Krypto-News: Hyperliquid-Aktie steigt, Banken setzen auf Blockchain-Infrastruktur
Autor: Coinkurier Redaktion
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Kategorie: Nachrichten
Zusammenfassung: Während Hyperliquid von Trumps Aussagen profitiert und Banken massiv in Blockchain-Infrastruktur investieren, zeigen Botnetze und Unternehmensverluste die erheblichen Risiken der Branche.
Die Krypto- und Blockchain-Branche bewegt die Märkte, Banken und Cybersecurity gleichermaßen: Während Trumps Äußerungen die Hyperliquid-Aktie und den HYPE-Token beflügeln, investieren traditionelle Finanzhäuser Milliarden in Blockchain-Infrastruktur. Gleichzeitig zeigen ein Blockchain-gesteuertes Botnetz, die Probleme von Advanced Blockchain und Fidelitys KI-Warnung, wie eng Chancen, Risiken und Wertabschöpfung inzwischen miteinander verbunden sind.
Hyperliquid-Strategien-Aktie steigt nach Trumps Äußerungen deutlich
Die Aktie von Hyperliquid Strategies ist laut BeInCrypto am Mittwoch um 30,4% gestiegen und schloss bei 9,39 USD. Nachbörslich legte der Kurs um weitere 4,9% auf 9,85 USD zu.
Auslöser war eine Äußerung des US-Präsidenten Donald Trump, wonach CFTC-Vorsitzender Mike Selig einen rechtlichen Weg schaffen soll, Hyperliquid auf vollständig regelkonforme und legale Weise in die Vereinigten Staaten zu bringen. Hyperliquid arbeitet derzeit außerhalb der USA und bedient offiziell keine US-Trader.
Der HYPE-Token stieg um 18,6% auf etwa 69,22 USD. Die an der Nasdaq gelistete Treasury-Aktie entwickelte sich damit stärker als der digitale Vermögenswert, den das Unternehmen in seiner Bilanz hält.
Nach Angaben von Artemis halten derzeit nur Hyperliquid Strategies und Hyperion DeFi weiterhin nicht realisierte Gewinne in ihren Treasury-Beständen. Die Aktie PURR ist in diesem Jahr um mehr als 163% gestiegen, während Strategy (MSTR) um 33,6% gefallen und Bitmine Immersion (BMNR) um 35,11% gesunken ist.
Cboe Global Markets verlor im selben Umfeld 3,5%, die CME Group gab 1,7% nach. Beide Unternehmen betreiben regulierte Terminmärkte und könnten durch einen lizenzierten Anbieter von Hyperliquid unter Wettbewerbsdruck geraten.
Infobox: Hyperliquid Strategies schloss laut BeInCrypto mit einem Plus von 30,42% bei 9,39 USD. Der HYPE-Token stieg um 18,6% auf etwa 69,22 USD.
Banken investieren zunehmend in Blockchain-Infrastruktur
Cryptonews.net berichtet über den Research-Report „Banking on Digital Assets: How Traditional Finance is Investing in Blockchain“. Die Untersuchung wurde 2025 von CB Insights gemeinsam mit Ripple und dem UK Centre for Blockchain Technologies erstellt und am 8. August 2025 vom UK CBT angekündigt.
Der Bericht ist laut Cryptonews.net kein unabhängiger Behördenbericht und kein neutraler akademischer Forschungsaufsatz. Ripple war ein zentraler Partner des Projekts, während die zugrunde liegende Investment-Datenauswertung von CB Insights stammt.
Untersucht wurden die Jahre 2020 bis 2024. CB Insights analysierte nach Angaben des Reports mehr als 8.000 Blockchain-Unternehmen und 1.800 Banken sowie direkte Investments, Finanzierungsrunden, Übernahmen, Beteiligungen, strategische Partnerschaften und Anwendungen in den Bereichen Blockchain-Infrastruktur, Zahlungsverkehr, Tokenisierung, Digital-Asset-Custody, institutionelles Trading und Stablecoins.
Globale Banken waren zwischen 2020 und 2024 an 345 Investments in Blockchain-Unternehmen beteiligt. Insgesamt flossen im selben Zeitraum mehr als 100 Milliarden US-Dollar in Blockchain-Unternehmen, verteilt auf mehr als 10.000 Deals. Diese Summe bezeichnet laut Quelle nicht Investitionen von Banken in Bitcoin oder Kryptowährungen, sondern die Finanzierung des breiten Blockchain-Ökosystems.
