Tokenisierung erreicht globale Finanzmärkte, Zahlungen und Aktienhandel

Tokenisierung erreicht globale Finanzmärkte, Zahlungen und Aktienhandel

Autor: Coinkurier Redaktion

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Kategorie: Nachrichten

Zusammenfassung: Tokenisierung wird zur Finanzinfrastruktur: Swift, Banken und Börsen testen Blockchain-Lösungen, während Stablecoins, Ethereum und XRP regulatorisch und wirtschaftlich unter Druck bleiben.

Tokenisierung wird vom Blockchain-Versprechen zur konkreten Finanzinfrastruktur: Börsen, internationale Zahlungen und Aktienmärkte testen neue Wege für schnellere Abwicklung und dauerhafte Verfügbarkeit. Der Pressespiegel zeigt, welche Rolle Swift, Banken und Stablecoins dabei spielen – und wie Ethereum, BNB, XRP und Ondo zwischen institutionellem Fortschritt, regulatorischer Unsicherheit und schwacher Kursentwicklung um ihre Position ringen.

Tokenisierung erreicht Börsen, Zahlungsverkehr und Aktienmärkte

Deutschlandfunk: In den USA wird die Digitalisierung der Börsenabläufe vorangetrieben. Der Aktienmarkt mit einem Volumen von 114-Billionen-Dollar soll stärker in Richtung Tokenisierung bewegt werden. Eine Aktie kann dabei innerhalb von einer Sekunde gekauft werden, während die Abwicklung bislang erst nach ein bis zwei Tagen abgeschlossen ist.

Viele große Finanzhäuser beschäftigen sich mit der Blockchain-Technologie. Genannt werden unter anderem BlackRock, Vanguard, JPMorgan Chase und Goldman Sachs. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich Wertpapiergeschäfte schneller digital abwickeln lassen und welche Rolle tokenisierte Vermögenswerte künftig an den Börsen spielen.

Infobox: Der US-Aktienmarkt mit einem Volumen von 114-Billionen-Dollar steht im Mittelpunkt der Tokenisierungsbestrebungen. Zwischen Kauf und endgültiger Abwicklung können derzeit ein bis zwei Tage liegen.

Swift testet Blockchain-Ledger für internationale Zahlungen

tippinpoint.ch: Swift, die Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication, hat einen Pilotbetrieb mit einem Blockchain-Ledger eingeführt. Der Organisation gehören weltweit über 11’000 Finanzinstitute in mehr als 200 Ländern an. Die Testteilnehmer können rund um die Uhr grenzüberschreitende Zahlungen mit tokenisierten Einlagen vornehmen.

Zu den 17 globalen Grossbanken, die das blockchainbasierte Hauptbuch testen, gehört auch die UBS. Weitere genannte Teilnehmer sind BNP Paribas, the Bank of New York Mellon, Citi, HSBC und Wells Fargo. Ziel ist es, Gelder für Kunden über Nacht und am Wochenende zu bewegen, bevor die endgültige Abwicklung über bestehende Zahlungssysteme erfolgt.

Die Transaktionen sollen mit Stablecoins und tokenisierten Vermögenswerten über mehrere Blockchains hinweg abgewickelt werden können. Die neuen Verfahren sollen neben den bestehenden Zahlungsnetzen arbeiten und diese nicht ersetzen.

Der Ledger wird auf Linea aufgebaut, einer Ethereum Layer-2-Blockchain von ConsenSys auf der Basis von Hyperledger Besu. Der Zugang bleibt vollständig zugangsbeschränkt, da das Bankenkonsortium entscheidet, wer auf dem Ledger Transaktionen durchführen darf.

Swift ist bislang kein Transaktionsnetzwerk und überweist oder verwaltet kein echtes Geld. Die Organisation ist ein globales Kommunikationsnetzwerk der Banken, das standardisierte Nachrichten für internationale Geldtransfers und Finanztransaktionen zwischen Instituten übermittelt.

Swift gibt an, dass 75 Prozent der Zahlungen im Netzwerk innerhalb von 10 Minuten die Empfängerbanken erreichen würden, häufig sogar in Sekunden. Der Blockchain-Ledger soll eine durchgehend verfügbare Plattform für regulierte digitale Gelder schaffen und zugleich die endgültige Abwicklung an bestehende Systeme binden.

Infobox: Swift testet mit 17 globalen Grossbanken einen Blockchain-Ledger für Zahlungen rund um die Uhr. Die Plattform soll bestehende Zahlungssysteme ergänzen, nicht ersetzen.

