Geleaktes Bill Clinton-Gespräch: Kryptos sind geeignetes Mittel für Terrorfinanzierung. Video

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Bill Clinton trat bei der diesjährigen Swell-Konferenz als Keynote-Speaker auf. | © Ripple Labs
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Der ehemalige Präsident der Vereinigten Staaten, Bill Clinton, war als Keynote-Speaker bei Ripples Swell-Konferenz eingeladen. Ripple stellte im Vorhinein klar, dass die Rede nicht für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Jetzt ist auf YouTube ein Video der anschließenden Q&A-Runde aufgetaucht. Darin drückt der Ex-Präsident gemischte Gefühle gegenüber dezentralen Technologien aus.

Der ehemalie US-Präsident Bill Clinton sprach am Montag bei Ripple’s Swell-Konferenz im Silicon Valley (San Francisco) mit Gene Sperling, einem ehemaligen Berater im Weißen Haus und jetzigen Board-Direktor von Ripple Labs. Clinton warnte vor den Gefahren dezentraler Technologien. Besonders Terrorfinanzierung und Geldwäsche würden durch Kryptowährungen eine Tür geöffnet werden. Er sprach sich allerdings auch gegen Regulierungen aus, welche die vielversprechende Blockchain-Technologie im Keim ersticken könnte.

Der 42. Präsident der USA war der Keynote-Speaker und damit der Top-Akt des Abends. Bisher ist Clinton noch nicht als besonderer Befürworter der Blockchain-Technologie ans Licht der Öffentlichkeit getreten. Wahrscheinlich ist daher, dass Ripple mit Clintons Auftreten lediglich das mediale Interesse auf sich ziehen wollte – was zweifellos gelungen ist. Allerdings gab Ripple im Vorfeld bekannt, dass die Reden zwar im Nachhinein veröffentlicht werden, davon aber diejenige Clintons ausgenommen sei.

Immerhin die Q&A-Runde mit dem ehemaligen US-Präsidenten wurde nun von einem Konferenz-Teilnehmer geleakt, der diese offenbar mit einem Smartphone aufgenommmen hatte:

Clintons Auftritt könnte allerdings auch Teil einer größeren Strategie sein, Einfluss in den Polit-Betrieb in Washington zu bekommen. So trat vergangenes Jahr der ehemalige Vorsitzende der Fed (Federal Reserve Bank) Ben Bernanke als Keynote-Speaker vor die Gäste der Swell-Konferenz. Erst kürzlich wurde bekannt, dass Ripple Labs in Gemeinschaft mit anderen größtenteils im Ripple-Ökosystem agierenden Startups die Sicherung von Amerikas Internet der Werte Koalition (SAIV) gegründet hatte. Diese engagiert die Klein/Johnson Group speziell mit dem Ziel in Washington, D.C. Lobby-Arbeit für Kryptowährungen zu betreiben.

In seinen Antworten berührte Clinton eine ganze Bandbreite an Themen. Darunter auch die Cyber-Sicherheit der US-Regierung, die für ihn vor allem deshalb wichtig sei, weil seine Frau angeblich wegen eines russischen Hackerangriffs auf den US-amerikanischen Sicherheitsapparat 2016 die Präsidentschaftswahl gegen Rivalen Trump verloren habe. Auch sein gerade erschienen Roman bewarb er unterschwellig.

Clinton äußert sich zu Blockchain

Schließlich ging er auf die Blockchain-Technologie ein. Er warnte mit dem Hinweis vor Regulierungen, dass man nicht „die Gans töten darf, die das goldene Ei gelegt“ habe. Er beließ es aber nicht bei dieser netten Metapher, sondern holte auch zum Rundumschlag gegen angebliche Gefahren der Zukunftstechnologie aus.

Dabei wiederholte er das gängige Klischee, Kryptowährungen würden ein ideales Tauschmittel für „Terroristen und Geldwäscher“ sein. Daher glaube er, dass es „intelligenter Bemühungen bedürfe, die die Nachteile identifizieren“. Man könnte nicht „alte Regulierungen auf neue Technologie“ anwenden, fügte er hinzu. Erst kürzlich konnte in einer bei Coindesk veröffentlichten Studie bewiesen werden, dass Kryptowährungen kein beliebtes Zahlungsmittel für Terrorismusfinanzierung darstellen.

Clinton bediente allerdings nicht nur anti-Krypto Vorurteile, sondern stellte auch die positiven Seiten der Technologie heraus. Clinton betonte: „Diese ganze Blockchain-Sache hat nur deswegen Potenzial, weil sie über Grenzen hinweg und einkommensunabhängig genutzt werden kann“. Ob diese Äußerung von tiefgehender Expertise herrührt oder eine auswendig gelernte Phrase ist, lässt sich nur spekulieren.

Bei einer Konferenz in Washington, D.C. erhielt Bill Clinton 2016 seine ersten Bitcoins von Venture Capitalist Matthew Roszak als Geschenk. Dennoch nahm seine Frau für ihre Präsidentschaftskampagne keine Spenden in Bitcoins entgegen.

Was hältst Du von Bill Clintons Äußerungen zur Zukunft der Blockchain? Schreib uns deine Gedanken dazu in die Kommentarspalte!

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