Von 33 Mega-Rounds, an denen Banken zwischen 2020 und 2024 beteiligt waren, entfielen 27 Prozent auf institutionelle Infrastruktur rund um Trading, Staking und Tokenisierung, 24 Prozent auf Payments und 21 Prozent auf Digital-Asset-Custody.
Zu den hervorgehobenen Beispielen zählt eine Finanzierungsrunde von NYDIG Ende 2021, bei der das Bitcoin-Unternehmen rund 1 Milliarde US-Dollar aufnahm. Zu den beteiligten Investoren gehörten unter anderem MassMutual, New York Life und Morgan Stanley.
Ein weiterer Schwerpunkt des Reports ist die Tokenisierung traditioneller Vermögenswerte. Genannt werden Staatsanleihen, Fonds, Wertpapiere, Gold, Geldmarktinstrumente, Einlagen und Sicherheiten sowie Projekte von HSBC, JPMorgan, Fnality und Partior.
Bei den Global Systemically Important Banks identifiziert der Report für 2020 bis 2024 insgesamt 106 Blockchain-Investments und 14 Mega-Rounds. Genannt werden unter anderem Citigroup, Goldman Sachs, JPMorgan Chase, HSBC, BNY Mellon, BNP Paribas, Barclays, Santander, State Street, Mitsubishi UFJ und Sumitomo Mitsui.
Nach dem Crypto Winter ging der Dollarwert der globalen Bank-Deals zurück. Nach dem Zusammenbruch von FTX im November 2022 fiel dieser Wert laut Report 2023 auf rund 560 Millionen Dollar, bevor er sich 2024 wieder erhöhte.
Der Report verweist außerdem auf eine Prognose von Boston Consulting Group und Ripple, wonach tokenisierte Vermögenswerte bis 2033 einen Wert von mehr als 18 Billionen US-Dollar erreichen könnten. Diese Zahl ist laut Cryptonews.net eine Prognose und keine bereits vorhandene Marktkapitalisierung.
Infobox: Der Report nennt 345 Bank-Investments in Blockchain-Unternehmen zwischen 2020 und 2024 sowie 106 Blockchain-Investments von G-SIBs. Im Mittelpunkt stehen Infrastruktur, Payments, Custody und Tokenisierung.
Aeternum-Botnetz verwendet Polygon-Blockchain zur C2-Verwaltung
Börse Express berichtet über eine Angriffstaktik des Aeternum-Botnetzes, bei der die Polygon-Blockchain zur Verwaltung der Command-and-Control-Infrastruktur eingesetzt wird. Smart Contracts dienen dabei als sogenannte Dead-Drop-Resolver und stellen IP-Adressen oder Domains der Steuerungsserver bereit.
Die Informationen sind dezentral und unveränderlich in der Blockchain gespeichert. Dadurch werden herkömmliche Abschaltversuche erschwert, weil das Sperren einzelner Server die zugrunde liegende Infrastruktur nicht vollständig beseitigt.
Der Loader des Botnetzes kommuniziert laut der Quelle über öffentliche RPC-Endpunkte mit der Blockchain. Über einen eth_call wird der Selector 0xb68d1809 der Funktion getDomain() abgefragt, um die aktuell gültige C2-Domain aus dem Smart Contract zu erhalten.
Die Betreiber können die hinterlegten Domains über die Funktion updateDomain() mit dem Selector 0xb249cd2d jederzeit ändern. Im Rahmen der Untersuchungen wurden bereits 22 unterschiedliche Vertragsadressen auf der Polygon-Blockchain beobachtet.
Die Verschlüsselung der Malware weist laut Börse Express trotz der Verwendung von AES-GCM und PBKDF2-HMAC-SHA256 erhebliche Schwächen auf. Die verwendeten Salt-Werte gelten als vorhersagbar, weil ein sogenanntes Self-Salting-Verfahren eingesetzt wird.
Verteilt wird die Schadsoftware über Plattformen wie GitHub und Telegram. Beobachtete Payloads umfassen den Krypto-Miner XMRig, das Fernsteuerungswerkzeug XWorm sowie verschiedene Programme zum Diebstahl von Zugangsdaten.
