Eurogroup: Digitaler Euro lässt sich nicht programmieren

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Die Eurogroup sagte am 16. Januar, dass ein eventueller digitaler Euro nicht programmierbar sein kann und automatisch in traditionelle Vermögenswerte umgewandelt werden kann.

Obwohl der digitale Euro zu jedem Zeitpunkt automatisch in den traditionellen Euro konvertierbar sein muss, kann der Vermögenswert nicht so programmierbar sein, dass die Inhaber daran gehindert werden, ihn für bestimmte Einkäufe oder zu bestimmten Zeiten auszugeben.

Dies ist vermutlich für Krypto-Entwickler von Interesse, die darüber nachdenken, wie ein digitaler Euro in DeFi-Anwendungen und -Börsen integriert werden könnte. Auch wenn die EU nie bestätigte, dass der digitale Euro auf Blockchain aufbauen würde, deutete sie an, dass dezentrale Lösungen, einschließlich der Distributed-Ledger-Technologie (DLT), in Betracht gezogen würden.

Krypto-Entwickler und ihre Anwendungen werden den digitalen Euro zweifellos einbinden können. Das die Eurogroup die Programmierbarkeit anspricht, bedeutet allerdings, dass diese Entwickler es vorziehen könnten, weiterhin blockchainbasierte Stablecoins wie Euro Tether, Stasis Euro und Euro Coin zu nutzen, da diese über Smart Contracts programmierbar sind.

Die Eurogroup unterschied auch zwischen benutzerprogrammierten Zahlungen und Programmierungen, die die Bewegung des Vermögenswerts kontrollieren könnten. Ersteeres würde unterstützt und letzteres verhindert werden.

Die Bedenken der Eurogroup bezüglich der Programmierbarkeit sind einer von vielen Gestaltungspunkten, die das Kollektiv in seiner heutigen Ankündigung als politisch bezeichente.

Die Gruppe sagte, dass die Merkmale und das Design des digitalen Euro politische Entscheidungen erfordern, die auf politischer Ebene diskutiert und getroffen werden sollten. Man schlug vor, dass das Design die Position der EU in der Geopolitik stärken könnte, wie auch die strategische Autonomie und Unabhängigkeit aufgrund der Bedeutung von Zahlungssystemen.

Sie stellte im Zusammenhang mit diesem Ziel mehrere Bedenken fest, die abgewogen werden sollten. So wurde festgestellt, dass ein digitaler Euro allgemein verfügbar sein sollte, aber das Bargeld ergänzen sollte, anstatt es zu ersetzen. Weiter wurde festgestellt, dass ein digitaler Euro eine Überwachung der Kriminalitäts- und Betrugsbekämpfung ermöglichen und gleichzeitig den Nutzern Vertrauen und Privatsphäre bieten sollte.

Es wurde auch festgestellt, dass zum Schutz der Finanzstabilität der EU Beteiligungsgrenzen eingeführt werden sollten und dass die öffentliche und private Beteiligung ausgewogen sein sollten. Ferner wurde festgestellt, dass EU-spezifische Bedürfnisse gegen die Interoperabilität mit anderen CBDCs abgewogen werden sollten.

Zur Schaffung eines digitalen Euros braucht es die Beteiligung mehrerer verschiedener EU-Organisationen. Die Eurogroup sagte, wenn ein digitaler Euro geschaffen wird, müssen das Europäische Parlament und der Europäische Rat eine Rechtsgrundlage dafür schaffen. Außerdem müsse die Europäische Kommission einen Legislativvorschlag erarbeiten.

Obwohl der Europäische Rat die heutige Erklärung veröffentlicht hat, ergeben sich die Einzelheiten aus Diskussionen zwischen Mitgliedern der Eurogroup, bei der es sich um eine informelle Treffengruppe handelt, der die Finanzminister der Eurozone angehören.

Derzeit befindet sich der digitale Euro in der Untersuchungsphase. Berichte deuten darauf hin, dass die EU im Herbst 2023 über die Ausgabe eines digitalen Euros entscheiden wird. Sollte die EU beschließen fortzufahren, wird dieser erst viel später ausgegeben.

Bildquelle: Pixabay

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