuflüssen und praktischer Nutzung als von einzelnen Testnetzentwicklungen ab.
Einschätzung der Redaktion
Der Kursrückgang und der Abbau gehebelter Positionen zeigen die kurzfristige Anfälligkeit von ADA gegenüber spekulativen Übertreibungen. Gleichzeitig signalisieren die verzögerte Software-Aktualisierung und die gescheiterte Gebührensenkung, dass technische und governancebezogene Fortschritte nicht automatisch breite Zustimmung erhalten. Für eine nachhaltige Neubewertung muss Cardano daher sowohl die Umsetzungsgeschwindigkeit als auch die politische Entscheidungsfähigkeit des Netzwerks verbessern.
Kernaussage: Cardano benötigt neben technischer Weiterentwicklung vor allem belastbare Governance und eine breitere, weniger spekulative Nachfragebasis.
Quellen:
- Bitcoin: Pekings Blockchain ohne Krypto
- China plant nationales Blockchain-Netz: Welche Rolle spielt Bitcoin?
- Blockchain-Rückverfolgbarkeit revolutioniert verantwortungsvolle Rohstoffbeschaffung in Lieferketten
- Nebius Aktie: BlockchAIn-Rechenzentrum soll durch Vorauszahlungen finanziert werden
- Ethereum: Glamsterdam läuft im Sepolia-Testnetz
- Cardano: Staking-Gebührensenkung scheitert