USDT kehrt über RGB ins Bitcoin-Netzwerk zurück, während Krypto-Hacks zunehmen

Autor: Coinkurier Redaktion

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Kategorie: Nachrichten

Zusammenfassung: USDT soll per RGB zu Bitcoin zurückkehren, DMG baut ein KI-Rechenzentrum, Onecoin-Geschädigte erhalten 10,1 Mio. Euro und Ermittler verfolgen den Bitget-Hack.

Der Pressespiegel beleuchtet die wichtigsten Entwicklungen an den Schnittstellen von Bitcoin, Stablecoins, KI und Blockchain-Sicherheit: Während USDT über RGB ins Bitcoin-Netzwerk zurückkehren soll, treibt DMG Blockchain Solutions den Umbau zum KI-Rechenzentrum voran. Zugleich gibt es im Onecoin-Fall neue Einziehungen für Geschädigte, während Ermittler den Millionenraub bei Bitget über mehrere Blockchains hinweg verfolgen.

USDT soll über RGB ins Bitcoin-Netzwerk zurückkehren

Tether plant, den Stablecoin USDT über das von Tether unterstützte Infrastrukturprojekt Utexo erneut im Bitcoin-Netzwerk auszugeben. Dabei soll das RGB-Protokoll zum Einsatz kommen. Nach Angaben von IDNFinancials erschien USDT erstmals 2014 über das Omni-Protokoll auf der Bitcoin-Blockchain, bevor sich die Nutzung auf Ethereum und Tron deutlich ausweitete.

RGB ermöglicht, dass der überwiegende Teil der Transaktionsdaten außerhalb des öffentlichen Bitcoin-Ledgers verbleibt. Gleichzeitig soll der Eigentumsnachweis an den Vermögenswerten über das Bitcoin-Netzwerk aufrechterhalten werden. USDT ist laut Quelle derzeit der weltweit größte Stablecoin mit einer Marktkapitalisierung von fast 190 Mrd. US$.

Utexo erklärte laut einer von CoinDesk zitierten Darstellung, dass die Infrastruktur unter anderem privatere USDT-Transfers ermöglichen soll. Außerdem seien der direkte Tausch von Bitcoin gegen USDT ohne Börsen sowie Kredite mit Bitcoin als Sicherheit vorgesehen, ohne die Vermögenswerte in eine andere Blockchain verschieben zu müssen.

Das 2025 gegründete Unternehmen hat 7,5 Mio. US$ an Finanzmitteln gesammelt und eine kommerzielle Lizenz zur Ausgabe von USDT im Bitcoin-Netzwerk erhalten. Utexo will Börsen, digitalen Geldbörsen und Zahlungsunternehmen zudem Infrastruktur über API, SDK und Cloud-Dienste anbieten. Als nächster Schritt ist die Ausweitung der USDT-Nutzung auf das Lightning Network vorgesehen, das als Bitcoin-Layer-2-Netzwerk für schnellere Transaktionen und niedrigere Gebühren konzipiert ist.

„USDT Tether kehrt zum Bitcoin-Blockchain-Netzwerk zurück“ – Titel der Meldung von IDNFinancials.

Infobox: USDT soll über Utexo und das RGB-Protokoll wieder auf Bitcoin ausgegeben werden. Die geplante Infrastruktur umfasst Transfers, Tauschgeschäfte, Kredite und eine spätere Nutzung im Lightning Network.

DMG Blockchain Solutions meldet KI-Umbau und unveränderten Kurs

Die Aktie von DMG Blockchain Solutions kostete am 05.10.2026 vorbörslich 0,33 Euro bei Lang & Schwarz. Damit lag sie laut AD HOC NEWS bei 0,00 Prozent Veränderung gegenüber dem Vortagesschluss von 0,33 Euro.

Im Mittelpunkt des jüngsten Unternehmensschritts steht die Umwandlung des Standorts Christina Lake in ein KI-Rechenzentrum. DMG arbeitet an einer endgültigen Vereinbarung für KI-Colocation mit einer kritischen IT-Last von 50,00 Megawatt. Für den Standort seien insgesamt 75,00 Megawatt bestätigt, darunter 60,00 Megawatt nicht feste und 15,00 Megawatt feste Leistung.

Für Christina Lake sind außerdem 100-Gigabit-Faserverbindungen über zwei Telekommunikationsanbieter vorgesehen. Die Inbetriebnahme der Server des künftigen Mieters wird inzwischen für 2027 angestrebt. Finanzierung, Genehmigungen und die endgültige Vereinbarung bleiben nach Angaben der Quelle zentrale Bedingungen für das Projekt.

Das dritte Quartal 2026 war von einem sequenziellen Umsatzrückgang geprägt. Im Juni-Quartal sank der Umsatz um 13,00 Prozent auf 6,36 Mio. CAD. Gleichzeitig wurden bei einer Hashrate von 1,47 Exahash 61,90 Bitcoin geschürft.

