Coinbase registriert eigene Krypto-Lobby

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Coinbase registriert eigene Krypto-Lobby | © Depositphotos
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Der amerikanische Krypto-Konzern Coinbase hat sein eigenes PAC (Political Action Commitee) bei der zuständigen Behörde registrieren lassen. In den USA sind Firmen und andere Organisationen verpflichtet, Wahlkampfspenden über PACs abzuwickeln. Bislang hat Coinbase noch kein Geld in sein PAC eingezahlt.

Im Jahr 2016 wurden 6,5 Milliarden Dollar für den Präsidentschafts- und den Kongress-Wahlkampf ausgegeben. Kein zweiter Wahlkampf weltweit frisst so viel Geld wie in den USA.

Um präferierte Kandidaten und Parteien zu unterstützen, müssen Spender den Umweg über sogenannte Political Action Commitees (PAC) nehmen. Der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten hat im Jahr 2010 außerdem zugunsten sogenannte Super PACs geurteilt. Im Gegensatz zu herkömmlichen PACs sind diese keinerlei Einschränkungen von erlaubten Spendensummen ausgesetzt.

Coinbase gründet Lobbyorganisation

Coinbase, neben Bitmain dem vielleicht bedeutendste Konzern in der Krypto-Ökonomie, hat nun sein eigenes PAC bei der amerikanischen Bundeswahlkommission (FEC) registriert. Offenbar wurde allerdings noch keinerlei Geld eingezahlt (Stand 30.6.).

Dieses Jahr stehen in den USA die Halbzeitwahlen an. Während zwar über das ganze Jahr verteilt schon einige Spezialwahlen stattfinden, gipfeln die Midterm Elections am 6. November, wo ein Drittel der Senatssitze und das gesamte Repräsentantenhaus neu besetzt werden. Welche Kandidaten oder Parteien Coinbase unterstützen will, ist derzeit noch nicht klar. Es hängt wohl auch stark davon ab, wie sich die Kandidaten bis zum Stichtag zu Kryptowährungen äußern. Mitgründer Fred Ehrsam hat in der Vergangenheit den Republikanern Geld zukommen lassen und mehrfach an deren Präsidentschaftskandidaten von 2012, Mitt Romney, gespendet. Letzterer möchte dieses wieder antreten. Diesmal um Utah im US-Senat zu vertreten.

Auch Krypto-Gegner haben ihre Spender

Ein Politiker, der von Coinbase sicherlich keinen Cent sehen wird, ist der Demokrat Brad Sherman. Der Kongress-Abgeordnete ist ein bekannter Bitcoin-Hasser, der erst kürzlich wieder das Verbot von Kryptowährungen forderte.

Aber rührt seine Haltung allein aus innerer Überzeugung her? Oder könnte es auch damit zu tun haben, dass einer seiner größten Spender Allied Wallet ist. Das Unternehmen verdient sein Geld mit der Verarbeitung von Online-Zahlungen und hätte bei einer Krypto-Massenadaption entsprechend viel zu verlieren.

Geld korrumpiert die Politik. Wenn aber Großspender Einfluss auf die Politik nehmen, um Kryptogeld madig zu machen, müssen auch Pro-Blockchain-Firmen dieses Spiel spielen.

Welche Partei sollte Coinbase deiner Meinung nach unterstützen? Hältst du ein solches Eingreifen in den politischen Betrieb überhaupt für klug? Schreib uns deine Gedanken dazu in die Kommentarspalte!

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