Dissenter, Plattform für „Freie Meinungsäußerung“, von Chrome und Firefox verbannt, baut eigenen Browser auf Brave-Basis

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Die Entwickler von Dissenter, einer App, mit der man alle möglichen Webseiten kommentieren kann, wollen auf Basis von Brave einen eigenen Browser entwickeln. Kürzlich war Dissenter von Firefox und Google Chrome aus fadenscheinigen Gründen verbannt worden.

Die im Februar veröffentlichte Browser-Erweiterung Dissenter könnte unseren Umgang mit dem Internet grundlegend revolutionieren. Dank dieser hat nämlich jeder Nutzer die Möglichkeit, Beiträge auf sämtlichen Social-Media-Portalen zu kommentieren, selbst wenn die Seite selbst die Kommentarfunktion beschränkt oder ausgeschaltet hat. Die Kommentare werden nämlich einfach bei der Datenbank von Dissenter statt z.B. YouTube hinterlegt.

Erstens erleichtert das die Kommentarfunktion erheblich, da man sich nicht mehr überall einzeln anmelden muss. Zweitens haben nun beispielsweise Nachrichtenseiten nicht mehr die Möglichkeit, ihre Kommentarfunktion einfach abzuschalten, wenn sie Kritik an ihrer Berichterstattung fürchten sollten.

Von Chrome und Firefox verbannt

Jedoch wird Dissenter nicht von allen mit Begeisterung aufgenommen: Vergangene Woche verbannten sowohl Mozilla (Firefox) als auch Google Chrome die Anwendung aus ihren jeweiligen App-Stores für Browser-Erweiterungen. Google behauptete, Dissenter habe gegen die Regeln „bezüglich Drohung, Belästigung, Schikanieren von Anderen und Hassrede“ verstoßen. Konkrete Beweise wurden nicht erbracht.

Dissenter versteht sich wie sein Mutterkonzern, der Kurznachrichtendienst Gab.com, als eine Plattform der freien Rede, wo alles gesagt werden darf, was nicht gesetzlich verboten ist. Entsprechend beschränken Gab und Dissenter keine Kommentare, die von einigen als „Hassrede“ empfunden werden. Dadurch geraten die Plattformen regelmäßig ins Kreuzfeuer der Medien.

Browser auf Basis von Brave, aber ohne Basic Attention Token (BAT)

Am Dienstag verkündete die offizielle Twitter-Präsenz von Gab und Dissenter, dass man nun einen eigenen Browser auf Basis von Brave entwickeln werde, in dem die Kommentarfunktion fest installiert sein solle.

Im Mai 2017 hatte Brave ein Initial Coin Offering (ICO) durchgeführt und dabei durch den Verkauf des Basic Attention Tokens (BAT) 35 Millionen US-Dollar eingenommen. Ziel des BAT ist es, über den Brave-Browser ein besseres System für Online-Werbung aufzubauen, bei welchem die Daten der Internet-Nutzer geschützt bleiben.

Jedoch haben die Dissenter-Entwickler angekündigt, den BAT aus ihrem neuen Browser zu entfernen. Dies schien Brave-Gründer Brendan Eich nicht zu gefallen: Er nannte die Entwickler „irrational“. Wenige Tage zuvor hatte sich Eich allerdings gegen eine Verbannung von Dissenter ausgesprochen.

Auf Nachfrage eines Twitter-Nutzers erklärte Dissenter, das auch eine eingebaute Bitcoin (BTC)- und Lightning-Wallet geplant sei. Dies habe allerdings nicht oberste Priorität.

Hast Du Dissenter schon einmal ausprobiert? Schreib uns Deine Erfahrungen damit in die Kommentarspalte!

© Bild via Depositphotos

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