Der Nettoverlust belief sich im dritten Quartal 2026 auf 3,94 Mio. CAD oder 0,02 CAD je Aktie. Dem stand ein operativer Cashflow von 1,20 Mio. CAD gegenüber. Damit liefert das bestehende Mining-Geschäft weiterhin Umsatz, während Christina Lake künftig stärker über Rechenzentrumsleistungen monetarisiert werden soll.

KennzahlWert
Lang-&-Schwarz-Kurs am 05.10.2026, 08:00 Uhr0,33 Euro
Veränderung zum Vortagesschluss0,00 Prozent
Vortagesschluss am 02.10.20260,33 Euro
Marktkapitalisierung am 02.10.2026107,6 Mio. CAD
52-Wochen-Spanne am 02.10.20260,21 - 0,73 CAD

Infobox: DMG Blockchain Solutions plant am Standort Christina Lake einen KI-Umbau mit 50,00 Megawatt kritischer IT-Last. Der Kurs lag am 05.10.2026 bei 0,33 Euro, während das dritte Quartal 2026 einen Umsatz von 6,36 Mio. CAD und einen Nettoverlust von 3,94 Mio. CAD auswies.

Im Onecoin-Fall werden 10,1 Millionen Euro zugunsten Geschädigter eingezogen

Im Zusammenhang mit dem Onecoin-Fall wird weiterhin international nach Ruja Ignatova gefahndet. Die als „Kryptoqueen“ bezeichnete Erfinderin der vermeintlichen Kryptowährung soll ein Schneeballsystem aufgebaut haben, von dem weltweit Millionen Anleger betroffen sind.

Nach Angaben von derStandard.at ist Ignatovas Aufenthaltsort weiterhin unbekannt. Gleichzeitig konnten rund 10,1 Millionen Euro aus ihrem Vermögen zugunsten von Geschädigten eingezogen werden, wie die Staatsanwaltschaft berichtete.

Die Einziehung erfolgte auch nach der Anklageerhebung durch die Bielefelder Staatsanwaltschaft, die laut Quelle bereits mehr als ein Jahr zurückliegt. Der durch das Onecoin-System verursachte Schaden liegt dem Bericht zufolge in Milliardenhöhe.

„Die Kryptoqueen soll ein Schneeballsystem zum Vertrieb ihrer Kryptowährung aufgebaut haben.“ – derStandard.at

Infobox: Rund 10,1 Millionen Euro aus dem Vermögen von Ruja Ignatova konnten zugunsten Geschädigter eingezogen werden. Die internationale Fahndung nach der weiterhin unbekannten Onecoin-Gründerin läuft fort.

Bitget-Hack: Geldfluss von 387 Millionen Dollar über vier Blockchains rekonstruiert

Chainalysis hat den Geldfluss nach dem Bitget-Hack rekonstruiert und den Angriff Nordkorea-verknüpften Akteuren zugeschrieben. Nach Angaben von Cryptonews ereignete sich der Angriff am 24. September 2026; in den ersten drei Stunden flossen 387 Millionen Dollar in 23 Transfers von Bitget ab.

Die gestohlenen Mittel verteilten sich auf vier Netzwerke. Ethereum hatte einen Anteil von 49,7 Prozent, XRP von 40,8 Prozent, Zcash von 7,6 Prozent und Tron von 1,8 Prozent.

BlockchainAnteil
Ethereum49,7 Prozent
XRP40,8 Prozent
Zcash7,6 Prozent
Tron1,8 Prozent

Nach der Verteilung über die vier Netzwerke nutzten die Angreifer Cross-Chain-Liquiditäts- und Messaging-Protokolle, Sofort-Swaps sowie Geldwäschedienste. Dadurch sollte die Spur der Vermögenswerte verschleiert werden. Chainalysis hob insbesondere den Weg des gestohlenen XRP hervor: Die Token wurden nicht direkt an eine Börse gesendet, sondern über ein Cross-Chain-Liquiditätsprotokoll weitergeleitet, woraufhin Bitcoin auf einer anderen Blockchain ausgegeben wurde.

Über rund anderthalb Tage bewegten sich dabei Dutzende Millionen Dollar. Chainalysis verfolgte die Mittel bis zu angreiferkontrollierten Bitcoin-Adressen, die nun überwacht werden.

Die Zuordnung erhöht laut Chainalysis die Summe der im Jahr 2026 von Nordkorea-verknüpften Gruppen gestohlenen Kryptowährungen auf mehr als eine Milliarde Dollar. Bitget-Chefin Gracy Chen erklärte laut Decrypt, die Angriffsmuster passten zu nordkoreanischen Hackern. Elliptic bewertete eine Verbindung zur Demokratischen Volksrepublik Korea als sehr wahrscheinlich.

Interne KI verkürzt Abgleich von Bridge-Transaktionen

Chainalysis arbeitete nach dem Angriff gemeinsam mit Bitget und Strafverfolgungspartnern an der Nachverfolgung. Das Unternehmen entwickelte mithilfe seiner internen KI kundenspezifische Automatisierungen, die Ein- und Auszahlungen über verschiedene Protokolle abgleichen und fragmentierte Transaktionspfade verbinden sollten.