Nach einer Infektion legt die Malware eine Verknüpfung im Autostart-Ordner des Betriebssystems an. Dadurch wird ein automatischer Start bei jeder Anmeldung des Benutzers sichergestellt.
Die Nutzung öffentlicher RPC-Endpunkte schützt die Infrastruktur zwar vor herkömmlichen Takedowns, bleibt jedoch für Netzwerküberwachungstools erkennbar.
Infobox: Das Aeternum-Botnetz nutzte laut Börse Express 22 unterschiedliche Polygon-Vertragsadressen. Als Payloads wurden unter anderem XMRig, XWorm und Info-Stealer beobachtet.
Advanced Blockchain steht nach Geschäftszahlen unter Druck
Ad-hoc-news.de berichtet, dass die Aktie von Advanced Blockchain am Mittwoch um 8,2 % auf 1,10 Euro gefallen ist. Seit Jahresbeginn hat der Titel demnach 57 % an Wert verloren.
Belastet wird die Aktie durch die Geschäftszahlen für 2025, die das Unternehmen Anfang August bestätigte. Der Konzernumsatz stieg von 0,23 Millionen Euro im Vorjahr auf 0,31 Millionen Euro, während sich der Jahresfehlbetrag von 1,78 Millionen Euro auf 3,48 Millionen Euro ausweitete.
Ein wesentlicher Faktor waren Abschreibungen in Höhe von insgesamt 1,5 Millionen Euro. Diese betrafen Forderungen gegenüber der nakamo.to GmbH sowie der Tochtergesellschaft Incredulous Labs Ltd.
Incredulous Labs Ltd. verzeichnete für das Geschäftsjahr 2025 einen eigenen Fehlbetrag von 16,98 Millionen USD. Die bilanziellen Belastungen überschatten laut Quelle die operative Entwicklung und sorgen für Verunsicherung unter den Anlegern.
Charttechnisch befindet sich die Aktie laut Marktbeobachtern seit Mitte April in einem langfristigen Abwärtstrend. Ein quantitatives Ranking führte zudem zu einer Herabstufung des Wertes.
Berichte über Aktieneinbehaltungen zur Erfüllung von Steuerverpflichtungen wurden dahingehend präzisiert, dass es sich nicht um reguläre Insider-Verkäufe, sondern um technische Abwicklungen zur Deckung von Steuerlasten gehandelt habe.
Die Analysten von GBC, Matthias Greiffenberger und Cosmin Filker, veröffentlichten am 22. Juli eine Einschätzung mit einem Kursziel von 2,00 Euro bis Ende 2027 und stuften das Papier als Kauf ein. Zugleich betonten sie den spekulativen Charakter des Investments und die Abhängigkeit von volatilen Märkten für digitale Token.
Die ordentliche Hauptversammlung findet am 27. August statt. Dort soll die Geschäftsführung vor dem Hintergrund des geprüften Jahresabschlusses die finanzielle Lage erläutern.
Infobox: Advanced Blockchain notierte laut Ad-hoc-news.de bei 1,10 Euro und verlor am Mittwoch 8,2 %. Der Umsatz 2025 lag bei 0,31 Millionen Euro, der Jahresfehlbetrag bei 3,48 Millionen Euro.
Fidelity warnt vor begrenzter Wertabschöpfung durch KI und Blockchain
CoinDesk berichtet, dass KI-Agenten die Kryptoaktivität deutlich steigern könnten, der wirtschaftliche Wert davon aber möglicherweise nicht bei Blockchains und deren Token ankommt. Kostengünstigere KI-Entwicklung könnte die Kryptobranche mit neuen Anwendungen überschwemmen, ohne automatisch eine echte Nachfrage zu erzeugen.
KI-Agenten könnten Transaktionen und die Nachfrage nach programmierbarer Finanzinfrastruktur vorantreiben. Nach einem Keyrock-Bericht wickelten KI-Agenten im Laufe des Jahres bis April mehr als 73 Millionen US-Dollar über etwa 176 Millionen Blockchain-Transaktionen ab.
Coinbase, Stripe und Visa entwickeln laut CoinDesk konkurrierende Systeme für Zahlungen von Maschine zu Maschine. Fidelity Digital Assets sieht deshalb weniger die Frage nach der Menge der Aktivität als danach, wer den daraus entstehenden wirtschaftlichen Wert abschöpft.
