Istanbul-Fork-Desaster: 60% der Ethereum (ETH)-Nodes nicht bereit für 7. Dezember

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In voraussichtlich drei Tagen steht Ethereums langerwartete Istanbul-Hardfork an. Bisher haben aber gerade einmal 40% der Ethereum (ETH)-Nodes die notwendigen Vorkehrungen getroffen.

Am 7. Dezember ist es endlich soweit, die Blockchain-Plattform Ethereum (ETH) wird mittels der “Istanbul” getauften Hardfork geupgraded. Die Fork erfolgt bei Blockhöhe 9.069.000 und wird sechs EIPs (Ethereum Improvement Proposals) enthalten. Die wichtigsten darunter sind:

EIP-152 (wird Ethereum mit Codezeilen ausstatten, welche der Plattform eine gewisse Kompatibilität mit der ZCash-Chain erlauben); EIP-1108 (wird die Nutzung von zk-SNARKs stark vergünstigen, was dApps mit Fokus auf Privatsphäre skalierbarer macht); EIP-2200 (was die Datenspeicherung in der Ethereum Virtual Machine günstiger machen und neue Smart Contract-Funktionen erlauben soll).

Gestern teilte die Krypto-Trading-Plattform Quadency auf Twitter mit, dass sich bisher gerade einmal 40% der Ethereum-Nodes auf das in wenigen Tagen folgende Update eingestellt haben. 62% der Geth Clients und 58% der Parity Cliens sind noch nicht startklar. Um also Konsens-Probleme zu vermeiden, sollten Nodes umgehend den Anweisungen des einschlägigen Blog-Posts folgen:

“Wenn Du einen Ethereum-Client verwendest, der nicht auf die neueste Version aktualisiert wurde, wird Dein Client mit der Pre-Fork-Blockchain synchronisiert, sobald das Upgrade durchgeführt wird. Du wirst auf einer inkompatiblen Chain, welche nach den alten Regeln läuft, festsitzen und nicht länger in der Lage sein, Ether zu senden.”

Ursprünglich sollte Istanbul nicht nur sehr viel früher implementiert werden, sondern auch mehr Verbesserungsvorschläge enthalten. So war etwa ein Umstieg des Proof-of-Work-Algorithmus auf die kontroverse ASIC-resistente Alternative ProgPow (Programmatic Proof-of-Work) vorgesehen. Die EIPs, auf welche sich die Ethereum-Entwickler nun verständigen konnten, betreffen vor allem Kostenanpassungen für einzelne Operationen im Netzwerk.

Alex Tsankov, Mitglied von Ethereums Entwickler-Gemeinde, ist ein großer Befürworter des standardisierten SHA3-Algorithmus und fasste seine Bedenken bezüglich ProgPow auf Telegram folgendermaßen zusammen:

“Was hältst Du von ASIC-resistenten Algorithmen?

Tsankov: ASIC-Resistenz ist eine Illusion. In der Theorie klingt es gut, aber in der Praxis ist es jedes Mal fehlgeschlagen, wenn es versucht wurde. Der Grund dafür ist, dass jede deterministische Funktion (also eine Hash-Funktion) in ein ASIC umgewandelt werden kann. Das ist einfach die Natur der Realität.

Was hältst Du im Allgemeinen vom ProgPoW-Algorithmus?

Tsankov: ProgPow ist eine gewaltige Sicherheitsbedrohung. Niemand scheint sich zu fragen, wie dieser Algorithmus von staatlichen oder großen Unternehmen angegriffen werden kann und wie sicher er vor Sabotageversuchen ist.

Könnte ProgPoW noch sinnvoll modifiziert werden, oder ist er von Natur aus fehlerhaft?

Tsankov: Ich glaube, der Algorithmus ist von Natur aus fehlerhaft und aufgrund seiner Komplexität unsicher. Solange er nicht vollständig neu geschrieben und einer ernsthaften offenen Analyse unterzogen wird, bin ich nicht überzeugt.”

Die Absicht hinter ASIC-Resistenz ist, Mining Pools zu dezentralisieren, um dadurch Entwickler zu ermächtigen. Da man allerdings immer ASIC-Resistenzen wird umgehen können, würde man lediglich unnötig in den freien Markt eingreifen.

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