WikiLeaks-Gründer Julian Assange völkerrechtswidrig aus Botschaft gezerrt

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Heute wurde Julian Assange, das Gesicht der Enthüllungsplattform WikiLeaks, von der britischen Polizei festgenommen, nachdem er über sechs Jahre in der ecuadorianischen Botschaft von London Asyl genossen hatte. Die Festnahme des Journalisten ist völkerrechtswidrig.

Keine Organisation steht so sehr für die Aufdeckung dunkler Geheimnisse im Internetzeitalter wie WikiLeaks. In ihrer gut zwölfjährigen Geschichte veröffentlichte die Enthüllungsplattform zahllose Geheimdokumente, etwa aus dem Irak-Krieg, und unterstützte auch die Flucht des Whistleblowers Edward Snowden.

Julian Assange, Gründer und Gesicht der Organisation, hatte 2012 selbst vor den Behörden fliehen müssen und hatte sich seither in der Botschaft des Landes Ecuador in London aufgehalten, wo ihm Asyl gewährt wurde. Doch damit ist es nun vorbei. Auf Einladung der Botschaft wurde Assange heute von der britischen Polizei verhaftet. Seine Anhänger befürchten eine Auslieferung an die USA. Brisant dabei ist, dass Julian Assange 2017 die ecuadorianische Staatsbürgerschaft zugestanden wurde. Da Assange keine Straftat zur Last gelegt werden kann, ist seine Auslieferung völkerrechtswidrig.

Präsident von Ecuador wirft Assange Fehlverhalten vor

Ecuadors Präsident Lenin Moreno erklärte in einer Video-Stellungnahme, sein Land habe das Asyl aufgehoben, weil Assange seine journalistischen Tätigkeiten weitergeführt habe. Dass der Enthüllungsjournalist allerdings selbst kein Gesetz gebrochen hat, erwähnt Moreno nicht. Zudem habe WikiLeaks die ecuadorianische Regierung bedroht, ätzt der Präsident in dem Video. Moreno erklärte weiter, Großbritannien habe ihm die Garantie gegeben, dass Assange an kein Land ausgeliefert werde, wo Folter oder die Todesstrafe praktiziert werde. Darunter fallen aus die USA. Ob sich das Königreich allerdings an dieses Versprechen hält, bleibt fragwürdig.

WikiLeaks hatte die Aktion vorausgesehen. Präsident Moreno wolle sich für die Veröffentlichung der sogenannten INA Papers rächen. Auf Grundlage dieser Dokumente hat der ecuadorianische Kongress eine Korruptionsuntersuchung gegen Moreno eingeleitet. WikiLeaks wird nach eigenen Angaben zu Unrecht für die Veröffentlichung der Papers verantwortlich gemacht. Man habe nur darüber berichten wollen, wie es nun einmal die journalistische Arbeit verlangt.

WikiLeaks: Ein Katalysator der Bitcoin (BTC)-Revolution

Bereits im Oktober 2010 sah sich WikiLeaks mit einer Bankenblockade konfrontiert. Zahlreiche Finanzinstitutionen wie Visa, PayPal und Western Union verweigerten der Enthüllungsplattform die Zusammenarbeit. Frühe Bitcoin (BTC)-Anhänger erkannten schnell, dass hier eine unzensierbare Kryptowährung Abhilfe schaffen würde.

Bitcoin-Erfinder Satoshi Nakamoto sprach sich damals allerdings gegen eine BTC-Nutzung durch WikiLeaks aus. „Das Projekt muss schrittweise wachsen, damit die Software nach und nach verstärkt werden kann“, erklärte er am fünften Dezember 2010 im Bitcoin-Forum.

Wenn man bedenkt, wie klein die Bitcoin-Welt damals noch war – das Netzwerk bestand noch keine zwei Jahre und der Preis lag noch unter einem Dollar – wird Satoshis Sorge um sein Projekt verständlich. Nur eine Woche später veröffentlichte der Visionär seinen letzten Beitrag zu Bitcoin und verschwand daraufhin von der Bildfläche.

WikiLeaks begann ein halbes Jahr später, zur Zeit der ersten kleinen BTC-Spekulationsblase, Spenden in Bitcoin zu akzeptieren. Inzwischen kann man die Enthüllungsplattform zusätzlich in Ether (ETH), Litecoin (LTC) und den beiden Privacy Coins Monero (XMR) und Zcash (ZEC) unterstützen.

NACHTRAG: Julian Assange wurde seine ecuadorianische Staatsbürgerschaft entzogen. Diese hatte er ursprünglich im Dezember 2017 erlangt. Die US-Regierung fordert Assanges Auslieferung und hat ihn wegen Verschwörung mit der Whistleblowerin Chelsea Manning angeklagt. Am zweiten Mai soll ein Londoner Gericht über eine mögliche Auslieferung entscheiden.

#FreeAssange

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