„Da KI die Hürden für Entwicklung und Teilnahme senkt, könnten Wettbewerbsvorteile zunehmend eher in Liquidität, Distribution, Sicherheit, Vertrauen und regulatorischer Integration liegen als allein in der Technologie“, schrieb Analyst Max Wadington laut CoinDesk.
KI-Agenten können Entscheidungen treffen, Daten und Rechenleistung erwerben sowie Transaktionen ohne menschliches Eingreifen durchführen. Stablecoins und Blockchains werden von Befürwortern als geeignet für programmierbare und rund um die Uhr verfügbare Mikrozahlungen beschrieben.
Nach Einschätzung von Fidelity garantiert eine größere Zahl von Blockchain-Anwendungen jedoch keine entsprechende Nachfrage. Da Software einfacher zu replizieren ist, könnten Liquidität, Distribution, Sicherheit und Vertrauen wichtiger werden und etablierten Netzwerken zugutekommen.
Banken, Fintechs und Technologieunternehmen könnten öffentliche Blockchains umgehen, wenn sie niedrigere Kosten, bessere Leistung, regulatorische Klarheit und etablierte Vertriebswege anbieten. Ein Boom der KI-gesteuerten wirtschaftlichen Aktivität muss daher laut Quelle nicht zwangsläufig zu einem Boom der Blockchain-Aktivität führen.
Auch mehr Transaktionen bedeuten nicht automatisch einen höheren Wert für Token-Inhaber. Mikrozahlungen können über Layer-2-Netzwerke oder außerhalb der Blockchain abgewickelt werden; zudem könnten Stablecoin-Emittenten und Dienstleister einen größeren Anteil des Aufwärtspotenzials erhalten als Basisschicht-Token.
Als Beispiel nennt CoinDesk Coinbase’s x402, das überwiegend den USDC-Stablecoin von Circle für die Abwicklung verwendet. Aktivitäten mit höherem Wert, darunter Handel, Verleih und Kreditaufnahme, könnten laut Fidelity eine stärkere Chance auf Wertgenerierung bieten.
KI erhöht zugleich die Sicherheitsrisiken, weil sie Schwachstellen in Smart Contracts und der umgebenden Infrastruktur leichter finden und ausnutzen kann. Betroffen sind laut Quelle unter anderem Schlüsselverwaltung, Bridges und Oracle-Systeme.
Infobox: KI-Agenten wickelten laut CoinDesk bis April mehr als 73 Millionen US-Dollar über etwa 176 Millionen Blockchain-Transaktionen ab. Fidelity warnt, dass mehr Aktivität nicht automatisch zu höherem Token-Wert führt.
Einschätzung der Redaktion
Die Entwicklungen zeigen eine zunehmende Professionalisierung und zugleich wachsende Abhängigkeit des Blockchain-Sektors von Regulierung, Infrastruktur und belastbaren Geschäftsmodellen. Besonders relevant ist, dass technologische Aktivität allein weder nachhaltige Unternehmensgewinne noch eine höhere Wertschöpfung für Token-Inhaber garantiert. Für Anleger bleiben deshalb regulatorische Umsetzbarkeit, Bilanzqualität, Sicherheitsresilienz und die tatsächliche Verteilung der Erträge entscheidender als kurzfristige Kursbewegungen oder hohe Transaktionszahlen.
Zusammenfassung: Nachhaltigkeit entsteht nicht durch Blockchain- oder KI-Nutzung an sich, sondern durch regulierte Anwendungen, solide Finanzierung, Sicherheit und nachweisbare wirtschaftliche Wertschöpfung.
Quellen:
- Blockchain in Public Distribution System
- Der bessere Hyperliquid-Handel am Mittwoch: Nasdaq statt auf der Blockchain
- Banken setzen auf Blockchain: Was hinter dem Ripple-/CB-Insights-Report „Banking on Digital Assets“ steckt
- Aeternum-Botnetz: Hacker nutzen Polygon-Blockchain für C2-Verwaltung
- Advanced Blockchain Aktie: 57 Prozent seit Jahresbeginn
- KI könnte die Kryptowelt erheblich voranbringen, doch es gibt einen Haken, so Fidelity Digital Assets