Ein neuer Bericht der Blockchain-Analysefirma Elliptic deckt auf, wie Russland internationale Sanktionen durch Krypto-Börsen umgeht. Fünf Plattformen ermöglichen es russischen Akteuren, grenzüberschreitende Zahlungen außerhalb der traditionellen Bankenaufsicht abzuwickeln. Während Bitpapa bereits auf der Sanktionsliste steht, zeigt der Bericht, dass auch andere nicht sanktionierte Börsen wie ABCeX erhebliche Geldströme nach Russland verarbeiten. Die Europäische Union plant Maßnahmen, um diese Umgehungsstrategien zu unterbinden. Erfahren Sie mehr über die Hintergründe und die Herausforderungen für die internationalen Behörden.
Russland umgeht Sanktionen über Krypto-Börsen
Ein aktueller Bericht der Blockchain-Analysefirma Elliptic zeigt, dass mehrere Krypto-Dienstleister mit Verbindungen nach Russland weiterhin die Umgehung internationaler Sanktionen ermöglichen. Fünf Plattformen wurden identifiziert, die es russischen Akteuren erlauben, grenzüberschreitende Zahlungen außerhalb der traditionellen Bankenaufsicht abzuwickeln. Diese Plattformen wandeln Fiat-Währungen wie den Rubel in Kryptowährungen um, die anschließend transferiert und im Ausland wieder in Landeswährung getauscht werden.
„Die Transaktionsrouten dieser Börsen ermöglichen es, Sanktionen zu umgehen und Gelder zu transferieren, ohne dass die traditionellen Banken involviert sind.“
Die einzige der fünf Plattformen, die bislang von der US-Sanktionsbehörde OFAC gelistet ist, ist Bitpapa, die im März 2024 sanktioniert wurde. Laut Elliptic fließen rund 9,7 Prozent der von Bitpapa ausgehenden Kryptotransaktionen an bereits sanktionierte Adressen, wobei etwa fünf Prozent direkt an die ebenfalls sanktionierte Börse Garantex gehen. Zudem wird berichtet, dass Bitpapa Wallet-Adressen fortlaufend rotiert, um die Identifizierung durch Transaktionsüberwachungssysteme zu erschweren.
Die größte nicht sanktionierte Plattform im Bericht ist ABCeX, die laut Elliptic ein Büro im Moskauer Federation Tower betreibt. ABCeX hat mindestens 11 Milliarden US-Dollar an Kryptoassets verarbeitet, wobei erhebliche Volumina an Garantex und Aifory Pro geflossen sind. Exmo wird ebenfalls hervorgehoben, da das Unternehmen nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine erklärte, sich aus dem russischen Markt zurückgezogen zu haben, jedoch weiterhin dieselbe Wallet-Infrastruktur nutzt.
Zusätzlich wird Rapira erwähnt, das über 72 Millionen US-Dollar direkt mit der sanktionierten Börse Grinex transferiert hat, sowie Aifory Pro, das virtuelle Zahlungskarten anbietet, die mit USDT-Guthaben hinterlegt sind. Die Europäische Union prüft derweil ein umfassendes Verbot sämtlicher Krypto-Transaktionen mit Russland, um die Entstehung neuer Ausweichplattformen zu verhindern.
Zusammenfassend zeigt der Bericht von Elliptic, dass trotz internationaler Sanktionen erhebliche Geldströme über Krypto-Börsen nach Russland fließen. Die Identifizierung und Regulierung dieser Plattformen bleibt eine Herausforderung für die internationalen Behörden.
Wichtigste Erkenntnisse:
- Fünf Krypto-Plattformen ermöglichen die Umgehung internationaler Sanktionen.
- Bitpapa ist die einzige sanktionierte Plattform, während ABCeX die größte nicht sanktionierte Plattform ist.
- Die EU prüft ein umfassendes Verbot von Krypto-Transaktionen mit Russland.
Einschätzung der Redaktion
Die Umgehung internationaler Sanktionen durch Krypto-Börsen stellt ein ernsthaftes Problem für die globale Finanzstabilität dar. Die Identifizierung von Plattformen, die es Russland ermöglichen, Finanztransaktionen außerhalb der traditionellen Bankenaufsicht abzuwickeln, zeigt, wie flexibel und anpassungsfähig die Krypto-Industrie ist. Dies könnte nicht nur die Wirksamkeit bestehender Sanktionen untergraben, sondern auch neue Herausforderungen für die Regulierung und Überwachung von Kryptowährungen mit sich bringen.
Die Tatsache, dass nur eine der identifizierten Plattformen sanktioniert ist, während andere weiterhin operieren, verdeutlicht die Lücken in der internationalen Regulierung. Die hohen Volumina an Transaktionen, die über nicht sanktionierte Börsen wie ABCeX fließen, könnten es Russland ermöglichen, finanzielle Ressourcen zu mobilisieren, die für militärische oder andere strategische Zwecke verwendet werden können. Dies könnte die geopolitische Lage weiter destabilisieren und die Notwendigkeit einer strikteren Regulierung und Überwachung von Krypto-Transaktionen unterstreichen.
Die Überlegungen der Europäischen Union zu einem umfassenden Verbot von Krypto-Transaktionen mit Russland sind ein Schritt in die richtige Richtung, um die Entstehung neuer Ausweichplattformen zu verhindern. Dennoch bleibt abzuwarten, wie effektiv solche Maßnahmen sein werden, insbesondere wenn man die Dynamik und Innovationskraft des Krypto-Marktes berücksichtigt.
Wichtigste Erkenntnisse:
- Die Umgehung von Sanktionen durch Krypto-Börsen könnte die globale Finanzstabilität gefährden.
- Die Lücken in der Regulierung ermöglichen es Russland, finanzielle Ressourcen zu mobilisieren.
- Die EU prüft ein Verbot von Krypto-Transaktionen mit Russland, um neue Ausweichplattformen zu verhindern.
Quellen:













