Mehr als 21 Millionen Bitcoin (BTC)? Kontroverser Vorschlag bei Satoshi Roundtable

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Die Begrenzung der endgültigen Bitcoin (BTC)-Menge auf 21 Millionen BTC ist eines der Grundprinzipien der Kryptowährung. Doch auf dem aktuellen Satoshi Roundtable wurde auch die Möglichkeit einer höheren Gesamtmenge diskutiert. Ohne zusätzliche Blockbelohnungen könne es sonst zu wenig Mining geben.

Anfang Februar fand der fünfte Satoshi Roundtable an einem unbekannten Ort in Mexiko statt. Bei dieser jährlichen Konferenz treffen sich Entwickler, Unternehmer und andere führende Persönlichkeiten der Blockchain-Welt in privater Atmosphäre. Manche sprechen gar von „Bitcoins Bilderberg-Konferenz“ und spielen damit auf das jährliche informelle Treffen globaler Eliten an.

Beim diesjährigen Satoshi Roundtable äußerte Krypto-Unternehmer Matt Luongo eine provokante These: Es könne eines Tages notwendig werden, die maximale Menge an Bitcoin (BTC) zu erhöhen.

Beim aktuellen Protokoll kommt es alle vier Jahre zu einem sogenannten Halving. Dabei halbiert sich die Menge an BTC, die Miner für das Finden eines neuen Blocks erhalten. Um das Jahr 2140 dürfte die Blockbelohnung endgültig verschwinden, sodass es nicht mehr als 21 Millionen Bitcoin geben kann. Miner müssen sich daher zunehmend über Transaktionsgebühren finanzieren.

Gleichzeitig verbreitet sich jedoch das Lightning Network (LN). Diese Technologie ermöglicht es, Bitcoin zu skalieren, indem Transaktionen auf einer zweiten Ebene (Second Layer) abgewickelt werden. Nur beim Öffnen und Schließen eines Zahlungskanals muss die Bitcoin-Blockchain (erste Ebene) verwendet werden.

Das LN ermöglicht somit Blitzschnelle und günstige Transaktionen, die Miner haben jedoch erneut das Nachsehen. Luongo befürchtet daher, dass das Schürfen von Bitcoin immer unattraktiver werde. Weniger Mining aber bedeutet eine geringere Hashrate und dadurch eine geringere Sicherheit des Netzwerkes.

Heftiger Widerstand auf Twitter

Luongo zufolge könnte dieses Problem durch mehr Blockbelohnungen und damit eine höhere Gesamtmenge gelöst werden. Doch dieser Vorschlag wurde von vielen Twitter-Nutzern teils aggressiv abgelehnt. Dies ist verständlich, gilt doch gerade die strikte Begrenzung der Bitcoin-Menge als Garant dafür, dass der BTC-Preis steigen wird, weil eine (hoffentlich) zunehmende Nachfrage auf ein sinkendes Angebot trifft.

CobraBitcoin, Mitbesitzer des beliebten Forums Bitcointalk.org, erklärte auf Twitter, dass alle, die ein Problem mit der Beschränkung auf 21 Millionen BTC hätten, sich verziehen sollten und in der Gemeinde nicht mehr willkommen seien. Es sei im Zweifelsfall besser, Bitcoin scheitern zu lassen, als seine Prinzipien aufzugeben.

Digitalgeld-Pionier Nick Szabo, Erfinder des Bitcoin-Vorläufers Bit Gold, schaltete sich ebenfalls in die Debatte ein. Es sei ihm zufolge nicht so dramatisch, wenn die Hashpower auf lange Sicht nachlassen würde. Man müsse dann einfach mehr Bestätigungen abwarten, um sich auf eine Transaktion verlassen zu können.

Lightning Network könnte Miner-Profit sogar erhöhen

Auch Cypherpunk Jameson Lopp nahm am diesjährigen Satoshi Roundtable teil. Am Samstag veröffentlichte er einen ausführlichen Bericht über die Konferenz auf der Plattform Medium. Es sei unter anderem über das Lightning Network, Security Tokens und die neue Kryptowährung Grin diskutiert worden.

Was die zukünftige Bezahlung von Minern betrifft, bleibt Lopp zuversichtlich. Er erwarte einen starken Anstieg der ökonomischen Aktivitäten auf Bitcoin-Basis, da das LN ganz neue Möglichkeiten biete. Weil auch Lightning beim Öffnen und Schließen von Zahlungskanälen auf die Blockchain angewiesen sei, könne ein populäres LN sogar die Erträge für Miner steigern, nicht senken.

Wird Bitcoins Blockbelohnung eines Tages erhöht werden müssen? Schreib uns Deine Gedanken dazu in die Kommentarspalte!

© Bild via Mike Mozart, Flickr.comLizenz

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