Nach eigener Schätzung verkürzte Chainalysis dadurch mehr als 20 Stunden manuellen Abgleichs von Bridge-Transaktionen auf weniger als zehn Minuten. Grundlage waren auch Cross-Chain-Attributionsdaten, die das Unternehmen nach eigenen Angaben über mehr als ein Jahrzehnt aufgebaut hat. Kennzeichnungen für gestohlene Gelder wurden laut Chainalysis innerhalb von Minuten in der Datenplattform verfügbar gemacht.

Die KI ersetzte jedoch nicht die Ermittler. Fachleute definierten weiterhin die Logik, prüften die Ergebnisse und steuerten die Untersuchung. Die Automatisierung übernahm zeitaufwendige Abgleiche, traf aber nicht eigenständig die maßgeblichen Ermittlungsentscheidungen.

Mehr als 50 Millionen Dollar an Swaps abgelehnt

Chainalysis beobachtete außerdem, dass die Angreifer Gelder in den geschützten Pool von Zcash verschoben. Der Cross-Chain-Swapdienst Near Intents lehnte mehr als 50 Millionen Dollar an mit dem Angreifer verbundenen Swaps ab, während Thorchain solche Transaktionen weiter abwickelte.

Circle und Tether froren zusammen rund 318.000 Dollar in Stablecoins ein. Chainalysis will die Gelder in den kommenden Wochen weiter beobachten, neu erkannte Zieladressen kennzeichnen und Erkenntnisse mit Börsen, Emittenten und Strafverfolgungspartnern teilen.

Die Maßnahmen können laut Quelle dazu beitragen, weitere Bewegungen zu erkennen und zu stören, garantieren jedoch keine Rückholung der Mittel. Der Fall zeigt damit den operativen Wert schneller Cross-Chain-Forensik für Compliance und Verwahrungskontrolle, ohne einen unmittelbaren Effekt auf Bitcoin oder den breiteren Markt zu belegen.

Infobox: Chainalysis rekonstruierte 387 Millionen Dollar, die sich nach dem Bitget-Hack über vier Blockchains verteilten. Die interne KI reduzierte den manuellen Abgleich von mehr als 20 Stunden auf weniger als zehn Minuten, eine Rückholung der Mittel ist damit jedoch nicht garantiert.

Einschätzung der Redaktion

Die geplante Rückkehr von USDT zu Bitcoin könnte dessen Rolle als Abwicklungs- und Sicherungsschicht stärken. Entscheidend wird jedoch sein, ob RGB ausreichend benutzerfreundlich, liquide und zuverlässig in Wallets, Börsen und Zahlungsdienste integriert wird. Gelingt dies, könnte Bitcoin im Stablecoin- und DeFi-Bereich an strategischer Bedeutung gewinnen.

Kernaussage: Hohe strategische Relevanz, aber der Erfolg hängt von technischer Skalierbarkeit, Liquidität und praktischer Akzeptanz ab.

Einschätzung der Redaktion

Der Umbau von Christina Lake eröffnet DMG Blockchain Solutions eine potenziell stabilere Einnahmequelle als das volatile Mining-Geschäft. Solange Finanzierung, Genehmigungen und der endgültige Kundenvertrag ausstehen, bleibt das Projekt jedoch eine Möglichkeit und kein gesicherter Wachstumstreiber. Der unveränderte Kurs spiegelt entsprechend eine abwartende Marktposition wider.

Kernaussage: Interessante strategische Neuausrichtung, deren Wert erst mit verbindlichen Verträgen und der geplanten Inbetriebnahme 2027 belegbar wird.

Einschätzung der Redaktion

Die Einziehung von 10,1 Millionen Euro ist ein konkreter Erfolg für die Geschädigten, steht aber in keinem Verhältnis zum Schaden in Milliardenhöhe. Der Fall unterstreicht zugleich, dass die strafrechtliche und finanzielle Aufarbeitung großer Betrugssysteme selbst nach Jahren fortgesetzt werden kann. Eine vollständige Wiedergutmachung bleibt dennoch unrealistisch.

Kernaussage: Bedeutender Teilerfolg für die Opfer, aber keine annähernde Kompensation des Gesamtschadens.

Einschätzung der Redaktion

Der Bitget-Hack zeigt, dass die Fragmentierung über mehrere Blockchains die Verschleierung erschwert, aber nicht verhindert. Schnelle Forensik und automatisierter Datenabgleich werden damit zu zentralen Sicherheitsinstrumenten für Börsen, Emittenten und Strafverfolger. Zugleich macht der Fall deutlich, dass eingefrorene oder abgelehnte Transaktionen bislang nur begrenzte Sicherungsmaßnahmen darstellen und keine Rückholung garantieren.

Kernaussage: Die Ermittlungsfähigkeit verbessert sich deutlich, während die grenzüberschreitende Kontrolle gestohlener Krypto-Vermögenswerte weiterhin lückenhaft bleibt.

Quellen: