Coinbase beugt sich öffentlichem Druck, entlässt Ex-Hacking Team Mitarbeiter

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Die Exchange Coinbase hat auf die öffentliche Kritik reagiert und will sich nun von allen Ex-Mitarbeitern der umstrittenen IT-Firma Hacking Team trennen. Zuvor hatten Kunden der Kryptobörse aus Protest ihre Coinbase-Konten gelöscht.

Die amerikanische Exchange Coinbase hat aus dem Skandal um die Übernahme der Blockchain-Analyse-Firma Neutrino Konsequenzen gezogen. Coinbase-CEO Brian Armstrong erklärte am Montag in einem Blog-Artikel, man habe sich mit dem Neutrino-Team darauf geeinigt, dass alle ehemaligen Mitarbeiter von Hacking Team Coinbase verlassen müssten.

Die italienische IT-Firma Hacking Team wird dafür kritisiert, Spionage-Software an repressive Regime weltweit zu verkaufen. Die internationale Organisation Reporter ohne Grenzen bezeichnete das Unternehmen als einen von fünf „Feinden des Internets“.

Nun stellt sich die Frage, wie viel vom Neutrino-Team überhaupt noch übrig bleiben wird. Schließlich waren alle drei leitenden Mitarbeiter, die das Startup auf seiner Webseite aufführt, früher bei Hacking Team tätig. Sowohl der CEO Giancarlo Russo, als auch Chief Research Officer (CRO) Marco Valleri und Chief Technology Officer (CTO) Alberto Ornaghi arbeiteten für die verrufene Firma.

Die Übernahme von Neutrino durch Coinbase hatte in der Krypto-Szene heftige Ablehnung hervorgerufen. Einige Kunden der Exchange löschten ihre Nutzerkunden und berichteten unter dem Hashtag #DeleteCoinbase auf Twitter davon.

Wichtiger Punkt bleibt unangesprochen

Armstrong erklärte in dem Blogartikel, seine Exchange habe vor dem Kauf von Neutrino externe Unternehmen Blockchain-Analysen durchführen lassen. Diese hätten jedoch nicht alle Kryptowährungen unterstützt, die Coinbase zum Handel habe anbieten wollen. Also habe man sich zum Kauf von Neutrino entschieden, da diese Firma über führende Technologie in ihrem Feld verfüge.

Dabei verschweigt Armstrong jedoch den Elefanten im Raum, nämlich die Aussagen der Coinbase-Vertriebsleiterin Christine Sandler. Diese hatte in einem Interview mit der Nachrichtenseite Cheddar erklärt, Coinbase habe sich von seinen bisherigen Analyse-Partnern getrennt, weil diese Kundendaten an Dritte weiterverkauft hätten. Das Blockchain-Analyse-Unternehmen Elliptic bestritt in einer Pressemitteilung vom Montag diese Anschuldigungen.

Auch die Qualität der Neutrino-Dienste wird in Zweifel gezogen: Jesse Powell, CEO der Exchange Kraken, schrieb am Sonntag auf Twitter, dass Neutrino laut einer internen Untersuchung von fünf Anbietern das schlechteste Produkt vorzuweisen habe.

Wird Coinbase mit dieser Geste wieder an Ansehen gewinnen können? Schreib uns Deine Gedanken dazu in die Kommentarspalte!

© Bild via freeimageforlife, Flickr.com, Public Domain

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