China treibt Blockchain-Ausbau voran, während Initia und Sophon vor Problemen stehen

Autor: Coinkurier Redaktion

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Kategorie: Nachrichten

Zusammenfassung: China plant bis 2030 eine staatlich kontrollierte Blockchain-Infrastruktur, während Angriffe und Abschaltungen bei Initia und Sophon erhebliche Sicherheits- und Verwahrungsrisiken offenlegen.

China baut eine staatlich kontrollierte Blockchain-Infrastruktur auf, während gleichzeitig Sicherheitslücken und Abschaltungen die Risiken im Krypto-Sektor sichtbar machen. Der Pressespiegel beleuchtet Pekings Blockchain-Strategie, den Millionenverlust bei Initia und die knappe Abhebungsfrist für Sophon-Nutzer.

China plant staatliches Blockchain-Netzwerk bis 2030

China will im Rahmen des 15. Fünfjahresplans bis 2030 ein flächendeckendes nationales Blockchain-Netzwerk fertigstellen. Der Plan wurde laut BTC-ECHO von der Zentralbehörde für Cyberspace-Angelegenheiten der Kommunistischen Partei Chinas vorgegeben und soll die Nutzung von Distributed-Ledger-Technologien im Handel und Finanzwesen vertiefen.

Ein Schwerpunkt liegt auf dem Yangtze-Delta. Zudem ist laut TradingView ein großflächiger Einsatz der Technologie in der Fertigung und Landwirtschaft der Region Chengdu–Chongqing vorgesehen. Der Plan fordert strengere technische Standards für Blockchain-Architekturen sowie eine stärkere Nutzung der Technologie beim Umlauf und Handel von Daten.

Die Strategie unterscheidet sich deutlich von öffentlichen Netzwerken wie Bitcoin oder Ethereum. BTC-ECHO berichtet, dass Peking auf erlaubnisbasierte Konsensmechanismen und Konsortial-Blockchains setzt, bei denen die Kontrolle über die Validierungsknoten nicht abgegeben wird.

Während kommerzielle Aktivitäten mit Kryptowährungen und Mining auf dem chinesischen Festland weiterhin streng untersagt sind, wird die zugrunde liegende Blockchain-Technologie als nationale Priorität behandelt. Nach Angaben von BTC-ECHO soll China über rund 190.000 BTC im Wert von 15,5 Milliarden US-Dollar verfügen.

AspektAngabe
Zieltermin2030
Blockchain-ModellErlaubnisbasierte Konsensmechanismen und Konsortial-Blockchains
Genannte ReserveRund 190.000 BTC
Wert der Reserve15,5 Milliarden US-Dollar

Zusammenfassung: China treibt den Aufbau einer kontrollierten Blockchain-Infrastruktur voran, fördert jedoch keine öffentlichen, permissionless Netzwerke wie Bitcoin oder Ethereum.

Initia stoppt Layer 1 und Rollups nach Infinite-Mint-Angriff

Die Initia-Blockchain und die darauf aufsetzenden Rollups wurden am 23. Oktober 2026 um 15:41:30 UTC angehalten. Nach Angaben von CryptoTicker konnte ein Angreifer durch eine Schwachstelle im Prägemechanismus Token ohne Obergrenze erzeugen und anschließend Werte von 2,6 bis 2,7 Millionen US-Dollar abziehen.

Die Blockchain blieb zum Zeitpunkt der Berichterstattung bei der Blockhöhe 23365925 stehen. Einen Termin für die Wiederaufnahme des normalen Betriebs und eine abschließende Gesamtsumme des Schadens hatte das Projekt zu diesem Zeitpunkt nicht genannt.

Bei einem sogenannten Infinite Mint können neue Token ohne Einzahlung, Sicherheit oder festgelegte Obergrenze erzeugt werden. Der wirtschaftliche Schaden entsteht laut CryptoTicker insbesondere dann, wenn die ungedeckten Token über eine Bridge auf andere Blockchains übertragen und dort gegen reale Vermögenswerte eingelöst werden.

Mitgründer Ezaan Mangalji ordnete die Ursache als Day-0-Bug im Zusammenhang mit der MoveVM von Initia auf dem Cosmos SDK ein. Nach seiner Darstellung waren die nativen INIT-Token selbst nicht von der Prägelücke betroffen.

„November 25 is the deadline to withdraw your assets."

Die Schadensangaben unterscheiden sich je nach Quelle. Mangalji nannte laut CryptoTicker rund 2,7 Millionen US-Dollar, während Crypto Briefing und die Hack-Liste von DefiLlama 2,6 Millionen US-Dollar aufführen. Eine von The Block zitierte Auswertung von Bitquery kam auf rund 7,48 Millionen US-Dollar nominal erzeugter Token; ein größerer Teil davon bestand demnach aus synthetischem iUSD, das sich nicht zum Nennwert einlösen ließ.

Die südkoreanische Börse Upbit setzte Ein- und Auszahlungen für INIT aus. Der Handel auf Börsen kann laut CryptoTicker über interne Bücher weiterlaufen, während Ein- und Auszahlungen von der Funktionsfähigkeit der Blockchain abhängen.

AngabeWert
Zeitpunkt des Stopps23. Oktober 2026, 15:41:30 UTC
Blockhöhe23365925
Schaden laut MitgründerRund 2,7 Millionen US-Dollar
Schaden laut Crypto Briefing und DefiLlama2,6 Millionen US-Dollar
Nominal erzeugte Token laut BitqueryRund 7,48 Millionen US-Dollar
INIT-Kurs am 24. Oktober 20260,152482 US-Dollar beziehungsweise 0,136096 Euro
Veränderung innerhalb von 24 Stunden14,43 Prozent höher
Umlaufmenge210.794.785 von insgesamt einer Milliarde Token

Zusammenfassung: Initia stoppte sein Netzwerk nach einem Infinite-Mint-Angriff. Die Blockchain blieb bei Blockhöhe 23365925 stehen, während die Schadensangaben zwischen 2,6 und 2,7 Millionen US-Dollar liegen.

Sophon nennt den 25. November als Frist für Abhebungen

Sophon will seine Ethereum-Layer-2-Blockchain abschalten und nennt den 25. November 2026 als letzten Tag für Abhebungen. Nach Angaben von CryptoTicker soll das Mainnet am 30. November endgültig schließen; wichtige Infrastruktur und zugehörige Websites sollen bereits nach dem 25. November abgeschaltet werden.

Die Angaben stehen im Widerspruch zur technischen Dokumentation des Projekts. Dort wird weiterhin erklärt, dass es kein festes Abschaltdatum gebe und die Blockchain voraussichtlich bis Ende 2026 verfügbar bleibe.

Auf der Sophon-Blockchain liegen laut CryptoTicker rund 5,28 Millionen US-Dollar. Davon entfallen etwa 198.000 US-Dollar auf Ether, rund 244.000 US-Dollar auf Stablecoins, knapp 7.000 US-Dollar auf Bitcoin, gut 4,83 Millionen US-Dollar auf übrige Token und knapp 574.000 US-Dollar auf SOPH selbst.

L2Beat führt Sophon als Stage 0 und nennt beim Ausfall des Sequencers den Eintrag „No mechanism“. Außerdem wird kein Exit-Fenster ausgewiesen. Dadurch gibt es laut CryptoTicker keinen alternativen Notausgang über Ethereum, falls die Blockchain abgeschaltet wird.

Für die Abwicklung verweist das Projekt auf ein Portal. Dort sollen offene Staking- und Guardian-Belohnungen eingesammelt und liquide Vermögenswerte wie SOPH, ETH, USN und USDC abgezogen werden. Guardian-NFTs, vSOPH und gestaktes SOPH sollen nach Angaben des Projekts automatisch nach Ethereum überführt werden.

Die Abhebungsfrist wird ohne Uhrzeit und Zeitzone genannt. CryptoTicker rät deshalb, die frühere Angabe als maßgeblich zu behandeln und das Guthaben in der ersten Novemberhälfte abzuziehen.

AngabeWert
Abhebungsfrist25. November 2026
Geplante Schließung des Mainnets30. November 2026
Vermögen auf SophonRund 5,28 Millionen US-Dollar
Ether-AnteilEtwa 198.000 US-Dollar
Stablecoin-AnteilRund 244.000 US-Dollar
Bitcoin-AnteilKnapp 7.000 US-Dollar
Übrige TokenGut 4,83 Millionen US-Dollar
SOPH-AnteilKnapp 574.000 US-Dollar
SOPH-KursRund 0,0016 US-Dollar
SOPH-MarktkapitalisierungEtwa 8,0 Millionen US-Dollar
SOPH-Gesamtmenge10 Milliarden Token
SOPH-UmlaufmengeKnapp 4,99 Milliarden Token

Zusammenfassung: Sophon nennt den 25. November 2026 als Abhebungsfrist und den 30. November 2026 als geplanten Termin für die Schließung des Mainnets. Wegen des fehlenden Exit-Mechanismus könnten auf der Blockchain verbliebene Vermögenswerte dauerhaft unzugänglich werden.

Einschätzung der Redaktion

Chinas Ansatz unterstreicht, dass Blockchain politisch und wirtschaftlich relevant bleibt, während dezentrale Kryptowährungen bewusst ausgeklammert werden. Der erwartbare Schwerpunkt liegt damit auf staatlicher Kontrolle, Dateninfrastruktur und industrieller Anwendung – nicht auf finanzieller Offenheit.

Kernaussage: Blockchain wird als strategische Infrastruktur etabliert, Dezentralisierung bleibt unerwünscht.

Quelle: BTC-ECHO

Einschätzung der Redaktion

Der Vorfall zeigt ein erhebliches Sicherheits- und Governance-Risiko für modular aufgebaute Blockchain-Ökosysteme: Ein Fehler in einer zentralen Komponente kann nicht nur eine einzelne Anwendung, sondern die gesamte Infrastruktur und angeschlossene Rollups lahmlegen. Entscheidend sind nun eine nachvollziehbare Schadensbilanz, transparente Wiederherstellungsmaßnahmen und belastbare Prüfprozesse.

Kernaussage: Der Angriff beschädigt vor allem das Vertrauen in die technische Reife und Krisenfestigkeit des Netzwerks.

Quelle: CryptoTicker Quelle: The Block Quelle: DefiLlama

Einschätzung der Redaktion

Die angekündigte Abschaltung macht deutlich, dass Nutzer bei jungen Layer-2-Netzwerken nicht nur technologische, sondern auch erhebliche Betriebs- und Abwicklungsrisiken tragen. Besonders problematisch sind widersprüchliche Angaben zum Zeitplan und das Fehlen eines ausgewiesenen Exit-Mechanismus. Vermögenswerte sollten daher nicht bis zum Fristende auf der Plattform verbleiben.

Kernaussage: Unklare Abschaltregeln und fehlende Ausstiegsmöglichkeiten können aus einem Projektende ein dauerhaftes Verwahrungsrisiko machen.

Quelle: CryptoTicker Quelle: L2Beat

Quellen: