Samourai Wallet entfernt Sicherheitsfunktionen auf Befehl von Google

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Die Samourai-Wallet wird von Android in die Schranken gewiesen. | © Depositphotos

Die Samourai Wallet, ein digitaler Geldbeutel für Bitcoin (BTC) auf Android-Geräten, wird drei wichtige Sicherheitsfunktionen vorerst entfernen. Google hatte gedroht, die App andernfalls aus seinem Play Store zu werfen. Eine unfrisierte Version bleibt aber über GitHub verfügbar.

Es existieren zahlreiche Bitcoin (BTC)-Wallets für Android-Geräte, aber die Samourai Wallet hob sich bislang mit einigen interessanten Sonderfunktionen von der Masse ab. Doch damit könnte es vorbei sein, denn die Entwickler sahen sich gezwungen, in der neuen Version 0.99.04 wichtige Merkmale der App zu entfernen, wie sie am Montag auf ihrem Blog bekannt gaben.

Man sei schweren Herzens dazu genötigt gewesen, denn andernfalls hätte Google die Wallet aus seinem Play Store entfernt. Die Entwickler hätten schon vor Monaten dagegen Einspruch erhoben, doch Google habe diesen vor einigen Tagen endgültig abgelehnt.

Die drei entfernten Funktionen

Es geht dabei im Einzelnen um drei Sicherheitsfunktionen, welche bereits seit der Erstveröffentlichung der Samourai Wallet 2015 vorhanden gewesen waren: Einerseits der versteckte Modus, welcher die App auf dem Smartphone unsichtbar macht, so dass ein möglicher Dieb des Geräts sie nicht finden kann.

Weiterhin wurde die SIM-Switch Verteidigung entfernt. Diese sendet eine verstecke Warn-SMS an eine vorher angegebene, vertrauenswürdige Telefonnummer, falls ein Angreifer die eigene SIM-Karte kompromittiert haben sollte.

Das dritte Opfer von Googles Zensur-Schere war die Funktion, die Wallet durch das Senden einer SMS von einem anderen Gerät sofort zu löschen. Auch dies soll verhindern, dass ein möglicher Dieb des Smartphones an die dort gelagerten BTC gelangt.

Eine Wallet von und für Krypto-Idealisten

Die Entwickler der Samourai Wallet geben sich prinzipientreu. Einer der Gründer – er verbirgt sich hinter dem Pseudonym SW – erklärte im Juni gegenüber CoinDesk, er empfinde es als „fundamentalen Angriff auf Bitcoin und seine Nutzer“, wenn Exchanges ihre Kunden zur Preisgabe ihrer Identität zwingen würden.

Im September gingen die Entwickler sogar den radikalen Schritt, die Umrechnung der Einlagen in Fiatgeld abzuschaffen. Es sei ein „verstörender Trend“, dass Bitcoin-Beträge seit 2017 immer häufiger in US-Dollar (und nicht einfach in BTC) angegeben würden, so der erklärende Blog-Artikel.

Natürlich lassen sich solche Idealisten nicht so schnell von Repressionen durch große Tech-Konzerne kleinkriegen. Heute verkündete die offizielle Twitter-Präsenz der Wallet, man habe eine unzensierte Version mit allen Sicherheitsfunktionen zum direkten Download auf GitHub bereitgestellt. Außerdem starteten die Entwickler ein Konto bei dem Twitter-Konkurrenten gab.ai, der sich besonders gegen Zensur einsetzt.

Wie können Blockchain und Kryptowährungen am besten die ausufernde Kontrolle großer Tech-Konzerne wie Google in Schach halten? Schreib uns Deine Gedanken dazu in die Kommentarspalte!

1 Kommentar

  1. Schlimm mit Google. Google stand für mich mal für Freiheit – momentan nur noch für Repression durch das System (irreführenderweise auch genannt Liberale, Demokraten oder Sozialisten)

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