Tokenisierte Einlagen und Stablecoins verfolgen unterschiedliche Ziele

tippinpoint.ch: Tokenisierte Einlagen sind digitale Repräsentationen realer Bankguthaben, die im regulierten Bankensystem verbleiben. Einlagensicherung, KYC- und AML-Prüfungen sowie die Bilanzierung bei der emittierenden Bank gelten weiter.

Stablecoins stammen dagegen meist von Drittanbietern und sind überwiegend an den US-Dollar gekoppelt. Bei tokenisierten Einlagen bleibt das Geld im Bankensystem, während Kundengelder bei Stablecoins die Bankbilanz verlassen können und damit für die Kreditvergabe fehlen.

Markus Fehn von Chartered Investment beschreibt Stablecoins und tokenisierte Einlagen deshalb als strukturell unterschiedliche Instrumente. Stablecoins seien dort relevant, wo freie Übertragbarkeit gefragt sei, tokenisierte Einlagen dort, wo Geld im regulierten Bankenkreislauf bleiben solle.

„Die Landschaft wird komplexer, nicht einfacher: Stablecoins, tokenisierte Einlagen, der digitale Euro, dazu diverse Blockchain-Lösungen einzelner Banken und Bankengruppen und jetzt der Swift-Ledger.“ – Markus Fehn, tippinpoint.ch

Swift könnte als Plattformbetreiber festlegen, welche Stablecoins und tokenisierten Vermögenswerte zugelassen werden. Dazu gehören könnten Anforderungen an Emittenten sowie Regeln für das Zusammenspiel mit anderen Netzwerken. Zunächst dürfte der Fokus laut tippinpoint.ch auf tokenisierten Einlagen der eigenen Mitgliedsbanken liegen.

Infobox: Tokenisierte Einlagen bleiben Bankeinlagen und unterliegen der Bankenregulierung. Stablecoins stellen Ansprüche auf einen Reservepool dar und unterscheiden sich damit rechtlich und strukturell.

Swift tritt in Wettbewerb mit Kryptodienstleistern und Banklösungen

tippinpoint.ch: Stablecoin-Anbieter wie Circle und das neu angekündigte OUSD-Konsortium werben um grenzüberschreitende Zahlungsströme, die Swift künftig selbst rund um die Uhr abwickeln will. Das Swift-Projekt konkurriert außerdem mit Blockchain-Lösungen einzelner Banken und kleinerer Bankengruppen.

Ripple wird im Pilotprojekt nicht genannt. Ripple hatte sich früh als Swift-Alternative positioniert, sei im Kerngeschäft der Banken untereinander aber nie in der Breite angekommen. Der frühere Swift-Innovationschef Tom Zschach beendete Spekulationen über eine mögliche Integration von Ripple in das internationale Zahlungsnetzwerk mit den Worten „not happening“.

Die Blockchain-Lösung von Swift ist ebenfalls zugangsbeschränkt. Laut Markus Fehn ist dies im Zahlungsverkehr zwischen Banken kein Mangel, sondern eine Voraussetzung, da Aufsicht, Haftung und Governance klare Verantwortlichkeiten verlangen.

Die internationale Zahlungsabwicklung könnte sich nach Einschätzung der zitierten Experten deutlich beschleunigen. Eine Überweisung, die über das Korrespondenzbankensystem bis zu drei Werktagen dauern kann, soll auf wenige Minuten verkürzt werden.

Infobox: Swift könnte mit seinem Bankennetzwerk Stablecoin-Anbieter, Ripple und bestehende Insellösungen von Banken unter Druck setzen. Die entscheidende Frage ist laut den zitierten Experten, welche Netzwerke dauerhaft Liquidität und anschlussfähige Standards bündeln.

Tokenisierte Aktien erreichen ein Allzeithoch beim Handelsvolumen

tippinpoint.ch: Das monatliche Handelsvolumen von tokenisierten Aktien erreichte im Juni mit 3,86 Mrd. Dollar ein Allzeithoch. Innerhalb eines Monats stieg das Volumen um 145 Prozent.

Um Handel und Abrechnung konkurrieren unter anderem Circle, Qivalis, Ripple und OpenUSD. Die Entwicklung findet auf Blockchains wie Solana und Ethereum statt. Laut tippinpoint.ch werden diese Blockchains bei Kursen von vor drei Jahren bewertet.

Stablecoins lösen nach Einschätzung von Nourdine Abderrahmane nur einen Teil des Bedarfs. Bei einer Überweisung in Fiat-Währung von hier nach Neuseeland wäre derzeit ein Umtausch an einer Kryptobörse und beim Empfänger eine erneute Umwandlung erforderlich. Das könne die Überweisung beschleunigen, verursache aber vergleichsweise hohe Transaktionsgebühren.

Infobox: Tokenisierte Aktien erreichten im Juni ein monatliches Handelsvolumen von 3,86 Mrd. Dollar. Der Anstieg innerhalb eines Monats betrug 145 Prozent.

Ethereum: Drei Verlustquartale und neue institutionelle Anwendungen

FinanzNachrichten.de: Ethereum begann den Juli 2026 mit einem historischen Novum. Erstmals in der Kursgeschichte von ETH schlossen drei Quartale hintereinander im Minus.

KennzahlWert
ETH-Kursrund 1.840 Dollar
Allzeithoch4.953 Dollar
Abstand zum Allzeithoch63 Prozent
Marktkapitalisierung233 Milliarden Dollar
Q4 2025minus 28 Prozent
Q1 2026minus 29 Prozent
Q2 2026minus 25 Prozent

Citi senkte die Ethereum-Prognose am 1. Juli von 3.175 auf 2.240 Dollar und setzte die erwarteten ETF-Zuflüsse auf null. In der Woche zum 11. Juli drehten die Zuflüsse laut wallstreet-online erstmals wieder ins Positive und brachten 84,42 Millionen Dollar in die Fonds.

Crédit Agricole startete am 1. Juli über seine Tochter CACEIS den Euro-Stablecoin EURXT auf der Ethereum-Blockchain. Die erste Transaktion war eine Fondszeichnung in einen tokenisierten Amundi-Geldmarktfonds. Damit setzen europäische Großbanken Ethereum als Abwicklungsschicht für regulierte Finanzprodukte ein.

Das Glamsterdam-Upgrade wurde auf das dritte Quartal 2026 verschoben. Es soll durch parallele Transaktionsverarbeitung die Gaskosten senken. Standard Chartered hält sein ETH-Kursziel für 2026 bei 4.000 Dollar.

IndikatorWert
Fear and Greed Index23
RSI52
ETF-Zuflüsse in der Woche zum 11. Juli84,42 Millionen Dollar
Standard-Chartered-Kursziel für 20264.000 Dollar

Infobox: ETH notiert bei rund 1.840 Dollar und liegt 63 Prozent unter dem Allzeithoch von 4.953 Dollar. Gleichzeitig zeigen ETF-Zuflüsse und der Start von EURXT institutionelle Anwendungen der Ethereum-Blockchain.

BNB Chain verbrennt 1,62 Millionen BNB und plant KI-Blockchain

FinanzNachrichten.de: Die BNB Chain schloss am 15. Juli den 36. vierteljährlichen Auto-Burn ab. Dabei wurden 1,62 Millionen BNB dauerhaft aus dem Umlauf entfernt. Der Wert der verbrannten Token lag zum Zeitpunkt der Transaktion bei rund 932 Millionen Dollar.

KennzahlWert
Verbrannte BNB1,62 Millionen BNB
Wert des Burnsrund 932 Millionen Dollar
Gesamtangebotrund 133 Millionen Token
Langfristiges Ziel100 Millionen BNB
BNB-Kursrund 566 Dollar
Allzeithoch1.370 Dollar
Abstand zum Allzeithoch58 Prozent

Am 8. Juli veröffentlichte die BNB Chain zudem die Roadmap für eine neue Layer-1-Blockchain für KI-Agenten. Das Netzwerk soll auf über 100.000 Transaktionen pro Sekunde zielen und autonome KI-Agenten direkt in die Basisarchitektur einbetten.

Vorbestätigungen sollen in unter 50 Millisekunden möglich sein. Der Start des Testnets ist für Ende 2026 vorgesehen. Das bestehende Netzwerk verdoppelte im ersten Halbjahr den Durchsatz auf 5.200 Transaktionen pro Sekunde.

Der VanEck BNB ETF handelt seit Mai unter dem Ticker VBNB an der Nasdaq. Der T. Rowe Price TKNZ ETF allokiert 11 Prozent in BNB. Tokenisierte Vermögenswerte auf der BNB Chain überschritten 5,2 Milliarden Dollar im kumulierten Handelsvolumen.

Infobox: Beim 36. Auto-Burn wurden 1,62 Millionen BNB im Wert von rund 932 Millionen Dollar verbrannt. Parallel plant die BNB Chain eine neue Layer-1-Blockchain mit einem Ziel von über 100.000 Transaktionen pro Sekunde.

XRP: ETF-Zuflüsse treffen auf nachlassende Wal-Aktivität

Börse Express: Bei XRP klafft eine deutliche Lücke zwischen großen Wallets und institutionellen Anlegern. Transaktionen über eine Million Dollar fielen binnen einer Woche von 70 auf 2. Das entspricht einem Rückgang um 97 Prozent.

KennzahlWert
Transaktionen über eine Million Dollarvon 70 auf 2
Rückgang der Wal-Transaktionen97 Prozent
Aktive Adressen25.350
Kumulative Spot-XRP-ETF-Zuflüsse seit November 2025mehr als 1,47 Milliarden Dollar
Goldman-Sachs-Position153,8 Millionen Dollar
Netto-Abfluss in der Woche zum 10. Juli7,18 Millionen Dollar
XRP-Kursrund 1,09 Dollar
Zyklushoch3,65 Dollar

Die aktiven Adressen sanken auf 25.350, den zweitniedrigsten Tageswert seit Jahresbeginn. Gleichzeitig sammelten Spot-XRP-ETFs seit November 2025 kumuliert mehr als 1,47 Milliarden Dollar an Nettozuflüssen ein.

Goldman Sachs hält laut Börse Express eine Position von 153,8 Millionen Dollar, verteilt über vier verschiedene Fonds. In der Woche zum 10. Juli kam es erstmals seit neun Wochen zu einem Netto-Abfluss von 7,18 Millionen Dollar.

Der Kursrutsch wurde laut Quelle auch durch US-Luftangriffe auf den Iran und einen breiten Abverkauf bei Technologieaktien ausgelöst. XRP notiert aktuell bei rund 1,09 Dollar und liegt damit etwa 70 Prozent unter dem Zyklushoch von 3,65 Dollar aus dem Sommer 2025.

Infobox: Die Wal-Transaktionen über eine Million Dollar sanken um 97 Prozent. Dem stehen seit November 2025 mehr als 1,47 Milliarden Dollar kumulierte Nettozuflüsse in Spot-XRP-ETFs gegenüber.

CLARITY Act bleibt zentraler Unsicherheitsfaktor für XRP

Börse Express: Im Zentrum der politischen Unsicherheit steht der CLARITY Act. Er soll XRP dauerhaft als Rohstoff einstufen und die Zuständigkeiten zwischen SEC und CFTC klären.

Das Gesetz passierte das Repräsentantenhaus im Juli 2025 mit 294 zu 134 Stimmen. Das Senate Banking Committee stimmte im Mai 2026 mit 15 zu 9 zu. Dabei schlossen sich nur zwei Demokraten an und forderten weitere Verhandlungen.

Drei Streitpunkte behindern weiterhin eine Einigung: Stablecoin-Erträge, Schutzklauseln für DeFi-Entwickler und Ethikregeln für Amtsträger mit eigenen Kryptobeständen. Galaxy Research schätzt die Wahrscheinlichkeit einer Verabschiedung 2026 auf 50 bis 75 Prozent.

Polymarket bewertet die Wahrscheinlichkeit dagegen mit 43 Prozent. Die Quote ist seit dem Frühling um mehr als 20 Punkte gefallen. Der Senat muss vor der Sommerpause am 7. August eine Entscheidung treffen, ansonsten verschiebt sich die Debatte weiter nach hinten.

Charttechnisch müsste XRP zunächst die Marke von 1,1175 Dollar zurückerobern. Ein Ausbruch über 1,13 Dollar könnte laut Analysten eine Rally von rund 20 Prozent in Richtung 1,35 Dollar auslösen. Standard Chartered senkte sein Jahresendziel für 2026 von 8,00 auf 2,80 Dollar, hält aber an einem Langfristziel von 28 Dollar für 2030 fest.

Infobox: Die Verabschiedungswahrscheinlichkeit des CLARITY Act wird von Galaxy Research auf 50 bis 75 Prozent geschätzt, während Polymarket 43 Prozent ausweist. Für XRP gelten 1,1175 Dollar und 1,13 Dollar als wichtige charttechnische Marken.

Ondo und SBI bringen japanische Vermögenswerte auf die Blockchain

Phemex: Ondo Finance und SBI, eine der größten Finanzgruppen Japans, wollen japanische Vermögenswerte tokenisieren. Die Abwicklung der Transaktionen soll in JPYSC erfolgen, einem an den Yen gebundenen Stablecoin.

Ondo Global Markets gibt die tokenisierten Instrumente aus. SBI übernimmt den regulierten Vertrieb, die Verwahrung und die Abwicklung in Japan. Ondo bringt die Blockchain-Emissionstechnologie ein, während SBI Lizenzen, lokale Marktkenntnis und Compliance bereitstellt.

Die Transaktionen sollen vollständig auf der Blockchain abgewickelt werden. Sowohl der tokenisierte Aktienwert als auch JPYSC als Zahlungsmittel bewegen sich dabei innerhalb der Blockchain-Infrastruktur.

Ondo aktivierte außerdem das 24/7-Minting und -Redemption für zehn weitere US-Aktien, darunter AMD und Intel. Damit stehen insgesamt 16 tokenisierte Werte rund um die Uhr zur Verfügung.

KennzahlWert
Marktanteil von Ondo bei tokenisierten Aktienüber 70 Prozent
Gesamtwert der Ondo-RWAetwa 3,78 Milliarden US-Dollar
Rund um die Uhr verfügbare tokenisierte US-Aktien16 Werte
ONDO-Kursrund 0,345 $
Bitcoin-Kursca. 64.811 $
ETH-Kursca. 1.869 $

Die 24/7-Emission und Rücknahme soll die Preiskopplung zwischen tokenisierten Aktien und den zugrunde liegenden Wertpapieren verbessern. Arbitrageure können jederzeit neue Token ausgeben oder einlösen, auch wenn die New Yorker Börse geschlossen ist.

Während der Handel tokenisierter Aktien bereits rund um die Uhr möglich war, war die Ausgabe oder Rückgabe bislang an die Öffnungszeiten der US-Börsen gebunden. Durch die dauerhafte Verfügbarkeit soll sich die Preisdifferenz zum realen Basiswert verringern.

Infobox: Ondo und SBI verbinden Blockchain-Emission, regulierten Vertrieb, Verwahrung und Abwicklung in Japan. Mit AMD und Intel umfasst das 24/7-Minting und -Redemption nun 16 US-Aktien.

Tokenisierte Aktien entwickeln sich zur dauerhaft verfügbaren Marktinfrastruktur

Phemex: Die Kooperation mit SBI und die 24/7-Emission zeigen laut Quelle, dass tokenisierte Aktien vom Proof-of-Concept zu einem durchregulierten und dauerhaft verfügbaren Markt weiterentwickelt werden. Der SBI-Deal adressiert den regulierten Marktzugang, während die kontinuierliche Emission und Rücknahme die technische Marktstruktur verbessert.

Der ONDO-Token notiert aktuell bei rund 0,345 $ und bewegt sich im Einklang mit dem schwachen Altcoin-Markt. Die Fortschritte bei der Infrastruktur haben bislang keine direkte Kursreaktion ausgelöst.

Für den langfristigen Erfolg bleibt das Handelsvolumen entscheidend. Die Infrastruktur wächst laut Phemex schneller als das Volumen, und erst die Nutzung werde zeigen, ob sich die neuen Angebote dauerhaft durchsetzen.

Infobox: Ondo hält mit etwa 3,78 Milliarden US-Dollar an RWA und über 70 Prozent Marktanteil eine führende Position bei tokenisierten Aktien. Kurzfristig bleibt der ONDO-Kurs jedoch vom schwachen Altcoin-Markt geprägt.

Einschätzung der Redaktion

Die entscheidende Entwicklung ist nicht der kurzfristige Kursverlauf einzelner Token, sondern der Aufbau regulierter Blockchain-Infrastrukturen durch etablierte Finanzinstitute. Tokenisierte Einlagen, Wertpapiere und Stablecoins könnten Abwicklung, Liquidität und Verfügbarkeit deutlich verbessern, sofern rechtliche Zuständigkeiten, Interoperabilität und ausreichendes Handelsvolumen geklärt werden.

Damit verschiebt sich der Wettbewerb: Nicht jede offene Blockchain wird automatisch zum Gewinner, sondern vor allem jene Netzwerke, die regulatorische Anforderungen, institutionelle Sicherheit und technische Skalierbarkeit verbinden. Die wachsende Nutzung durch Banken erhöht die Relevanz des Sektors, beseitigt aber weder Markt- noch Ausführungsrisiken.

Kurzfazit: Tokenisierung entwickelt sich von einem Experiment zu einer möglichen Kerninfrastruktur des Finanzsystems. Der Durchbruch hängt weniger von Ankündigungen als von realer Nutzung, verbindlichen Standards und dauerhaft tragfähiger Liquidität ab.

Quellen: